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Tennis in Miami:Tobias Kamke schafft Sensation gegen Del Potro

Sony Open tennis tournament on Key Biscayne, Florida

Tobias Kamke in Miami. 

(Foto: dpa)

Deutscher Tennisspieler gewinnt in Miami deutlich gegen einen Turnierfavoriten, auch Tommy Haas und Angelique Kerber sind noch dabei. Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks wahren ihre minimale Playoff-Chance. DFL will die Torlinientechnik in der Bundesliga frühestens 2015 einführen. Tusem Essen verlässt den letzten Platz in der Handball-Bundesliga.

Tennis, Miami: Tobias Kamke hat beim ATP-Masters in Miami für die bislang größte Sensation des Turniers gesorgt. Der 26 Jahre alte Tennisprofi aus Lübeck gewann am Freitag (Ortszeit) in der zweiten Runde gegen den Argentinier Juan Martin Del Potro mit 7:6 (7:5), 6:1. In einem von mehreren Regenpausen unterbrochenen Match nutzte der krasse Außenseiter und Weltranglisten-89. nach 1:50 Stunde seinen ersten Matchball zum Sieg.

Del Potro ist die aktuelle Nummer sieben, hatte vergangene Woche im Halbfinale von Indian Wells/Kalifornien dem serbischen Branchenprimus Novak Djokovic die erste Saisonniederlage beigebracht und das Endspiel nur knapp in drei Sätzen gegen Rafal Nadal (Spanien) verloren. Kamke trifft in der dritten Runde des mit einem Preisgeld von 4,2 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Events auf den Österreicher Jürgen Melzer. Zuvor hatte sich Tommy Haas in die dritte Runde gemüht. Nach einem Freilos zum Auftakt behauptete sich Deutschlands Nummer eins gegen Igor Sijsling mit 6:0, 5:7, 6:3. Haas konnte somit nach 90 Minuten auch das dritte Duell mit dem Niederländer in diesem Jahr für sich entscheiden.

"Ein Sieg gegen einen Top Ten-Spieler ist was Besonderes für mich und fühlt sich gut an. Das gibt Motivation und zeigt mir, dass ich die Leute wirklich besiegen kann", sagte Kamke, der nach 1:50 Stunden gleich seinen ersten Matchball verwandelt hatte. Bei der Einordnung seines Erfolgs über den Argentinier musste er auch nicht lange überlegen: "Das war einer der zwei wichtigsten Siege in meiner Karriere."

Im Frauenfeld schaffte Angelique Kerber nach einem Marathon-Match den Sprung in die dritte Runde. Die Weltranglisten-Sechste aus Kiel gewann ihr Zweitrunden-Spiel gegen die Italienerin Francesca Schiavone nach 2:18 Stunden mit 6:7 (5:7), 6:3, 6:2. Somit steht die Linkshänderin neben Andrea Petkovic als zweite Deutsche in der dritten Runde.

Deutschland in der Einzelkritik

Wenn die echte Zehn mit der falschen Sieben

Wintersport, Skifliegen: Die deutschen Skispringer haben den letzten Team-Wettbewerb der Weltcup-Saison auf Platz sechs beendet. Beim Skifliegen in Planica kamen Michael Neumayer, Richard Freitag, Andreas Wellinger und Severin Freund am Samstag auf 1501,5 Punkte. Den Sieg sicherte sich Gastgeber Slowenien mit Jurij Tepes, Peter Prevc, Andraz Pograjc und Robert Kranjec. Sie erreichten 1561,8 Zähler und verwiesen Norwegen mit 10,7 Punkten Vorsprung auf Rang zwei. Dritte wurden die Skiflieger von Weltmeister Österreich mit 1546,7 Punkten.

