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Grill-Wok im Test:Friedensstiftende Feuerschale

What a Wok: Grill-Wok im Test

Ein Wok, der auch Grill ist.

(Foto: Philipp Grausam/PR)

Ein Wok, der auch Grill ist? Diese Gerät sprengt die immer gleichen Grill-Rituale. Er erweitert das immer gleich Beilagenangebot Und sorgt sogar für Frieden zwischen Fleischessern und Vegetariern.

Von Sebastian Herrmann

Rituale halten Gesellschaften zusammen. Das gilt auch für kleine Gesellschaften, die sich zum Beispiel mit Bier in der Hand um einen Grill versammeln, um darauf ein paar Würste im Naturdarm zu verbrennen. Der Ablauf solcher Abende ist streng festgelegt. Um den Grill stehen die Männer und fechten aus, wer das Feuer entfachen darf. Dabei reden sie zum Schein über Grillmodelle, diskutieren Garzeiten verschiedener Fleischsorten, schwadronieren über Kohlesorten und belauern sich gegenseitig.

Am Ende sitzt die Gesellschaft dann um den Tisch, isst die immer gleichen angekokelten Fleischstücke (Halsgrat! Rostbratwürste!) und schaufelt sich dazu die immer gleichen Beilagen auf die Teller (Kartoffelsalat! Nudelsalat!). Ach ja, zum Ritual gehört es auch, die wenigen anwesenden Vegetarier zu bemitleiden, während diese ihre reichlich zerfledderten Tofuwürstchen (bleiben immer am Rost kleben) und angebrannten Zucchinischeiben (stören immer auf dem Grill) essen.

Der What-a-Wok (www.whatawok.com, 99 Euro plus Versand) lässt sich perfekt in diese Abläufe integrieren - und er erweitert die Grillrituale um eine weitere Feuerstelle. Das Gerät besteht aus einem Metalleimer mit Henkel, in den ein tönerner Einsatz eingelassen ist. In dem Tontopf werden Holz, Kohle oder anderes brennbares Material aufgeschichtet und angezündet. Das führt zurück zu den ritualisierten Grillabenden: Der What-a-Wok entspannt den Wettkampf der Pyromanen. Wird nämlich gegrillt und zusätzlich gewokt, können mindestens zwei Menschen zündeln.

Auf den Tontopf im Eimer platziert der Outdoor-Koch den mitgelieferten Wok mit Holzgriff. Beim ersten Mal sollte die bauchige Pfanne mit Erdnussöl imprägniert werden - das Ding wird damit eingefettet und auf das Feuer gestellt, bis das gesamte Öl verbrannt ist. Der Wok verfärbt sich zwar dadurch und auch durch die weitere Benutzung schön ins Schwärzliche, aber dieser Farbton gehört ja zu Grillabenden (siehe Bratwurst, verbrannte). Mit dem Outdoor-Wok zu kochen funktioniert problemlos, und die Garzeiten sind überraschend kurz. Der Metalleimer erhitzt sich dabei kaum.

Das Gerät kann also auf einen Tisch gestellt werden, gut so, denn in der Hocke in einer Pfanne rumzukratzen, hebt die Laune nicht. Zudem würde das eine hässliche Hierarchie in die Grillgesellschaft einziehen: Kerle mit Imponiergehabe am Grill, Gemüseheinis in Demutsgeste am Wok. Natürlich kann im What-a-Wok auch Fleisch gebraten werden, klar, und natürlich kann diese Minigarküche auch ohne Grill benutzt werden und eignet sich auch als Kochstelle für den Campingplatz.

Und er sorgt für Frieden zwischen Fleischessern und Vegetariern. Der asiatische Feuertopf ermöglicht es, dem Grillmenü neue Beilagen hinzuzufügen, zum Beispiel Gemüse, gut gewürzt, unverbrannt und trotzdem auf offenem Feuer zubereitet. Der Wok bietet auch dem Gemüsefanatiker eine Chance, Aufnahme in der Gemeinde der Griller zu finden: Er kann zündeln, brutzeln und muss nicht für seine Tofuwürstel um Platz neben dem Halsgrat betteln. Der Topf findet auch nach getanem Grill- und Kochritual Verwendung: als Feuerschale.

© SZ vom 06.07.2013/leja

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