Wimbledon:Spezielle Siege

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Wimbledon: Den Gegner am Rande der Niederlage: Jan-Lennard Struff scheitert nur knapp am Spanier Carlos Alcaraz.

Den Gegner am Rande der Niederlage: Jan-Lennard Struff scheitert nur knapp am Spanier Carlos Alcaraz.

(Foto: Alberto Pezzali/AP)

Jan Lennard Struff verpasst die Überraschung gegen Carlos Alcaraz nur knapp - Maximilian Marterer, Jule Niemeier und Angelique Kerber starten dagegen erfolgreich ins berühmte Rasenturnier.

Von Gerald Kleffmann, Wimbledon

Der erste Tag des Tennisturniers in Wimbledon war klimatisch ein sehr, sehr britischer. Früh am Morgen war es kühler, dann wurde es wärmer, dann zogen Wolken auf, es regnete. Erst leicht, dann schüttete es, dann riss der Himmel auf und gab herrliche Sonnenstrahlen frei. Geduld und Widerstandsfähigkeit war gefragt, nicht nur bei den vielen Zuschauern, die in der erstmals seit 2019 wieder zugelassenen berühmten Queue anstanden, um an die begehrten Tagestickets zu gelangen. Nur in zwei Stadien konnte durchgängig gespielt werden, auf dem Center Court und auf dem Court No. 1, beide Arenen sind ja mit einem ausfahrbaren Dach ausgestattet. Vor allem zwei Profis nisteten sich regelrecht im zweitgrößten Stadion ein, 4:10 Stunden beackerten sich Jan-Lennard Struff und Carlos Alcaraz, während phasenweise der Regen so sehr aufs Dach plätscherte, dass die Schläge nicht mehr zu hören waren. Der 32 Jahre alte Warsteiner, der sich im März beim Turnier in Miami einen Zeh gebrochen hatte und zuletzt um erste Erfolgserlebnisse seitdem kämpfte, war nah dran an der Überraschung gegen den jungen spanischen Aufsteiger. Doch Struff unterlag nach 2:1-Satzführung noch mit 6:4, 5:7, 6:4, 6:7 (3), 4:6. "Er hat sehr gut gespielt", zollte Alcaraz seinen Respekt.

Der 22 Jahre jungen Jule Niemeier gelang ihr erster Erfolg in einer Grand-Slam-Partie

Andere deutsche Kollegen indes durften sich über Siege freuen, der Nürnberger Maximilian Marterer etwa tat dies auch mit einer besonders leidenschaftlichen Jubelgeste. Nach dem 4:6, 7:5, 6:4, 7:5-Erfolg gegen den Slowenen Aljaz Bedene gewann der nun 27-Jährige sein erstes Grand-Slam-Match seit den Australian Open 2019. Marterer hatte es mal 2018 bei den French Open gar bis ins Achtelfinale geschafft und dort erst gegen den Spanier Rafael Nadal verloren. 45. der Weltrangliste war er in seiner besten Phase. Doch Verletzungen warfen ihn zurück. "Das fühlt sich unglaublich an, damit hätte ich vor dem Turnier erst mal nicht gerechnet", sagte Marterer zu seinem Vorstoß in die zweite Runde, und das als Qualifikant. Drei Runden hatte er zuvor gewinnen müssen. Einen noch spezielleren Sieg errang Jule Niemeier. Die 22 Jahre alte Dortmunderin verbuchte mit dem 6:1, 6:4 gegen die Chinesin Wang Xiyu ihren allerersten Erfolg in einer Grand-Slam-Partie. In Paris war sie kürzlich erstmals überhaupt im Hauptfeld gestanden. "Ich bin glücklich, dass ich quasi im zweiten Anlauf den ersten Hauptfeldsieg geholt habe", sagte Niemeier, die nun eine ganz andere Aufgabe vor sich hat. Die Weltranglisten-Zweite Anett Kontaveit ist ihre nächste Gegnerin. Angelique Kerber, die Wimbledon-Siegerin von 2018, setzte sich mit 6:0, 7:5 gegen Kristina Mladenovic durch. Sie hatte schon 6:0, 2:0 geführt, ehe die Französin doch besser wurde.

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