Für die DSV-Adler war das Ergebnis nach Wellingers Sturz am Morgen beinahe Nebensache. Der 17-Jährige war auf der zweitgrößten Schanze der Welt in der Luft aus dem Gleichgewicht geraten, auf den Boden gestürzt und etwa 100 Meter bis in den Zielraum gerutscht. "Ich habe kurz das Schlimmste befürchtet", sagte Bundestrainer Werner Schuster: "Er hat danach eine sensationelle Reaktion gezeigt und ist toll gesprungen. Das war ein Meilenstein in seiner Entwicklung."

Eishockey Hamburg jubelt über vier Tore in den letzten vier Minuten
Eishockey-Playoffs

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Zweites dramatisches Playoff-Viertelfinale zwischen den Freezers und den Eisbären Berlin: Diesmal drehen die Hamburger ein verloren geglaubtes Spiel. Kurz vor Schluss kommt es zu einer Massenschlägerei. Mannheim gewinnt das fünftlängste der DEL-Geschichte. Auch Straubing und Ingolstadt siegen.

Wintersport, Langlaufen: Die norwegische Skilangläuferin Marit Björgen hat im schwedischen Falun das 10-Kilometer-Massenstartrennen im klassischen Stil gewonnen. Nach ihrem zweiten Platz beim Sprint in Stockholm und dem Prologsieg am Freitag in Falun verwies sie ihre Teamkolleginnen Therese Johaug und Heidi Weng mit 3,9 beziehungsweise 11,0 Sekunden Vorsprung auf die weiteren Podestplätze. Der viermaligen Weltmeisterin ist der Weltcup-Final-Sieg damit kaum noch zu nehmen. Die Oberstdorferin Katrin Zeller belegte mit einer Minute Rückstand Rang elf. Nicole Fessel kam als 24. ins Ziel, Denise Herrmann wurde 28.

Basketball, NBA: Die Dallas Mavericks haben sich für ihre bittere Heimniederlage zuletzt rehabilitiert. Der NBA-Meister von 2011 gewann am Freitag (Ortszeit) in eigener Halle mit 104:94 gegen die Boston Celtics. Nowitzki gelangen zwei Tage nach dem 96:113 gegen die Brooklyn Nets 22 Punkte. Bester Werfer bei den Texanern war allerdings Brandan Wright mit 23 Zählern. Nowitzkis Landsmann Chris Kaman steuerte lediglich vier Punkte zum 33. Saisonsieg der Mavericks in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga bei. Bei insgesamt 36 Niederlagen bleiben die Chancen auf das Erreichen der Playoffs weiterhin minimal. Allerdings verloren auch die Los Angeles Lakers, die derzeit auf dem achten und damit letzten Rang für die K.o.-Runde liegen. Gegen die Washington Wizzards unterlag das Team um Kobe Bryant (21 Punkte) mit 100:103. Es war die 34. Niederlage in dieser Spielzeit für die Lakers bei 36 Siegen. Das Maß der Dinge in der NBA bleibt aber Miami Heat: Das 103:89 gegen Detroit war der 25. Sieg in Serie.

DFL, Torlinientechnik: Die Torlinientechnologie wird in der Fußball-Bundesliga nicht vor dem 1. Juli 2015 eingeführt. Bisher war die Nutzung der neuen Technik schon ein Jahr früher erwogen worden. Grund für die Verschiebung ist die Ausschreibung für den offiziellen Spielball von der Saison 2014/2015 an, teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Freitag mit. Der Vertrag für das derzeit genutzte Spielgerät endet am 30. Juni 2014. In der Ausschreibung für den Ball durch die DFL Sports Enterprises soll die Möglichkeit zur Einführung der Torlinientechnologie von der Spielzeit 2015/2016 an enthalten sein. Im Rahmen der Angebotsprüfung will die DFL zu gegebener Zeit überprüfen, ob der Zeitplan eingehalten werden kann. Der Fußball-Weltverband FIFA will die neue Technik bereits bei der WM 2014 in Brasilien einsetzen. Erste Test soll es bereits im Sommer beim Confed Cup geben. Auch der englische Fußball hat sich für die Einführung entschieden. Von der Saison 2014/2015 an soll in allen 20 Stadien der Premier League die Torlinie elektronisch überwacht werden. Der europäische Dachverband UEFA um Präsident Michel Platini lehnt die Technik dagegen komplett ab.

