US Open:"Fühle ich mich schuldig? Natürlich nicht!"

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Respekt ist Djokovic also gewiss, und er hat sich das redlich verdient, darüber gibt es keinen Zweifel. Nur das mit der Liebe und der Verehrung ist kompliziert, und das liegt auch an der von ihm organisierten Turnierserie Adria Tour, bei der nicht nur Tennis gespielt, sondern auch gefeiert wurde. Djokovic und seine Frau Jelena sowie die Profis Grigor Dimitrov, Borna Coric und Viktor Troicki wurden danach positiv auf Corona getestet. "Um ehrlich zu sein: Ich glaube nicht, dass ich irgendwas Böses getan habe. Hätte ich die Gelegenheit, die Adria Tour wieder zu machen, würde ich es tun", sagte Djokovic weiter der New York Times und beschwerte sich über eine vermeintliche Hexenjagd gegen ihn: "Fühle ich mich schuldig? Natürlich nicht! Werde ich für alle Zeiten für einen Fehler verantwortlich gemacht?" Also, er will ja nicht weinerlich klingen, aber ...

Das Sicherheitskonzept des Turniers klingt vernünftig, eine Durchführung beider Turniere sollte möglich sein - zumal Tennis aufgrund seiner Struktur weniger anfällig für eine Ausbreitung des Virus ist: Bei den US Open werden nach vier Turniertagen nur noch 64 von 256 Teilnehmern übrig sein, das Feld halbiert sich alle zwei Tage. Das Problem liegt vielmehr bei An- und Abreise. Zahlreiche Akteure (bei den Frauen sieben Top-Ten-Spielerinnen) haben abgesagt. Marion Bartoli, Wimbledon-Siegerin von 2013, sagte: "Das kann man kein Grand-Slam-Turnier mehr nennen."

"Die Fans werden unglaubliches Weltklassetennis sehen"

Wie groß die Unsicherheit ist, dass bis zum Start am 31. August noch weitere Absagen oder Ausschlüsse wegen positiver Tests folgen könnten, zeigt die Tatsache, dass derzeit nur sehr wenige Buchmacher in Las Vegas Wetten auf das Turnier annehmen. Beide Titelverteidiger, Nadal und Bianca Andreescu, verzichten auf eine Teilnahme, es wird das erste Grand-Slam-Turnier seit den US Open 1999 sein, bei dem weder Nadal noch Federer aufschlagen. Djokovic will die Bedeutung eines möglichen Triumphes dennoch nicht geschmälert sehen, der "Super-Großteil" der Spieler sei schließlich in New York.

So sieht das auch der US-Verband. "Angesichts dessen, was gerade los ist und wie sich die Welt verändert hat, könnte ich nicht glücklicher sein", sagt US-Tennischef Mike Dowse. Zwar fehlen bei den Männern neben Federer und Nadal Spieler wie Stan Wawrinka und Nick Kyrgios, bei den Frauen unter anderem die Weltranglistenerste Ashleigh Barty (auch die deutsche Tennisspielerin Andrea Petkovic verzichtete auf eine Teilnahme, wie die Organisatoren am Freitag mitteilten; Angelique Kerber dagegen tritt an). Doch Dowse sagt: "Das Teilnehmerfeld hat unsere Erwartungen übertroffen. Die Fans, und für die machen wir das, werden unglaubliches Weltklassetennis sehen." Er will ja wirklich nicht verzweifelt klingen beim Versuch, die beiden Turniere zu vermarkten, aber ...

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