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Strompreismanipulation in den USA:Barclays muss Rekordstrafe zahlen

435 Millionen Dollar Strafe: Weil Barclays-Mitarbeiter den Strompreis in Kalifornien manipuliert haben sollen, muss die britische Bank eine Rekordstrafe zahlen. Auch für die Händler selbst werden Bußgelder in Millionenhöhe fällig.

Die britische Barclays-Bank muss eine Rekordstrafe von 435 Millionen Dollar zahlen. Das ordnete die amerikanische Energiemarktaufsicht Ferc einem Bericht der Financial Times zufolge an. Barclays-Händler sollen zwischen 2006 und 2008 die Preisbildung auf dem Strommarkt in Kalifornien manipuliert haben. Sie wollten damit den Angaben zufolge ihre Wetten auf dem Derivatemarkt begünstigen. Dort hatten sie auf steigende Strompreise spekuliert. Aus diesem Grund verhängte die Behörde nun die härteste Strafe ihrer Geschichte.

Von vier ehemaligen Händlern der Bank fordert die Aufsichtsbehörde zudem insgesamt 18 Millionen Dollar. Außerdem soll die Bank ihre Profite mit dem Geschäft, immerhin fast 35 Millionen Dollar, an gemeinnützige Organisationen zahlen. Sollte die Bank die Rekordstrafe nicht binnen 30 Tagen begleichen, kommt der Fall vor ein Bundesgericht. Barclays kündigte an, gegen die Entscheidung kämpfen zu wollen. "Wir glauben, dass unser Handeln legitim und gesetzmäßig war", zitiert die FT die Bank.

Die Entscheidung der Ferc erreicht Barclays an dem Tag, an dem die Bank seinen neuen Finanzchef vorstellt. Ab Herbst wird demnach der JPMorgan-Manager Tushar Morzaria für die britische Großbank tätig sein. Ab Februar 2014 übernimmt er dann den Posten des amtierenden Finanzchefs Chris Lucas, dessen Rücktritt im Februar für das kommende Jahr angekündigt worden war.

Morzaria erwartet auch abgesehen von den Strompreismanipulationen eine schwierige Aufgabe: Im Skandal um die Manipulation des Libor-Zinses wurde Barclays zur Zahlung von 450 Millionen Dollar verdonnert. Zudem steht die Kapitalstärke der Bank auf dem Prüfstand. Die britische Notenbank hat das Finanzinstitut zudem jüngst angewiesen, den Verschuldungsgrad zu verringern.

© Süddeutsche.de/Reuters/jasch

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