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Tipps zum Grillen:Von A wie Anwohner bis Z wie Ziegenkäse

30 Grad, endlich! Jetzt kennen viele nur noch eine Art des Abendessens. Sieben Tipps für den perfekten Grillabend.

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Die richtige Marinade

Kein Spiritus und am besten Filet - Tipps fürs sichere Grillen

Quelle: dpa-tmn

Marinaden aus dem Supermarkt klingen oft lecker, versprechen in leuchtenden Farben ein intensives Geschmackserlebnis, enttäuschen dann aber oft. Besser: selbst marinieren - etwas Vorlauf vorausgesetzt. Denn sechs bis acht Stunden braucht das eingelegte Fleisch mindestens, um die Aromen aufzunehmen.

Rezept: schnelle Biermarinade

Einen nicht zu dünnen Marinadenbrei aus drei gehackten Knoblauchzehen, 200-300 Millilitern mittelscharfem Senf, 200 bis 250 Millilitern Schwarzbier, ein bis zwei Esslöffeln Worcestersauce, zehn Gramm Salz und einem Gramm frisch gemahlenem Pfeffer anrühren. Das Fleisch einlegen und mindestens zwei Stunden im Kühlschrank in einer verschlossenen Schüssel marinieren. Nach Geschmack können Sie zusätzlich Zwiebelringe zwischen die Fleischstücke legen.

Weitere Tipps und Rezepte für Marinaden und Soßen finden Sie hier.

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Die richtige Technik

Steak

Quelle: online.sdeleben

Ist es schon eine Herausforderung, ein einzelnes Steak à point zu grillen, grenzt die passable zeitgleiche Zubereitung von Würsten, Koteletts und Halloumi-Päckchen an die Unmöglichkeit.

Tipp: asymmetrisch Grillen

Dabei nutzt man unterschiedliche Hitzebereiche unter dem Rost. Dazu braucht es kein High-Tech-Thermometer. Einfach die Handinnenfläche über die Feuerstelle halten. Wenn es so heiß wird, dass man es nicht länger als drei Sekunden aushält, ist die richtige Temperatur zum Grillen erreicht.

Bevor man das Fleisch auf dem Gitter platziert, verschiebt man etwa drei Viertel der Glut in eine Ecke des Kohlekastens - so entstehen unterschiedliche Wärmezonen. Das Fleisch über dem heißen Bereich anbraten, anschließend über der kühleren Zone gar ziehen lassen. Dort lässt sich auch gegartes Grillgut warmhalten, bis alles fertig ist.

Weitere Technik-Kniffe finden Sie hier.

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Die richtige Wurst

Thüringen startet in die Grillsaison

Quelle: picture alliance / dpa

Die Wurst gehört nicht erst seit Uli Hoeneß zu den liebsten Nahrungsmittel der Deutschen. Besonders gesund ist Wurst allerdings nicht. Sie enthält viel Fett; roten Sorten ist das möglicherweise krebserregende Nitritpökelsalz zugesetzt. Auch Phosphat, das bei der Herstellung von feiner Bratwurst eingesetzt wird, hat nicht den besten Ruf. Was also tun?

Tipp: grobe Bratwurst kaufen

Es gibt eine einfache und preiswerte Alternative für alle, die ihre Wurst möglichst pur haben wollen: Kaufen Sie grobe Bratwurst. "Das ist die ehrlichste Wurst, die es gibt", sagt Claus Böbel, Metzgermeister aus dem fränkischen Rittersbach. "Sie ist nichts anderes als ein Fleischpflanzerl im Darm".

Lesen Sie hier weitere Tipps zum Einkauf von Bratwurst - und wie man Bratwurst selbst macht.

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Das richtige Gemüse

Tomaten auf Grill

Quelle: SZ

Zwar findet sich inzwischen in so gut wie jeder Runde mindestens eine Person, die vegetarisch isst; Vegetarisch grillen bestand jedoch für viele Grillmeister lange Zeit darin, ihren Gästen Maiskolben oder Paprika-Feta-Päckchen auf den Rost zu legen. Bis in den Supermärkten das Sortiment an wurstähnlichem Grillgut explodierte. Nur sind Soja-Kotelettes mit Bacon-Geschmack nicht unbedingt das, wonach sich Vegetarier sehnen. Es geht auch deutlich kreativer:

Rezept: Überraschungsei

Vier Tomaten aushöhlen, Tomatenfleisch mit einem Mixer pürieren. 30 Gramm Grünkernschrot in einer Pfanne rösten und mit etwas Gemüsebrühe angießen. Die enstandene Masse mit dem Tomatenfleisch vermengen und 70 Gramm geriebenen Gouda untermischen. Die Füllung mit Kräutern und Paprikapulver würzen und in die ausgehöhlten Tomaten füllen; auf jede Tomate ein Ei schlagen. Mit ein bisschen Salz bestreuen und auf den Rost setzen. Am besten werden die Tomaten 30 bis 40 Minuten lang bei geschlossenem Deckel indirekt gegrillt.

