Altersvorsorge Warum man seine Lebensversicherung nicht kündigen sollte

Wer über einen gewissen Zeitraum die Zahlungen in die Lebensversicherung nicht leisten kann, hat die Möglichkeit, diese einfach zu pausieren.

(Foto: dpa)

Wem seine Police zu teuer wird, der kündigt häufig den Vertrag. Doch das lohnt sich fast nie. Diese Alternativen sollten Sparer kennen.

Von Sara Zinnecker, Finanztip

Wer seine Lebensversicherung kündigt, zahlt eigentlich immer drauf: Sparer verlieren ihre Abschlusskosten und verzichten auf den Bonus zum Laufzeitende. Bei Verträgen aus den Neunzigerjahren fällt außerdem eine gute Sparverzinsung weg - und bei Verträgen ab 2008 kommt sogar noch eine Stornogebühr hinzu.

Umso wichtiger ist es, dass Sparer wissen, welche Alternativen es zur Kündigung gibt. Die Entscheidung hängt vor allem davon ab, was der Grund für die Beendigung des Vertrages ist.

Wer langfristig mehr Geld benötigt: verkaufen

Vielleicht haben sich die Lebensumstände geändert, vielleicht soll ein Kredit getilgt werden: In beiden Fällen ist es empfehlenswert, die Lebensversicherung zu verkaufen. Spezielle Policen-Ankäufer bieten ein paar Prozentpunkte mehr für den Vertrag als die Versicherung. Da sie den Vertrag bis zum Ende weiterführen und wollen, dass sich das Geschäft lohnt, kaufen sie in der Regel nur ältere Verträge, die noch 2,25 Prozent oder mehr garantierte Verzinsung aufweisen.

Wer nur einen finanziellen Engpass überbrücken muss: beleihen

Wer spontan Geld braucht, später aber wieder finanziellen Spielraum hat, sollte nicht vorschnell handeln. Eine Lebensversicherung aus den Neunzigerjahren zu kündigen oder zu verkaufen, wäre ein Fehler. Dafür sind die Garantiezinsen zu gut, die Auszahlung gibt es häufig steuerfrei.

Besser ist es in dem Fall, den Vertrag zu beleihen. Einige Banken gewähren sogenannte Policendarlehen. Das ist ein Darlehen in der Höhe des Werts der Lebensversicherung. Das lohnt sich für alle, die den Darlehensbetrag am Ende einer vereinbarten Zeit auf einmal zurückzahlen können. Allerdings sind die Zinsen für ein Policendarlehen häufig höher als bei einem Ratenkredit. Es ist also sinnvoll, zu prüfen, ob nicht auch ein regulärer Ratenkredit infrage kommt - vor allem für diejenigen, die regelmäßig Beträge tilgen können.

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Wer Beiträge einsparen muss: freistellen

Wer über einen gewissen Zeitraum die monatlichen Zahlungen in die Lebensversicherung nicht leisten kann, hat die Möglichkeit, sie einfach zu pausieren. Im Fachjargon: den Vertrag beitragsfrei stellen. Alternativ können Sparer ihre Beiträge manchmal auch aus Überschüssen begleichen.

Auch dauerhaft lassen sich Verträge beitragsfrei stellen: Sparer setzen die Zahlungen ein für alle Mal aus und warten auf die Auszahlung, bis sie in Rente gehen. Das lohnt sich immer dann, wenn der Vertrag vor 2005 abgeschlossen wurde. Er hat dann eine gute Sparverzinsung und Sparer bekommen die Auszahlung steuerfrei.

Wer einen zu teuren Vertrag vermutet: prüfen und eventuell kündigen

Wer glaubt, dass der eigene Vertrag unrentabel ist, sollte dies zunächst mit Hilfe eines passenden Rechners prüfen. Stellt sich heraus, dass der Vertrag tatsächlich zu teuer ist, sollten Sparer zunächst versuchen, ihn zu verkaufen. Bei denjenigen, die ihren Vertrag erst in den vergangenen drei Jahren abgeschlossen haben, ist ein Verkauf jedoch nicht möglich - ihnen bleibt nur die Kündigung.

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