WM-Historie: SchiedsrichterBerühmte Pfeifen

Bei einer Weltmeisterschaft stehen bisweilen auch die Unparteiischen im Rampenlicht - sei es wegen guter Leistungen oder wegen denkwürdiger Ereignisse wie zum Beispiel dem "Wembley-Tor".

Bei einer Weltmeisterschaft stehen bisweilen auch die Unparteiischen im Rampenlicht - sei es wegen guter Leistungen oder wegen denkwürdiger Ereignisse wie zum Beispiel dem "Wembley-Tor".

Gottfried Dienst (Mitte) war der Schiedsrichter, der im WM-Finale 1966 in der Partie Deutschland gegen England das umstrittene dritte Tor anerkannte. Es passierte in der elften Minute der Verlängerung: Ein Schuss von Englands Stürmer-Star Geoff Hurst war von der Latte nach unten auf die Torlinie geprallt und von Wolfgang Weber dann über den Querbalken ins Aus geköpft worden. Die Engländer jubelten bereits, doch Deutschland protestierte. Weil sich Dienst nicht sicher war, befragte er seinen sowjetischen Linienrichter Tofik Bachramow (im Bild li., auf die Uhr blickend). Dieser zeigte ein Tor an, und Dienst entschied daraufhin auf 3:2 für England. Miteinander reden konnten die beiden nicht, da Bachramow nur Russisch und Türkisch sprach. Somit war erstmals ein Schiedsrichter-Assistent für die Vergabe des wichtigsten Fußballtitels verantwortlich. Der zweifelhafte Treffer der Engländer ging als "Wembley-Tor" in die Geschichte ein.

Bild: Getty Images 19. Juni 2010, 10:472010-06-19 10:47:55 © sueddeutsche.de/mb