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Bezahlsender Sky:Murdoch schmiedet europäischen Pay-TV-Konzern

Erst Europa, dann Amerika: Rupert Murdoch zentralisiert sein Medienimperium und bündelt seine drei europäischen Bezahlsender in einem gemeinsamen Konzern. Der Medienmogul bereitet sich damit auf die Übernahme von Time Warner in den USA vor.

  • Rupert Murdoch bündelt seine europäischen Pay-TV Sender BSkyB, Sky Deutschland und Sky Italia zu einem gemeinsamen Konzern.
  • BSkyB schluckt die Unternehmen aus Deutschland und Italien für mehrere Milliarden Euro.
  • Der 83-Jährige Medienmogul bereitet sich auf eine weitere Übernahme vor. Er will den US-Konkurrenten Time Warner kaufen.

Murdoch vereint Sender zu einem Riesen

Der von Rupert Murdoch dominierte britische Bezahlsender BSkyB übernimmt die bisher von Murdochs Konzern 21st Century Fox gehaltenen Anteile an Sky Deutschland sowie Sky Italia, teilten die Unternehmen mit. BSkyB kaufe für umgerechnet drei Milliarden Euro in bar und in Anteilen Sky Italia zu 100 Prozent. Zugleich übernehme es für 3,7 Milliarden Euro die Mehrheitsanteile von 57,4 Prozent an Sky Deutschland, hieß es in einer Mitteilung.

Murdochs Konzern 21st Century Fox war bisher Mehrheitseigner von Sky Deutschland und hält selbst 39,5 Prozent an BSkyB. Den Minderheitsaktionären von Sky Deutschland unterbreitete BSkyB ein Kaufangebot für 6,75 Euro pro Aktie. Sollten diese verkaufen, könnte sich das Geschäft auf 8,85 Milliarden Euro summieren. Davon fließen Murdochs Medienholding 21st Century Fox 6,7 Milliarden Euro zu.

Konzern will in den USA wachsen

Das Geld kann Murdoch gut für eine weitere Übernahme gebrauchen: 21st Century Fox strebt auf dem amerikanischen Markt die Übernahme des Konkurrenten Time Warner an. Eine erste Offerte von 80 Milliarden Dollar (59 Milliarden Euro) hatte Time Warner Mitte Juli ausgeschlagen. Aus den beiden Konzernen könnte im Fall einer Fusion ein riesiger Medienkonzern mit einer Reihe von US-Fernsehsendern wie der Fox-Gruppe, TNT und dem Bezahlkanal HBO sowie den Hollywood-Studios 20th Century Fox und Warner hervorgehen.

© Süddeutsche.de/Reuters/AFP/sana/luk/sks

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