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Arbeitsministerium:Zwei- und Vier-Stunden-Tage für Langzeitarbeitslose?

In dem Interview bestätigte die Politikerin, dass sie auch ein zusätzliches Bundesprogramm auflegen wird. Dies solle helfen, Langzeitarbeitslose, die ohne Berufsabschluss und schon Jahre ohne Arbeit sind, in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt dabei nach ihren Angaben bis zum 18. Monat bis zu 75 Prozent des Lohns. Für das Programm sollen 885 Millionen Euro zur Verfügung stehen, wovon etwa 470 Millionen aus dem Europäischen Sozialfonds, also aus EU-Mitteln, kommen. "Wir wollen dabei bis 2019 etwa 33.000 Menschen fördern. Das Programm soll im ersten Quartal 2015 anlaufen", kündigte Nahles an. Dabei solle den Langzeitarbeitslosen ein Coach zur Seite gestellt werden, "der sie beim Einstieg ins Berufsleben eng begleitet".

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Modellversuche hätten gezeigt, dass dies der Schlüssel sein könne, um zu verhindern, dass viele von ihnen ihre Arbeit nach einigen Monaten abbrechen. "Wir denken außerdem daran, den Neustart ins Berufsleben in Stufen von zum Beispiel zwei, vier oder sechs Stunden pro Tag zu erleichtern, damit die Leute nicht gleich vor Acht-Stunden-Tagen stehen, sondern schrittweise wieder zurückfinden in den Arbeitsalltag", sagte die SPD-Politikerin. In Deutschland sind gut eine Million Menschen seit mehr als einem Jahr auf Jobsuche und damit langzeitarbeitslos.

"Ich werde weiter emsig sein"

Ihr Paket will die Ministerin womöglich zusammen mit den geplanten Vereinfachungen im Hartz-IV-Recht auflegen. Dies böte sich an, sagte sie. Es sei "unstrittig, dass wir im Hartz-IV-System zu viele unterschiedliche Einzelregeln haben, die Mitarbeiter ablenken und binden. Leider führt dies zu Fehlern, die nicht nötig sind. Wir haben zu viele Gerichtsurteile gegen Jobcenter, auch zu viele, die wir verlieren." Ziel müsse es sein, die Leute da einzusetzen, wo sie wirklich gebraucht werden, also in der Ansprache, in der Vermittlung, in der Unterstützung.

Auf die Frage, ob sie trotz des Widerstands der Wirtschaftsverbände an ihren Gesetzesplänen festhalte, sagte sie: "Ich empfehle einen Blick in den Koalitionsvertrag. Der ist Grundlage meiner politischen Arbeit. Dabei bleibt es auch im kommenden Jahr, wenn wir zum Beispiel den Missbrauch von Werkverträgen angehen. Ich werde weiter emsig sein."