Volleyball:Der nächste Krimi

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Volleyball: Endlich wieder eine Option für Trainer Max Hauser: Herrschings spanischer Außenangreifer Jordi Ramon Ferragut, der nach einem Handbruch fast die gesamte Hauptrunde verpasste - und gegen die Netzhoppers überzeugte.

Endlich wieder eine Option für Trainer Max Hauser: Herrschings spanischer Außenangreifer Jordi Ramon Ferragut, der nach einem Handbruch fast die gesamte Hauptrunde verpasste - und gegen die Netzhoppers überzeugte.

(Foto: Oryk Haist/imago)

Herrschings Volleyballer gewinnen ihren Zwischenrunden-Auftakt bei den Netzhoppers Königs Wusterhausen mit 3:2 - und bleiben den Brandenburgern damit auf den Fersen. Erstmals nach langer Verletzungspause ist auch Außenangreifer Ferragut wieder dabei.

Von Sebastian Winter

Spiele der WWK Volleys Herrsching bei den Netzhoppers aus Königs Wusterhausen sind selten einseitig. Manchmal haben sie sich auch schon als Drama entpuppt, wie vor einem Jahr, als die Herrschinger im DVV-Pokal-Halbfinale kurz vor dem Sieg standen, mehrere Matchbälle vergaben und das erste Endspiel der Vereinsgeschichte doch noch verpassten.

Am Sonntagnachmittag war es kein Tod-oder-Gladiolen-Spiel, wie der selbsternannte Fußballtrainer-Gott Louis van Gaal sagen würde, das die Herrschinger südöstlich von Berlin erwartete. Sondern der Auftakt in die Zwischenrunde. Doch auch diese Partie lieferte viele Emotionen, eine rote Karte für Herrschings Trainer Max Hauser, sehr, sehr seltsame Entscheidungen der Unparteiischen - und mal wieder eines dieser packenden Fünfsatzspiele zwischen beiden Klubs, die fast schon erwartet werden in dieser Konstellation.

Diesmal hatten die Herrschinger das bessere Ende für sich, sie gewannen die Partie mit 3:2 (25:16, 18:25, 25:27, 25:20, 15:10), und die beiden gewonnenen Punkte könnten sich noch als sehr wichtig erweisen nach dem Auftakt in die neu geschaffene Zwischenrunde. Denn hätte Herrsching klar verloren, wäre der Rückstand auf die Netzhoppers schon auf sechs Punkte angewachsen. So sind es nur zwei Zähler, die beide Klubs trennen.

Die Herrschinger hätten die Rückrunde gerne zu Ende gespielt, auch um sich in den beiden verbliebenen Spielen noch eine bessere Ausgangsposition vor dieser Zwischenrunde zu erarbeiten. Doch kurz vor dem Ende entschied sich die Liga wegen der explodierenden Corona-Zahlen für den Abbruch. Nun starteten die Herrschinger als Tabellensiebter in diesen neuen Modus, der eigentlich dafür gedacht war, den Klubs mehr Spiele und damit auch ihren Sponsoren eine größere Präsentationsfläche zu bieten, nun aber inmitten der schlimmer werdenden Pandemie reichlich deplatziert wirkt. Zumal die Zwischenrunde im sportlichen Sinne alleine über die Rangfolge der Playoffs entscheidet.

Tim Peter und Jonas Kaminski ebnen Herrsching den Weg zum Sieg

Herrsching misst sich in seiner Gruppe jedenfalls in je drei Hin- und Rückspielen mit dem Fünft- bis Achtplatzierten, als Siebter durfte der Klub vom Ammersee dem Reglement zufolge allerdings nur drei Punkte aus der Hauptrunde mitnehmen. Der Hauptrundenfünfte Lüneburg, der sein erstes Zwischenrundenspiel gegen Giesen mit 3:1 gewann, hat nun bereits zwölf Punkte auf dem Konto.

Hauser hatte vor der Partie erleichtert gesagt, dass seine Mannschaft am Donnerstag, "zum ersten Mal seit Anfang der Saison, bis auf die ersten beiden Spiele", ein Training mit allen 14 Spielern gemeinsam absolviert hatte. Der Spanier Jordi Ramon Ferragut war endlich auch wieder dabei, knapp drei Monate nach seinem Handwurzelknochenbruch.

Ferragut, der Außenangreifer, zeigte dann im ersten Satz gegen die Netzhoppers eine gute Leistung im Angriff und Aufschlag. Danach verebbte Herrschings konzentriertes Spiel, und als Königs Wusterhausen nach dem klar gewonnenen zweiten Satz den dritten hauchdünn für sich entschied, mussten die Gäste ihre nächste Niederlage in Brandenburg fürchten. Doch sie kamen zurück, woran Zuspieler Luke Herr, Außenangreifer Tim Peter und Diagonalmann Jonas Kaminski entscheidenden Anteil hatten. Ihre Angriffe und Aufschläge ebneten Herrsching den Weg in den Tiebreak. Und sicherten dort, auch begünstigt durch die nächste merkwürdige Entscheidung der schwachen Unparteiischen, die einen Angriff der Netzhoppers im Aus sahen, den Sieg.

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