Trainer Norbert Meier Trotzig aus der Schublade

Fußballtrainer Norbert Meier kämpft gegen die Erinnerungen an den "Kopfstoß-Meier". Und mit Fortuna Düsseldorf um den Aufstieg in die zweite Liga.

Von Thomas Hummel

Norbert Meier entwickelt einen gewissen Trotz, wenn er über diese Szene spricht, die ihn wohl sein gesamtes Berufsleben lang verfolgen wird. Diese Szene an einem Dezemberabend 2005 in der Duisburger Fußballarena. Die in die Bundesliga-Geschichte einging.

"Es hat gut gepasst, ein halbes Jahr vor der Heim-WM 2006, da konnte man ein Exempel statuieren." Trainer Norbert Meier über die Folgen seines Kopfstoßes gegen Albert Streit.

(Foto: Foto: dpa)

Der 50-Jährige sitzt in der Café-Bar des Düsseldorfer Stadions, und auch dies ist eine Folge seiner zu dichten Begegnung mit dem Fußball-Profi Albert Streit. Norbert Meier ist heute Trainer des Drittligisten Fortuna Düsseldorf und klopft als Tabellenzweiter wieder an die Tür zum deutschen Profifußball. Dabei glaubt er, dass er eigentlich noch Trainer beim MSV Duisburg sein müsste. Beim Erstligisten MSV Duisburg versteht sich, denn mit ihm, so glaubt er, wäre der MSV nicht wieder in die zweite Liga abgestiegen.

Doch da war diese Szene, die aus Norbert Meier den "Kopfstoß-Meier", die aus dem bis dahin unbescholtenen und fachlich geschätzten Trainer den bösen Buben der Nation machte. Selbst nach drei Jahren erregt die Begegnung zwischen Meier, damals Trainer des MSV Duisburg, und Albert Streit, damals Mittelfeldspieler des 1. FC Köln, beim Beobachter ein Gefühl zwischen Bestürzung und Heiterkeit.

Acht Minuten vor Schluss eines hitzigen Spiels foult Streit in der Nähe der Seitenlinie einen Duisburger Gegenspieler. Meier ruft dem Kölner einige Worte zu, Streit baut sich vor dem kleineren Trainer auf, geht mit aggressivem Blick Nase an Nase. Dann stößt Meier mit der Stirn Richtung Streit und stürzt selbst schreiend zu Boden, wälzt sich auf dem Rasen. Auch Streit fällt, Tumulte entstehen. Der entrüstete Streit sieht Rot, Meier muss den Innenraum verlassen.

Drei Monate Berufsverbot

Der Trainer beging anschließend zu allem Überfluss den Fehler, selbst in der Pressekonferenz noch seine Unschuld zu beteuern. Obwohl die Fernsehbilder längst in Superzeitlupe den Tathergang filetiert und Meier als Angreifer enttarnt hatten. Meier erhielt vom DFB ein dreimonatiges Berufsverbot, der MSV entließ ihn, alle Medien widmeten ihm ein Kapitel im Jahresrückblick.

Und nun zum Trotz: "Es hat gut gepasst, ein halbes Jahr vor der Heim-WM 2006, da konnte man ein Exempel statuieren", sagt er heute. Es habe Leute gegeben, die meinten, er könne nie wieder irgendwo arbeiten, "aber das war für mich völlig unverständlich".

Lesen Sie auf Seite 2, warum er mit Fortuna Düsseldorf aufsteigen muss und wie er schon wieder in einen Tumult geriet.