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Airbus:Rückendeckung für das Sorgenkind

Nichts als Probleme bereitet der Militärflieger A400M dem EADS-Konzern. Jetzt meldete sich der größte Auftraggeber zu Wort - die Bundesregierung.

Trotz der zahlreichen Probleme hält die Bundesregierung weiter an der Anschaffung des Militärtransporters Airbus A400M fest. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe, sagte, der vom Airbus-Mutterkonzern EADS entwickelte Transporter werde gebraucht. Man habe sich auf eine "größere Verzögerung" eingestellt. Wichtig sei dabei nicht der Erstflug, sondern der Liefertermin.

EADS, Airbus, ddp

Der Militärflieger

A400M

ist das Sorgenkind des Airbus-Konzerns.

(Foto: Foto: ddp)

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel zufolge steht der A400M möglicherweise vor dem Aus. Die europäische Rüstungsbehörde Occar habe die an dem Milliardenprojekt beteiligten Länder daran erinnert, dass sie den Kaufvertrag am 31. März kündigen können, berichtet das Nachrichtenmagazin. Mit dem ursprünglich für Januar 2008 geplanten Erstflug der Maschine sei ein "kritischer Meilenstein" nicht erreicht worden.

Sarkozy bedrängt Merkel

Falls der Konzern nicht bald darlege, wie und wann er die Probleme zu lösen gedenke, werde im Berliner Verteidigungsministerium über die Beendigung des Vertrags beraten, schreibt das Magazin. Ministeriumssprecher Raabe sagte jedoch, das Ministerium sei nicht bereit, vertragliche Ansprüche aufzugeben. Würde das Kündigungsrecht ausgeübt, müsste der Flugzeugbauer innerhalb von 60 Tagen Anzahlungen in Milliardenhöhe zurückerstatten.

Der Spiegel schreibt weiter, im Verteidigungsministerium werde erwartet, dass Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bedrängen werde, am A400M festzuhalten, selbst wenn er weit später komme, weniger leiste und noch mehr koste. Deutschland hat als größter Auftraggeber 60 Maschinen für gut acht Milliarden Euro bestellt. Paris will 50 kaufen. Insgesamt liegen 192 Aufträge aus neun Nationen im Wert von gut 20 Milliarden Euro vor.

Der Airbus A400M soll nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern den veraltenden Bestand an Transportflugzeugen ersetzen. Größtes Transportflugzeug ist bisher die Transall. Die A400M ist mit vier Turboprop-Triebwerken ausgestattet, kann im Vergleich zu seinen Vorläufern eine höhere Nutzlast tragen und hat eine größere Reichweite. In Serie sollte der A400M schon 2008 gehen.

© sueddeutsche.de/dpa/tob

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