bedeckt München 23°
vgwortpixel

Tennis:Kerbers pikantes Saisonfinale

Angelique Kerber beim WTA-Finale 2018 in Singapur

6:1, 3:6 und 4:6 musste sich Angelique Kerber in drei Sätzen gegen die Niederländerin Kiki Bertens geschlagen geben

(Foto: dpa)
  • Angelique Kerber verliert zum Auftakt des WTA-Finales.
  • Nach dem Ende ihrer Zusammenarbeit mit Trainer Wim Fissette bleibt es spannend, wie glücklich die Saison der Wimbledonsiegerin endet.
  • Hier geht es zu den Ergebnissen im Tennis.

Der Anfang war vielversprechend. Sie pushte sich, wirkte positiv und bei sich, auch an den Daten zum ersten Satz ließ sich ablesen, wie souverän Angelique Kerber agiert hatte. Sie erinnerte an die selbstbewusste, zähe, wettkampfbereite Kerber. Ihr waren nur acht leichte Fehler unterlaufen, Gegnerin Kiki Bertens 17. Die Niederländerin ist eine Spielerin, die aggressiv von der Grundlinie aus auf Punktgewinne geht, doch hatte sie gegen Kerber im ersten Satz nur fünf Winner geschafft, wie Kerber. 6:1 nach 31 Minuten, so war die Deutsche, die dreimalige Grand-Slam-Siegerin und seit Juli Wimbledon-Champion, ins Jahresabschlussturnier der Frauentour gestartet. Bei den WTA Finals in Singapur treten die besten Acht der Saison an, in zwei Vierergruppen, die Erste und Zweite erreichen das Halbfinale.

Nach dem Match, in dem Kerber ihre Winnerzahl nur noch von fünf auf elf steigern konnte, bei 24 Fehlern, war die Situation für Kerber eine andere. Sie erinnerte an die hadernde, ungeduldige, ratlose Kerber, die sie auch sein kann. "Ich weiß, ich muss meine nächsten Spiele gewinnen, aber ich habe noch Chancen. Noch bin ich nicht ausgeschieden", sagte sie und präzisierte richtig: "Das Verrückte ist ja: Du kannst ein Spiel verlieren und immer noch das Turnier gewinnen." Ja, sie hatte verloren, 6:1, 3:6, 4:6, kein Drama vorerst. Kerber kann mit einem Sieg gegen die US-Open-Siegerin Naomi Osaka an diesem Mittwoch (13.30 Uhr/DAZN) zurück ins Turnier finden.

Die Trennung von Trainer Fissette wirft nach wie vor Fragen auf

Doch völlig unter Heile-Welt-Vorzeichen findet Kerbers Teilnahme ja auch nicht statt, das lässt sich schon anhand der überraschenden Trennung vergangene Woche von Trainer Wim Fissette folgern, und mehr als ihre Antworten verrieten ihre Nicht-Antworten und Körpersprache, dass es in ihr zu brodeln scheint. Mehr als vor nur drei Monaten gedacht ist Deutschlands erfolgreichste Spielerin seit Steffi Graf jedenfalls in einer pikanten Lage: In dieser Woche zeigt sich, in welcher Schwingung ihre bemerkenswerte Saison nach einem Durchhänger in Asien zu Ende geht.

"Das Thema Trainer ist für mich echt abgehakt. Es war für mich alles wie immer", versicherte Kerber in Singapur zwar den dort anwesenden Reportern. Alles halb so wild, sollte die Botschaft sein, was zumindest insofern eine merkwürdige Darstellung ist, weil bis heute beide Seiten - der hinauskomplimentierte Belgier Fissette sowie Kerber - offiziell nichts Auf- oder Erklärendes zum Vertrauensbruch offenlegen wollen. Vielmehr wird gemauert nach bester Handwerkerskunst.