Bild und Rezept: Fire & Food

Weitere vegetarische Grillrezepte finden Sie hier.

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Der richtige Käse

Veggie-Grillbuch

Quelle: Veggie-Grillbuch

Auch wer für seine vegetarischen Gäste auf Käse zurückgreift, muss es nicht bei Feta belassen.

Rezept: Ziegenkäse im Walnussmantel

80 g gehackte Walnusskerne mit 70 g braunem Zucker in einen tiefen Teller geben und gut mischen. Ein Ei in einem Teller mit einer Gabel verquirlen. Acht Ziegenkäsetaler zuerst durch das Ei ziehen, am Rand die überschüssige Flüssigkeit abstreifen, dann in der Walnuss-Zucker-Mischung wälzen. Acht Stücke Alufolie bereitlegen. Jeweils einen Käsetaler auf ein Stück Alufolie legen und die Folie zusammenfalten. Den Ziegenkäse fünf Minuten auf den heißen Grill legen.

Bild und Rezept: Veggie-Grillbuch.

Weitere Ideen fürs Grillen mit Käse finden Sie hier.

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Das richtige Rezept

Kochnische grillblog yakitori rezept

Quelle: Christina Metallinos

All die ausgefeilten Zubereitungsarten für Fleisch und Gemüse sind gut und schön, wenn es Samstagmorgen ist und ein langes Grillwochenende vor einem liegt. Doch was, wenn der spontane Grillabend erst später am Abend zustande kommt? Für liebevolles Marinieren bleibt dann keine Zeit. Außer, man bedient sich dieses schnellen Rezepts:

Rezept: Yakitori-Spießchen

Holzstäbchen in eine flache Schale Wasser legen, komplett bedeckt. 140 ml Mirin (japanischer Reiswein, alternativ: lieblicher Weißwein), 90 ml helle Sojasauce und 1 EL Zucker in einem kleinen Topf verrühren, aufkochen und etwa zehn Minuten einkochen lassen, bis die Sauce sirupartig eindickt. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen. 4-5 Frühlingszwiebeln putzen und den weißen Teil in 2,5 cm lange Stücke schneiden. 300 Gramm Hühnerbrustfilet in Würfel teilen. Spießchen aus dem Wasser holen, Hühnerbrustfilet und Frühlingszwiebel abwechselnd aufspießen.

Auf den heißen Grill ca. sieben Minuten grillen, dabei vier- bis fünfmal die Spieße mit der Sauce bestreichen.

Lesen Sie hier, wie Sie eine vegetarische Yakitori-Variante zubereiten können.

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Der richtige Rahmen

Grillen

Quelle: misterQM / photocase.com

Sie sind umgezogen und wollen es sich nicht gleich mit den Nachbarn verscherzen? Und gleichzeitig nicht auf den Grillabend zur Einweihung des neuen Balkons verzichten? Und sich deswegen der juristischen Regeln vergewissern? Die rechtliche Situation ist kompliziert.

Tipp: Kompromisse suchen - oder neue Grillplätze

Wie oft Mieter grillen dürfen, darüber herrscht Uneinigkeit bei deutschen Gerichten. In Urteilen wird hier vier-, dort 20-mal jährlich als angemessen angesehen. "Ich denke, man kann sich auf einmal Grillen pro Monat verständigen", sagt Dorothea Modler, Juristin beim Mieterverein München. Bei maximal fünf Grillabenden im Jahr käme man bei einem Sechs-Parteien-Haus in der Theorie immerhin auf 30 Abende, wenn jeder an unterschiedlichen Tagen den Grill anheizt. Wer jeden Ärger vermeiden will, packt einfach Grill und Freunde ein und zieht an ausgewiesene Grillplätze.

Hier finden Sie weiter Hinweise und Tipps zum juristisch korrekten Grillen.

© Süddeutsche.de/leja/jana/rus

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