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WM-Qualifikation:England spielt wie eine verkaterte Sonntagstruppe

England-Coach Gareth Southgate und Wayne Rooney - ob sie noch Freunde werden?

(Foto: Joe Klamar/afp)
  • In der WM-Qualifikation enttäuscht Englands Nationalteam mit einem 0:0 gegen Slowenien.
  • Interimstrainer Southgate setzt Wayne Rooney auf die Bank - nur eine von mehreren fragwürdigen Entscheidungen.

Von Sven Haist, London

Zum Zustand der englischen Nationalmannschaft passt es, dass Wayne Rooney zunächst zum Problem ausgerufen wird, dann aber plötzlich wieder die Lösung sein soll. Auf dem Pressepodium neben Rooney sitzend, hatte Gareth Southgate, das neue Oberhaupt der Three Lions, vor dem Spiel noch erklärt, dass sein Kapitän nicht in die taktische Ausrichtung gegen Slowenien passe.

Einen Tag später drängte die Ergebnis-Not Southgate dazu, sich zu korrigieren. Auf der Position des Spielmachers sortierte der eingewechselte Rooney mit der Nummer 18 - seine "10" trug Dele Alli - in den Schlussminuten die Angriffskombinationen. Einmal schoss er selbst knapp am Tor vorbei. Aber verhindern konnte Englands bekanntester Spieler das 0:0 in Ljubljana auch nicht mehr.

Der erste Punktverlust in einem Qualifikationsspiel seit März 2013 ist die nächste Unpässlichkeit in einer Serie von Pannen, die der englische Verband FA seit dem EM-Aus gegen Island produziert hat. Noch in der Nacht trat damals Roy Hodgson vom Amt des Nationaltrainers zurück. Die Periode seines Nachfolgers Sam Allardyce endete nach nur einem Spiel im Skandal. "Wir haben ein Chaos übernommen", sagt Southgate: "Wir müssen das Schiff erst einmal ins Gleichgewicht bringen."

Als Bühne für diese Feststellung wählte Southgate das erste Fernseh-Interview nach Abpfiff. Das lässt darauf schließen, dass der Poker zwischen ihm und dem Verband über seine Zukunft begonnen hat. Die FA hat Southgate, 46, für vier Spiele zum Interimstrainer bestimmt. Seine Zeit liefe demnach im November schon wieder ab, nach dem Duell mit Schottland und dem Freundschaftsspiel gegen Spanien.

Falls der Verband ihn will, muss der frühere Nationalverteidiger entscheiden, ob er die U 21 des Landes, die er seit drei Jahren betreut, gegen das A-Team eintauscht. Ein Scheitern könnte seine weitere Trainer-Karriere gefährden. "Ich werde mir jetzt einige Tage Zeit nehmen, um weiterzusehen und darüber zu schlafen", sagt Southgate.

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