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Jane Fonda wird 80:Galaktisches Sexsymbol und Vorzeige-Turnerin

Jane Fonda protestierte gegen den Vietnam-Krieg. Und machte hautenge Leggings zu Stulpen und Stirnband gesellschaftsfähig. Eine Hommage in Bildern.

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Jane Fonda attending the Our Souls at Night premiere at the 74th Venice International Film Festival

Quelle: imago/Future Image

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Sie stiehlt noch mit 80 ihren jüngeren Konkurrentinnen die Schau: Jane Fonda beim diesjährigen Filmfestival in Venedig. Die Haare trägt sie sportlich kurz - daran hat sie in den vergangenen Jahren wenig verändert.

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Quelle: AFP

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Auch ihrem Stil ist die Schauspielerin stets treu geblieben: figurbetonte, zeitlose Schnitte, eher gedeckte Farben und kleine Hingucker, wie hier etwa der Ausschnitt unterhalb des Bustiers. Nicht viele Frauen ihres Alters können eine solche Robe tragen; trotzdem übertreibt sie es mit der Sexyness nicht und ist damit eine der wenigen Hollywood-Actricen, die in Würde - und makelloser Schönheit - vor den Linsen der Paparazzi altern.

ACTRESS JANE FONDA AFTER A PERFORMANCE OF THE VAGINA MONOLOGUES

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Hin und wieder zeigt sie sich auf dem roten Teppich auch in knalligen Farben, dann allerdings meistens als "Lady in red". Nicht nur der aerobicgestählte Körper, auch ihr Gesicht wirkt noch immer so makellos, dass der Kosmetikkonzern L'Oréal sie als Model verpflichtete.

Leute-News: Jane Fonda

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Ausschließlich natürlich ist das strahlende Aussehen der zweifachen Oscar-Preisträgerin indes nicht; dass sie auch künstlich nachgeholfen hat, ist kein Geheimnis. Sie sei die Tränensäcke unter den Augen leid gewesen, bekannte Fonda einmal im US-Fernsehen. Ihre Begründung für das seltene Bekenntnis: Sie schreibe ein Buch über das Älterwerden, da wolle sie dies nicht verschweigen. Zudem habe sie ein künstliches Kniegelenk und eine neue Hüfte.

Nimmt man Attraktivität als Maßstab, kann Jane Fonda mit ihren jungen Kolleginnen mithalten. Im Gegensatz zu ihrem äußeren Erscheinungsbild ist die US-Schauspielerin mit den Jahren charakterlich stärker und reifer geworden.

Feet Up

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Vor allem der frühe Tod ihrer Mutter und die Beziehung zu ihrem Vater prägte die 80-Jährige. In einem Interview mit Bunte verriet sie, ihr Vater, der Film- und Bühnenschauspieler Henry Fonda, habe ihr nie das Gefühl gegeben, gut genug für irgendetwas zu sein. Ihre Mutter litt unter psychischen Problemen. 1950 nahm sie sich wegen einer Affäre ihres Mannes mit einer wesentlich jüngeren Frau das Leben. Jane war da gerade zwölf Jahre alt.

Die spätere Stil-Ikone wuchs bei der Großmutter im US-Staat Connecticut auf. Die Schauspielerei lag ihr im Blut. Doch zunächst ging Jane nach Paris und versuchte sich unter anderem als Journalistin. Ende der 50er Jahre traf sie dann auf Lee Strasberg, den Gründer der berühmten New Yorker Schauspielschule Actors Studio, der ihr das Handwerk näherbrachte.

Jane Fonda

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Das belastete Verhältnis zu ihrem erfolgreichen Vater hatte maßgeblichen Einfluss auf Fondas Liebesbeziehungen. In einem Interview mit Bunte erzählt sie rückblickend: "Ich holte mir meine eigene Wertschätzung immer von den Männern in meinem Leben." Das Bild aus dem Jahr 1966 zeigt die damals 29-Jährige mit ihrem ersten Ehemann Roger Vadim, einem französischen Filmregisseur. Nach der Scheidung 1973 heiratete sie den Politiker Tom Hayden. Ihre dritte Ehe mit dem Multimilliardär und Medienmogul Ted Turner endete im Jahr 2001.

