Biontech:Der Gewinn hat sich verdreifacht

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Biontech: Eine berühmte Adresse: An der Goldgrube 12 in Mainz hat Biontech seinen Firmensitz.

Eine berühmte Adresse: An der Goldgrube 12 in Mainz hat Biontech seinen Firmensitz.

(Foto: Jörg Halisch/Imago Images)

Im ersten Quartal 2022 verzeichnet das Pharmaunternehmen aus Mainz deutliche Zuwächse. Mit den Erträgen soll Biontech umgebaut werden.

Von Elisabeth Dostert

Der Impfstoffhersteller Biontech hat Umsatz und Gewinn im ersten Quartal mehr als verdreifacht. Wie das Unternehmen aus Mainz am Montag mitteilte, sprang der Umsatz von gut zwei Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 6,4 Milliarden Euro in den ersten drei Monaten 2022. Er resultierte hauptsächlich aus dem Verkauf des Covid-19-Impfstoffes. An seiner Prognose für das Gesamtjahr von 13 bis 17 Milliarden Euro Umsatz hält das Unternehmen fest. Nach ersten Zulassungen im Dezember 2020 war der Impfstoff-Verkauf im ersten Quartal 2021 angelaufen und legte danach kräftig zu. Der Nettogewinn sprang im ersten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1,1 auf 3,7 Milliarden Euro.

An der US-Börse Nasdaq legte der Aktienkurs am Montag zu Handelsbeginn um 3,6 Prozent zu.

Biontech habe seine führende Position bei Covid-19-Impfstoffen ausgebaut, teilte Vorstandschef und Mitgründer Uğur Şahin mit. Im ersten Quartal 2022 stellten Biontech und sein Partner Pfizer nach eigenen Angaben rund 750 Millionen Covid-19-Impfstoffdosen in Rechnung. Insgesamt seien bislang fast 3,4 Milliarden Dosen ausgeliefert worden. Bis Ende April 2022 haben Pfizer und Biontech Lieferverträge für rund 2,4 Milliarden Dosen für 2022 unterzeichnet. Bis Ende des Jahres wollen die beiden Konzerne "mehr als zwei Milliarden Dosen" an Länder mit niedrigem und mittleren Einkommen liefern, kündigte Biontech am Montag an.

Der Umsatz im ersten Quartal setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Rund 1,2 Milliarden Euro erlöste Biontech aus dem Verkauf des Impfstoffes in den eigenen Vertriebsgebieten Deutschland und Türkei. Rund 4,6 Milliarden Euro entfallen auf den den Ertragsanteil, der Biontech aus den Partnerschaften mit Pfizer und Fosun Pharma in deren Vertriebsregionen zusteht. Gut 600 Millionen Euro setzte Biontech durch den Verkauf von Produkten an Kollaborationspartner um.

Biontech entwickelt seinen Covid-19-Impfstoffe weiter. Dabei geht es sowohl um Kandidaten gegen die Omikron-Variante als auch um bivalente Vakzine, die sich gegen Omikron und weitere Sars-CoV- 2-Stämme richten. Nach einem Bericht der Agentur Reuters hofft die europäische Arzneimittel-Zulassungsbehörde EMA, an Varianten angepasste Impfstoffe bis September zulassen zu können, so dass diese im Herbst für Impfkampagnen zur Verfügung stünden.

Comirnaty, der Impfstoff gegen das Coronavirus, ist nach wie vor das einzige Produkt, das Biontech auf dem Markt hat. Mit den Erträgen will Şahin die Transformation des Unternehmens zu einem "Powerhouse für Immuntherapien" finanzieren, wie er es nennt. Der Konzern will auf Basis verschiedener Technologien Produkte gegen Infektionskrankheiten und Krebs entwickeln.

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