Haben & Sein:Da geht einiges

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(Foto: Maja Hitij/Getty Images)

Chanel zwischen Couture und Kirchweih, rasend schnell ausverkaufte Sneaker, Gläser für mondäne Trinkgelage und der richtige Glow für Handtaschen - die Stilnews der Woche.

Von Janina Link, Tanja Rest und Silke Wichert

Hmmm, wann hat man zuletzt weiße Strumpfhosen angehabt...? Richtig, es muss der Weiße Sonntag gewesen sein, sprich Erstkommunionskind auf dem Weg zum Altar. Kleidchen, Strümpfe, Lackschuhe und Blütenfrisur unisono in Weiß, man fühlte sich sehr jungfräulich und wahnsinnig prinzessinnenhaft. In der Mode jenseits der Brautmode ist einem das weiße Nylon dann eher selten begegnet - bis es bei Chanels Couture-Show im Januar quasi Kirchweih feierte. 56 weißbestrumpfte Looks! Das sah ein bisschen seltsam aus, aber unbestreitbar neu, und um nichts anderes geht es hier schließlich. Seither begegnen einem weiße Damenbeine jedenfalls auch auf Instagram. Ein schwieriger Look, pendelt er doch immer zwischen Weißem Sonntag und Orthopädie, die Jahre dazwischen nonchalant auslassend. Wer ihn dennoch probieren will, sollte sich an Kristen Stewart orientieren: nichts Buntes zu weißen Nylons! Auf dem roten Berlinale-Teppich erschien sie vergangene Woche in einem Outfit aus eben jener Chanel-Kollektion, Strumpfhosen inklusive, und das sah doch sehr vielversprechend aus. Kann aber auch an Kristen Stewart gelegen haben. Der edle Strumpfriese Wolford hat den Look natürlich im Programm, und zwar in glänzend. Wennschon, dennschon. (Wolford Shiny Sheer, 50 Euro)

Fashion Flitzer

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(Foto: New Balance x Miu Miu)

Der kurze "Storecheck" gehört zur saisonalen Tradition während der großen Modewochen. Ein Vielfaches an Modebegeisterten ist schließlich in der Stadt, und die sind nicht nur zum Arbeiten da. Bei welchem Label ist der Laden also rappelvoll? Wo herrscht bedrückende Leere? Das Ganze dient natürlich auch als gute Ausrede für alle Redakteure und Stylisten, unbedingt mal bei den einschlägigen Läden vorbeizuschauen, um hautnah den Grad der Begehrlichkeit zu fühlen. Vorläufiger Zwischenstand nach London und Mailand: In der britischen Hauptstadt war tatsächlich bei Burberry auf der Bond Street erstaunlich viel los, in Mailand auf der Montenapoleone herrschte bei Ferragamo Riesenandrang - allerdings wurde dort auch das neue Storedesign eingeweiht.

Insgesamt aber tummelten sich nirgends so viele Kaufwillige wie bei Miu Miu. Miuccia Prada hat zusammen mit der Stylistin Lotta Volkova aktuell den einzigen wirklichen Hype am Laufen. Die Workwearjacken, Polos und ultrakurzen Röcke sind offensichtlich genau das, was junge Mädchen gerade tragen wollen. Jetzt dürfte der Andrang noch größer werden: Die nächsten "New Balance x Miu Miu"-Modelle kommen gerade in die Läden. Der Laufschuh-Klassiker 530, aber mit ultradünner Sohle, unterschiedlichen Schnürsenkeln und leicht abgewandelten Proportionen. Online ist die hellbraune Wildlederversion trotz eines Preisschildes von 850 Euro schon ausverkauft, wer einen der dunkelbrauen ergattern will, sollte schnell sein (miumiu.com).

Cheers zu mondänen Trinkgelagen

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(Foto: Blankstill)

Die Idee für diese auffälligen Trinkgläser ist tatsächlich in der Praxis, nämlich bei einer Dinnerparty in Berlin entstanden. Denn die fünfköpfige Freundesgruppe, die hinter dem Label Blankstill steckt, traf sich regelmäßig zu gemeinsamen Koch- und Essabenden und hegte dabei irgendwann den Wunsch, ihrer Tischdekoration das gewisse Extra zu verleihen. Dafür gründeten sie kurzerhand die Marke Blankstill und machten sich an die Entwicklung von Tableware, die zu mondän-wilden Gelagen passt. Erstes Ergebnis ist nun diese Kollektion aus sechs einzigartigen Gläsern in verschiedenen Farben, die stilvoll ineinander verlaufen. Sie sind ein ziemlicher Hingucker und damit viel mehr als nur funktionales Geschirr. Gefertigt werden die Gläser in Polen, wo sie von Hand geblasen und gefärbt werden. Wer sich nicht vorstellen kann, dass derart poppige Objekte gut auf einen fein gedeckten Tisch passen - auf der Website des Berliner Labels werden die 27 Euro teuren bunten Gläser auf Bildern gekonnt in Szene gesetzt, passend zum Motto "All of our glasses love each other, no matter the color".

Auch Handtaschen wollen "den Glow"

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(Foto: Glowbag)

Warum putzen und cremen die meisten Menschen eigentlich ihre (falls noch vorhandenen) Lederschuhe, während Handtaschen - die ebenfalls aus Leder und häufig viel wertvoller sind - selten bis nie gepflegt werden? Womöglich liegt es daran, dass es kaum Produkte extra für Taschen gibt und viele so gar nicht auf die Idee kommen, ihnen mal etwas Gutes zu tun. Die neue Marke Glowbag will genau das ändern und hat gerade eine eigene Lederkosmetikserie auf den Markt gebracht, milder Reinigungsschaum und pflegender Conditioner plus Rosshaarbürste zum Einarbeiten. Der Gründerin Janine Fichna fiel auf, dass die meisten herkömmlichen Pflegeprodukte Wachse, chemische Komponenten oder Alkohol enthalten, die für die oft empfindlichen Kalbs-, Ziegen- oder Lammleder gar nicht geeignet waren. Ihre Produkte sind deshalb wasserbasiert und enthalten natürliche Inhaltsstoffe wie Orangenschalenextrakt, Soja und Lanolin. Der "Cleaner" soll Schmutz und Staub effektiv lösen, der Conditioner dem Leder seinen "Glow" zurückgeben und vor Verschmutzungen und Feuchtigkeit schützen. Warum ein gelegentlicher Spa Day, wie Fichna es nennt, heute noch einmal mehr Sinn ergibt? Handtaschen sind längst auch Anlageobjekt, die richtige Pflege erhöht also den Wiederverkaufswert (64,99 Euro über glowbag.de oder bei Breuninger).

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