Barbarella

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1968 verhalf ihr die Hauptrolle als Fantasy-Pin-Up "Barbarella" zum Durchbruch. In dem erotiklastigen, bisweilen derben Kultfilm führte Fondas späterer Ehemann Roger Vadim Regie. Die Schauspielerin spielt eine leicht bekleidete, puppenhaft hübsche Astronautin des 41. Jahrhunderts, die die Vorzüge der Sexualität entdeckt. Durch "Barbarella" wird Fonda zum Sexsymbol und gilt von da an als Ikone für die sexuelle Befreiung.

They Shoot Horses

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In dem Drama "Nur Pferden gibt man einen Gnadenschuss" ist Jane Fonda mit üppiger Lockenmähne als Marathontänzerin zu sehen. Der Film handelt von einer jungen Frau in den Dreißigerjahren, Gloria, für die es um die eigene Existenz geht, die aber auf keinen Fall ihre Würde verlieren will. Fonda spielte die Gloria trotzig, wütend und selbstzerstörerisch - und bekam dafür ihre erste Oscar-Nominierung.

Den begehrten Preis gewann sie zweimal: Zum ersten Mal 1971 für ihre Rolle als Prostituierte in dem Film "Klute". Die Ponyfrisur, die sie sich dafür zulegte, wurde in den Siebzigerjahren millionenfach kopiert. Den zweiten Oscar bekam sie sieben Jahre später für "Coming Home", einer bitteren Auseinandersetzung mit den Folgen des Vietnamkrieges.

Im Bild: Jane Fonda and Michael Sarrazin in "Nur Pferden gibt man einen Gnadenschuss"

Jane Fonda wird 75

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Mit Anfang 40 entdeckt Jane Fonda neben dem Kino eine neue Herausforderung: die Überwindung des inneren Schweinehunds. Ihr Video "Jane Fonda's Workout" bescherte dem Aerobic-Trend 1982 den weltweiten Durchbruch. Junge Frauen stürmten die Fitnessstudios, um ihre Figur mit dekorativen Bewegungs-Kombinationen in Form zu bringen. Doch der Boom verursachte auch eine modische Umwälzung: Das Tragen von hautengen Leggings und Bodys zu Stulpen und Stirnbändern wurde gesellschaftsfähig.

FILE PHOTO OF JANE FONDA

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Obwohl - oder gerade weil - der Fitness-Boom maßgeblich zum Hype um ihre Person beitrug, distanzierte sich Fonda Ende der Neunzigerjahre wieder von Stulpen und Leggins. Statt Sex-Symbol mit Föhnwelle und hautengen, bonbonfarbenen Bodys zeigte sie sich mit natürlicher, glatter Frisur, Brille und farblich abgestimmten Accessoires. Sie wollte sich nun ganz dem Schreiben ihrer Memoiren widmen.

Jane Fonda Visits Israel On Peace Mission

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Schon in den Siebzigerjahren bewies die Oscar-Preisträgerin, dass sie mehr als einen perfekten Körper und ein makelloses Gesicht zu bieten hatte. So engagierte sie sich vor allem politisch - das Engagement stieß jedoch nicht nur auf postive Resonanz. Viele Amerikaner haben der "Hanoi-Jane" bis heute nicht verziehen, dass sie 1972 aus Protest gegen den Vietnam-Krieg die nordvietnamesische Hauptstadt besuchte und sich auf einem Flugabwehrgeschütz des Vietkong sitzend fotografieren ließ.

An der Seite ihres zweiten Ehemannes, des liberalen Politikers Tom Hayden, setzte sie sich lautstark für Frauen- und Bürgerrechte ein. Später ging sie gegen den Irakkrieg auf die Straße. Dabei trat sie - wie hier bei einer Demonstration gegen den israelischen Siedlungsbau - ganz unglamourös auf.

Jane Fonda wird 75

Quelle: dpa

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Die Schauspielerin hat in den vergangenen Jahren noch eine neue Seite an sich entdeckt: "Was wahre Liebe ist, habe ich erstmals verstanden, als ich vor zwölf Jahren meinen Enkel im Arm hielt", sagte Fonda der Hamburger Morgenpost. "Ich war nicht die beste Mutter. Deshalb versuche ich, das wieder gut zu machen, indem ich die beste Oma bin."

© Süddeutsche.de/anhi/vks/jufw/vs

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