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Outdoorkochen:Endlich mal raus in die Küche

Sebastian Herkners Module "block" setzen auf simplen Chic.

(Foto: Kaufmann)

Nur ein großer Grill reicht nicht mehr, der versierte Küchenprofi richtet sich heute eine perfekte Außenküche ein.

Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland ein Geräusch, das es vorher nicht gab. Es ist das Kesseln der Kugelgrills, das an Sommerabenden durch die Straßen der Speckgürtel und Kleinstädte scheppert - der Soundtrack der semiprofessionellen Grillbegeisterung, die das Land erfasst hat. Die dafür maßgeblich verantwortliche US-Firma Weber-Stephen wurde gerade mit dem German Brand Award ausgezeichnet, und zwar als "eine der Top-Marken Deutschlands, der es gelungen ist, den Grill vom praktischen Tool zum kultigen Lifestyle-Produkt aufsteigen zu lassen".

So muss man es wohl nennen, dass Baumärkte heute Boutique-Flächen für Grills ausweisen und aus dem fröhlichen Versuch, Fleisch anzukokeln, ein Statusgebaren geworden ist, inklusive Fortbildungskursen und Sekundärliteratur. Trotz der zweistelligen Zuwachsraten, die die Marktforscher vom Institut IFH seit Jahren für den Grillbereich vermelden, schätzen sie aber auch, dass bald eine Kugelgrill-Sättigung erreicht sein dürfte. Deswegen wohl taucht im Grillmarketing zunehmend die Outdoorküche auf.

Die Außenküche hat einen Haken: das Übergangsklima

Das damit bezeichnete Mobiliar hat nicht viel mit dem zu tun, was man vielleicht in Südamerika oder auch Südeuropa unter einer Außenküche versteht. Wo man eben dank oder wegen der klimatischen Vorzüge seit jeher draußen kocht, im Schatten einer Pergola und mit natürlicher Abluft. Alter Herd nebst Plastikstühlen, dünnem Hund und Dudelradio - so setzt sich meist die ehrliche Würde dieser eigentlichen Outdoorküchen zusammen.

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Nichts davon kann man sich aber neben den Objekten der Firma Gardelino vorstellen, die ein großes Sortiment für die hiesige Freikoch-Kultur versammelt. Gleich auf der Startseite des Shops wird zum Beispiel ein formschöner Klotz aus Sichtbeton gezeigt, der ein erstaunliches Innenleben hat: Induktionsgrill, ausziehbare Teak-Arbeitsfläche, 90-Liter-Kühlschrank und ein Durchlauferhitzer unterm Wasserhahn. Der Monolith ist 700 Kilo und 28 560 Euro schwer. Ein Kran muss diese Drittküche an ihren Platz im Vorgarten hieven und zwar am besten in einen "geschützten Outdoorbereich", in dem vorher für Wasser- und Abwasseranschluss, Beleuchtung und tragfähiges Fundament gesorgt wurde.

Aus der simplen Idee "draußen essen" kann also eine veritable Baustelle werden. Der Hinweis auf den "geschützten Outdoorbereich" deutet auch darauf hin, dass die Sache doch einen Haken hat und zwar in Form des Übergangsklimas, das hier neun Monate im Jahr nicht zu verleugnen ist. Weder Kühlschrank noch die anderen Geräte fühlen sich im Winter draußen besonders wohl, deswegen neigen die Pragmatiker unter den hiesigen Außenköchen statt zur edlen Holzarbeitsfläche auch oft zur schnöden Terrakottafliese auf dem Arbeitstisch.

Betonsegmente mit Ablage schlägt die Firma Wwoo für den Garten vor.

(Foto: Bas Oosterwal)

Vernünftig oder nicht, die Außenküche ist ab diesem Sommer wohl endgültig das, was der Schwimmteich vor einigen Jahren war - Lieblingsvision von Eigenheimbesitzern. Sie gehört damit zum Großtrend der Gartenmöblierung, der sich auf den Messen in vielen wasserfesten Sofalandschaften, puristischen Gartenduschen und pfiffigen Lampen für Wiese, Kies und Terrasse bemerkbar macht. Eine Küche ist bei dieser Verhäuslichung des Draußen nur ein weiterer, ziemlich großer Schritt.