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Konjunktur:Bundesregierung erwartet für 2020 Defizit von 7,25 Prozent

JadeWeserPort

Die lange Kaje des Tiefwasserhafens JadeWeserPort in Wilhelmshaven. Die Auswirkungen der Corona-Krise lassen weltweit das Geschäft deutscher Unternehmen im Ausland einbrechen.

(Foto: Ingo Wagner/dpa/picture alliance)

Der Anteil aller Schulden an der gesamten Wirtschaftsleistung soll auf mehr als 75 Prozent steigen. Die Zahlen könnten aber schon bald wieder überholt sein.

Die Bundesregierung geht als Folge der Viruskrise und der Neuverschuldung in Rekordhöhe für dieses Jahr von einem gesamtstaatlichen Defizit von 7,25 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) aus.

Die Schuldenstandsquote als Anteil aller Schulden am BIP wird mit 75,25 Prozent veranschlagt, wie aus dem am Mittwoch vom Kabinett beschlossenen Deutschen Stabilitätsprogramm 2020 hervorgeht.

Schuldenstand derzeit von fast 60 Prozent

Mit dem jährlichen Bericht meldet die Bundesregierung ihre Einschätzung zur Entwicklung der öffentlichen Finanzen an die EU-Kommission in Brüssel. Derzeit liegt die Schuldenstandsquote bei knapp 60 Prozent.

"Die Projektion ist aktuell mit sehr hohen Unsicherheiten behaftet", heißt es in dem Bericht. Die darin genannten Berechnungen beruhen noch auf Daten, die in Kürze überholt sein könnten. So wird die Bundesregierung am 29. April ihre Frühjahrsprojektion zur wirtschaftlichen Entwicklung vorlegen, deren Eckwerte Grundlage für die Haushaltsberechnungen sind.

Am 14. Mai wird der Arbeitskreis Steuerschätzung einen ersten Ausblick zur Auswirkung der Virus-Krise auf die Einnahmen liefern. "Das vorliegende Deutsche Stabilitätsprogramm wurde in einer frühen Phase der Corona-Krise verfasst und abgestimmt", heißt es in dem Bericht. Das Ausmaß der negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie sei schwierig präzise zu quantifizieren.

© SZ vom 23.04.2020/Reuters/hgn
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