Berlin Der Flughafen BER ist jetzt ein Parkplatz

Flugzeuge und Koffer rollen immer noch nicht über das Gelände. Dafür aber alte und neue VW-Autos. Und Geld verdient der Flughafen damit auch noch.

Zwölf Jahre ist es her, dass der Bau des Flughafens Berlin Brandenburg begonnen hat. Seitdem hört man von dort mehr schlechte als gute Nachrichten. Betrieben werden kann der Flughafen bis heute nicht. Trotzdem nimmt der BER ab sofort Geld ein, allerdings nicht mit Starts und Landungen, sondern als Parkplatz.

Mehrere hundert nicht zugelassene Volkswagen parken seit kurzem an dem künftigen Hauptstadtflughafen. Sie wurden in den vergangenen Tagen auf Lastwagen nach Schönefeld gebracht, teilte ein Flughafensprecher mit. In den nächsten Wochen sollen weitere Neuwagen folgen.

Zwei Akteure, die beide profitieren

VW hat demnach etwa 8000 Stellplätze in drei Parkhäusern und auf drei Freiflächen am Terminal gemietet. Grund dafür sind fehlende Zulassungen für Neuwagen, wenn im September ein neues Abgastestverfahren gilt. Das Automobilunternehmen ist deswegen in Parkplatznot. Für den BER ist die Zusammenarbeit dabei durchaus von Vorteil: Mit den bislang ungenutzten Parkplätzen verdient der Flughafen nach eigenen Angaben in diesem Jahr gut eine Million Euro.

Wie lange die Autos bleiben sollen, ist noch unklar. Zwei Jahre lang wären die Parkplätze laut aktueller Planung noch frei. Dann endlich, soll der BER in Betrieb gehen - mit neun Jahren Verspätung.

Das einstige Prestigeprojekt steckt seit Jahren in der Krise: Mehrere Eröffnungstermine scheiterten an Baumängeln, Planungsfehlern und Technikproblemen.

Aber auch Volkswagen hat Probleme: Der Autobauer wird durch den Prüfstandard WLTP ("Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure") auf eine harte Probe gestellt. Denn mehr als 260 Getriebe-Motorkombinationen müssen ab 1. September mit verbindlichem Standard neu gemessen und zugelassen werden. Der Konzern kommt aber nicht mit den Messungen hinterher.

Wo VW seine illegalen Diesel parkt

In den USA sammelt Volkswagen auf riesigen Halden tausende Autos. Sie warten darauf, umgerüstet und weiterverkauft zu werden - oder verschrottet. Von Thierry Backes, Denver mehr...