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Atomkraft - Mülheim-Kärlich:Schlussphase beim Abriss des AKW-Kühlturms Mülheim-Kärlich

Mülheim-Kärlich (dpa/lrs) - Der Abriss des AKW-Kühlturms in Mülheim-Kärlich nahe Koblenz neigt sich dem Ende zu: Der 80 Meter hohe Restturm soll kontrolliert in sich zusammenfallen. Dafür "werden zur notwendigen Vorschwächung des Bauwerks an vorab festgelegten und markierten Stellen Schlitze in die Kühlturmschale gesägt", teilte der Energiekonzern RWE am Donnerstag mit.

Diese Vorbereitungen liefen in den kommenden Wochen. Der eigentliche Abbruchtag mit der Entfernung besonderer Turmstützen durch einen ferngesteuerten Bagger stehe noch nicht fest. Eine Wand von Containern werde den Lärm und Staub auf ein Minimum verringern. Die Anwohner sind laut RWE zeitnah zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Schon seit 2004 läuft der Rückbau des gesamten AKW Mülheim-Kärlich - und er wird sich laut Planung noch etwa zehn Jahre hinziehen. Der ursprünglich 162 Meter hohe Kühlturm war zunächst von einem Abrissroboter auf 80 Meter Höhe verkürzt worden. Der umgebaute ferngesteuerte Bagger mit Seitenstreben hatte sich seit 2018 in einem weltweit wohl einmaligen Verfahren oben immer im Kreis auf der dünnen Betonwand des Kühlturms bewegt und diese mit einer zackenbewehrten Zange abgeknabbert. Wegen der schräg geneigten Bauweise der unteren Turmhälfte konnte er schließlich nicht mehr gut weiterfahren.

Umgerechnet 3,5 Milliarden Euro hat der AKW-Bau einst gekostet. Im Betrieb war der Reaktor nur 13 Monate. Bereits 1988 ging er nach einer Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom Netz. Bei den Planungen war die Erdbebengefahr nicht ausreichend berücksichtigt worden. Die Abrisskosten veranschlagt RWE auf rund eine Milliarde Euro. Der Energieriese zahlt - indirekt aber auch die Stromkunden.