Kreditwürdigkeit Ratingagentur droht Briten mit Herabstufung wegen Brexits

Das Gebäude von Fitch Ratings in New York.

(Foto: dpa)

Die Agentur Fitch prüft, ob Großbritannien das "AA"-Rating entzogen wird. Hauptgrund dafür ist, dass ein ungeordneter Brexit immer wahrscheinlicher wird.

Sollte sich Großbritannien für einen No-Deal-Brexit, einen Ausstieg aus der EU ohne Abkommen, entscheiden, könnte das Folgen für die Kreditwürdigkeit des Landes haben. Die Ratingagentur Fitch prüft derzeit eine Herabstuftung des bisherigen "AA"-Ratings.

Angesichts der jüngsten politischen Entwicklungen und der immer knapper werdenden Zeit bis zum Austrittstermin am 29. März werde der No-Deal-Brexit immer wahrscheinlicher, schreibt die US-Ratingagentur in einer Mitteilung am Mittwochabend. Zudem habe sich das britische Wirtschaftswachstum in den vergangenen Monaten abgeschwächt. Daher habe man sich entschlossen, das Rating für Großbritannien auf "Watch Negativ" zu setzen. Fitch deutet damit eine mögliche Herabstufung der Bonität Großbritanniens an.

Ein ungeordneter Brexit "würde zumindest kurzfristig die Aussichten für Wirtschaft und Handel in Großbritannien erheblich stören", führt die Ratingagentur aus. Die genauen Auswirkungen auf das britische Wirtschaftswachstum seien nur schwer vorherzusehen. Es könne aber ein Vergleich gezogen werden zur Rezession Anfang der 1990er Jahre, als das britische Bruttoinlandsprodukt über sechs Quartale um zwei Prozent geschrumpft war, schreibt Fitch.

Beim No-Deal-Brexit würden die vereinbarte Übergangsfrist bis Ende 2020 und die Eckpunkte für eine enge Handels- und Sicherheitspartnerschaft entfallen. Die Wirtschaft befürchtet für diesen Fall Verwerfungen, unter anderem wegen langwieriger Zollkontrollen an den Grenzen.