bedeckt München 13°

Birkin Bag für 144 000 Euro:Vermögen am Arm

Birkin Bag

Diese Himalayan Nilo Birkin Bag aus hellem Krokodilleder erzielte einen Rekordpreis.

(Foto: Hermès)

Keine andere Handtasche ist so teuer und derart begehrt: Auf eine Birkin Bag von Hermès warten manche Kunden jahrelang. Nun wurde ein Vintage-Modell zu einem rekordverdächtigen Preis versteigert.

Von Violetta Simon

Die Birkin Bag von Hermès lebt von ihrem Mythos - oder sollte man die Strategie des Hauses besser künstliche Verknappung nennen? Die individuelle Anfertigung per Hand im Atelier in Paris erfolgt ausschließlich auf Anfrage und nach den ganz persönlichen Vorstellungen des Kunden hinsichtlich Farbe, Material und Größe. Dafür zahlen Liebhaber dann auch gerne 4800 Euro für das Statussymbol, mindestens.

Für echte Fans ist das Problem keineswegs im Preis begründet. Sondern dass man so viel Geduld für den Erwerb des Luxus-Accessoires benötigt. Die Liste der Wartenden ist lang, zuweilen dauert es Jahre, bis man das heiß ersehnte it-Täschchen in den Händen hält.

Viele Anhänger gehen daher im Internet auf die Jagd oder versuchen ihr Glück bei Auktionshäusern oder in Vintage-Läden. Und zahlen für eine gebrauchte Birkin Bag nicht selten ein Vielfaches des Originalpreises. Mitunter kommt da auch schon mal der Gegenwert eines Luxuswagens zusammen.

Erst kürzlich hat wieder eine der begehrten Taschen einen rekordverdächtigen Preis erzielt - als Second-Hand-Ware: Wie das Online-Portal Hollywoodreporter berichtet, wechselte bei einer Versteigerung im Auktionshaus Heritage in Beverly Hills am Dienstag eine Birkin Bag für 185 000 Dollar (etwa 144 000 Euro) den Besitzer.

Warten auf eine Handtasche

Freilich ging in dieser denkwürdigen Versteigerung nicht irgendein herkömmliches Modell über den Tisch. Bei dem Objekt der Begierde handelt es sich um eine Himalayan Nilo Birkin Bag aus hellem Krokodilleder. Beschläge, Schloss und Schließe bestehen aus 18-Karat Weißgold. Und dann wären da noch die 242 Diamanten mit einem Gesamtgewicht von 9,84 Karat, die als Verzierung angebracht wurden.

Die Tasche ist etwa sechs Jahre alt, "allerdings niemals benutzt", beteuert Max Braunewell, Mitarbeiter des Auktionshauses. Auch die neue Besitzerin dürfte sich die Birkin Bag wohl kaum zum Shoppen im Alltag an den Arm hängen.

"Mehr als 40 Jahre gibt es schon Listen für solch eine Tasche", erklärt Braunewell. Klar, dass so ein Schmuckstück nicht jedem angeboten wird: "Man muss schon ein echter Hermès-VIP-Kunde sein, damit sie sie einem überhaupt verkaufen".

Die Krokotasche ist übrigens nicht das teuerste Hermès-Stück, das jemals unter den Hammer kam: 2011 versteigerte das Auktionshaus Heritage in Dallas ein rubinrotes Modell mit Diamantverschluss für mehr als 203 000 Dollar (etwa 160 000 Euro).

© Süddeutsche.de/afis/rus
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema