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Kurz gesichtet:Mit Vergnügen

Nachhaltige Mode von A bis Z: Das zumindest verspricht Stella McCartney in ihrem "Sustainability manifesto".

(Foto: Hersteller)

Stella McCartney präsentiert ein Manifest für nachhaltige Mode, aus Zürich kommen besonders hübsche Vorhänge für das Kinderzimmer - und wie es Karl Lagerfelds Katze geht, ist auch endlich geklärt

Von Anne Goebel, Julia Rothhaas, Max Scharnigg und Silke Wichert

Vorausschauen in Corona-Zeiten, das ist ein schwieriges Unterfangen. Was für eine Art von Mode werden wir kommendes Frühjahr gerne tragen, welche Farbe wird uns gefallen? Schwer zu sagen. Da ist es natürlich günstig, wenn eine Marke noch eine übergeordnete Botschaft zu bieten hat, so wie Stella McCartney. Das Label der Britin hat lange vor anderen auf Umweltverträglichkeit und ressourcenschonende Herstellung gesetzt - und als jetzt in Paris die Entwürfe für den nächsten Sommer gezeigt wurden, besann sich McCartney sozusagen auf ihre zweite Kernkompetenz. Sie präsentierte, neben ihrer Kollektion, ein "Sustainability Manifesto": Das alphabetisch geordnete Glaubensbekenntnis zu grüner und haltbarer Mode, also dem Gegenteil zu Fast Fashion, wurde in Zusammenarbeit mit Künstlern wie Jeff Koons und Cindy Sherman entwickelt. So hat etwa für T wie "timelessness" (Zeitlosigkeit) der Fotograf William Eggleston das Bild eines entsprechend geformten Straßenschilds bei Nacht beigesteuert. Für Wiederverwendung ("repurpose") steht eine Arbeit der amerikanischen Künstlerin Taryn Simon. Das sind große Namen, der Begriff Manifesto klingt ambitioniert - aber McCartney ließ bei einer Video-Pressekonferenz wissen, dass sie auch Zweifel habe. "Manchmal weiß ich selbst nicht genau, was nachhaltig eigentlich heißt." Es gebe viel Unsicherheit und zu viel Greenwashing in ihrer Branche. Der Fokus ihres Labels liege auf Müllvermeidung und recycelten Materialien wie etwa bei den breitsohligen Flipflops für nächsten Sommer. Die Farben: Pink, Korallenrot, Cremeweiß. Also eindeutig optimistisch (stellamccartney.com).

Spielerisch buchstabieren: Kindervorhang von ZigZag Zürich.

(Foto: Hersteller)

Seit ihrer Gründung im Jahr 2013 verstehen sich die jungen Stoffhändler von ZigZag in Zürich als Teil der Künstler-Community und richten ihr Sortiment ganz unter kreativen Gesichtspunkten aus: Aufstrebende Künstler designen für das Label hochwertige Decken oder Bettwäsche, und die Heimtextilien aus der Schweiz werden dank dieser farbenfrohen Editionen ziemlich einzigartig und auf jeden Fall immer instagrammable. Die Kunst zum Kuscheln gibt's aber nicht nur für Erwachsene: Mit neuen Vorhängen sorgt die Schweizer Manufaktur jetzt auch für vergnügliche Verdunkelung im Kinderzimmer. Die exklusiven Illustrationen dafür, wie etwa die "Alphabet City" von Natalie Born (Foto), werden in Italien auf die Stoffe gedruckt und sind auch in extremen Breiten von bis zu fünf Metern verfügbar. Passende Bettwäsche gibt es auch, darunter eine mit Zeichnungen, die Berliner Schulklassen unter Anleitung der Textildesignerin Sophie Probst angefertigt haben. Mehr zu sehen unter: zigzagzurich.com

Auch für anspruchsvollste Katzen geeignet: Hängematte von Lucy Balu.

(Foto: Hersteller)

Was wird aus Choupette? Das war die drängende Frage, die die Welt nach Karl Lagerfelds Tod im Februar 2019 beschäftigte. Gestritten wurde auch gleich um ihre Markenrechte, weil so ein weltbekanntes Haustier mit einem 70000-Follower-Instagram-Account schließlich ein ganz schön fluffiger Influencer ist. Spätestens jetzt wissen wir: Es geht der Dame blendend, sie hat nämlich einen neuen Lieblingsplatz, die Hängematte von Lucy Balu, die seitlich an der Wand befestigt wird. Das Münchner Start-up für Katzendesignermöbel hatte dem Agenten (!) von Choupette ein Modell der "Swing" zukommen lassen. Katze und Manager waren begeistert, und so wurde gleich mal eine gemeinsame limitierte Sonderedition in grauem Filz auf den Markt gebracht. Die Designer können ihr Glück derweil kaum fassen, ist ja nicht einfach, an so eine Top-Mieze heranzukommen. Auf Instagram sieht man sie elegant darin abhängen. Der passende Slogan: Chillen wie Choupette (159 Euro, www.lucybalu.com).

Es heißt, manche Menschen würden nur in die Kirche gehen, weil es da so schön nach Weihrauch riecht. Nun können sie das getrost lassen, denn das Aroma gibt es jetzt auch als Raumduft für daheim. In Österreich habe es Tradition, Gäste mit diesem warmen Wohlgeruch zu begrüßen, so die Naturkosmetik-Pionierin Susanne Kaufmann aus Vorarlberg. Deswegen steuert das luftgetrocknete Gummiharz nun die Basisnote bei im neuen "Balancing Room Diffuser". Der Weihrauch soll die Stimmung daheim heben und für Ausgeglichenheit sorgen, ergänzt wird die Mischung durch Patschuli (soll Stress lindern und Ängste nehmen) sowie Ylang-Ylang, das entspannend wirken soll. Gute Stimmung daheim - das kann in den kommenden langen Wintermonaten nur helfen, wenn die Gästezahl auf ein Minimum beschränkt ist. Der Duft in der Flasche aus recycelbarem Glas entweicht über Holzstäbchen, die ihn gleichmäßig im Raum verteilen (limitierte Auflage, 250 ml für 82 Euro, susannekaufmann.com).

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