Pharmakonzern Bayer will 12 000 Stellen streichen

  • Bayer will im Rahmen eines Konzernumbaus 12 000 der weltweit rund 118 000 Arbeitsplätze abbauen.
  • Ein "signifikanter Teil" davon entfällt auf Deutschland. Dieser Abbau solle allerdings "sozialverträglich erreicht werden".

Bayer verordnet sich nach der Übernahme des US-Agrarkonzerns Monsanto einen umfangreichen Konzernumbau und will weltweit 12 000 der insgesamt 118 000 Arbeitsplätze streichen. Ein bedeutender Anteil davon werde in Deutschland wegfallen, teilte das Unternehmen mit.

Der Konzern will sich unter anderem vom Geschäft mit der Tiermedizin verabschieden, dazu würden die Optionen geprüft. Auch Geschäfte mit einigen rezeptfreien Produkten sollen wegfallen. So werde geprüft, wie man sich von den Bereichen Sonnenschutz mit der Marke Coppertone und Fußpflege mit der Marke Dr. Scholl's trennen könnte.

Betriebsbedingte Kündigungen werde es zumindest in Deutschland aber nicht geben, berichtete tags zuvor das Handelsblatt. Hier gelte der Vertrag zur Standortsicherung, den der Konzern mit den Arbeitnehmervertretern bis Ende 2020 abgeschlossen hatte. Für die Sparte Consumer Health, die ihren Sitz in Basel in der Schweiz hat, gelte dies allerdings nicht.

Der Bayer-Betriebsrat hatte bereits im Oktober Sorgen hinsichtlich der Beschäftigungssituation bei dem Unternehmen geäußert und langfristige Sicherheit auch über 2020 hinaus gefordert. Der Vorstand müsse auch klarstellen, welche Folgen die mit der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto angekündigten Einsparungen für die Beschäftigten hätten.

Die Aktie reagierte zunächst positiv auf die angekündigten Sparmaßnahmen. Doch kurz darauf rutschten die Papiere ins Minus. Die Anleger störten sich vor allem an den hohen Abschreibungen, hieß es. Im laufenden Quartal kommen auf Bayer Abschreibungen aus den Sparten Consumer Health und Pharmaceuticals in einer Größenordnung von 3,3 Milliarden Euro zu.

9300 Klagen wegen Glyphosat

Bayer-Chef Werner Baumann will Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat unter allen Umständen verteidigen - und übt Medienschelte. Die vielen Klagen werden den Konzern auf Jahre beschäftigen. Von Elisabeth Dostert mehr...