Formel 1, Mercedes: Das Personal-Karussell beim Mercedes-Formel-1-Team dreht sich weiter: Der bisherige Geschäftsführer Nick Fry wird Anfang April zurücktreten. Seine Verantwortungsbereiche übernimmt der neue Motorsportdirektor Toto Wolff, der einen Anteil von 30 Prozent am Team hält. Fry wird den Silberpfeilen aber bis mindestens Ende 2014 in beratender Funktion erhalten bleiben. Wolff hatte zusammen mit dem neuen Aufsichtsratschef Niki Lauda, der mit 10 Prozent am Team beteiligt ist, zu Saisonbeginn die Verantwortung bei Mercedes übernommen.

Ski-Langlauf: Der Norweger Petter Northug hat durch seinen sechsten Saisonsieg seine Führung im Gesamtweltcup ausgebaut. Der Doppel-Weltmeister von Val di Fiemme gewann den Prolog der dreitägigen Mini-Tour im schwedischen Falun und liegt zwei Rennen vor Schluss mit 1271 Punkten knapp vor dem Russen Alexander Legkow (1237) und Titelverteidiger Dario Cologna aus der Schweiz (1228). Bester Deutscher über 2,5 km Freistil wurde am Freitag Tobias Angerer auf dem 25. Platz. Dem Rennen vorausgegangen war ein Streit um den ebenso berüchtigten wie steilen "Mörderbakken". Mehrere Athleten drohten wegen der gefährlichen Abfahrt, die Weltmeister Cologna mit einem Riesenslalom auf Langlaufski verglich, sogar mit einem Boykott. Die Jury knickte am Freitagmorgen ein und entschärfte die Strecke.

Bei den Frauen hat Marit Björgen den Prolog gewonnen. Björgen setzte sich am Freitag über 2,5 Kilometer in 6:03,2 Minuten vor der Schwedin Charlotte Kalla und Kikkan Randall aus den USA durch. Beste Deutsche war Katrin Zeller aus Oberstdorf auf Rang 15. Ihr Rückstand betrug 18,4 Sekunden. Nur 0,3 Sekunden langsamer war die Oberwiesenthalerin Denise Herrmann, die direkt dahinter auf dem 16. Platz landete. Nicole Fessel wurde 25., Hanna Kolb 36. und Monique Siegel 42.

Basketball, BBL: Bundesligist EWE Baskets Oldenburg hat den Schwung aus seinem erfolgreichen Europa-Abenteuer nicht genutzt. Drei Tage nach dem Einzug in das Final Four der EuroChallenge verloren die Niedersachsen bei Favoritenschreck Phoenix Hagen mit 67:73 (40:33) und verpassten den Sprung auf den zweiten Tabellenrang. Den drittplatzierten Oldenburg reichten auch 21 Punkte von Rickey Paulding nicht. Für Hagen, das auf Rang sieben kletterte, markierte Davin White 16 Zähler. Hagen drehte erst in der zweiten Halbzeit auf und setzte durch den wichtigen Erfolg im Kampf um einen Play-off-Platz die Siegesserie gegen die "Großen" fort. In den vergangenen fünf Wochen hatte Phoenix in eigener Halle bereits Vizemeister ratiopharm Ulm (90:78), Tabellenführer und Titelverteidiger Brose Baskets Bamberg (104:97) und Alba Berlin (94:87) besiegt. Die Frankfurt Skyliners verließen durch ein 86:73 (46:36) gegen die Eisbären Bremerhaven die Abstiegsränge. Bei den Frankfurtern, die von Dawan Robinson (17) angeführt wurden, trafen gleich vier Spieler zweistellig. Erfolgreichster Werfer der Partie war allerdings Bremerhavens Stanley Burrell mit 19 Zählern.

Handball, HBL: TuSEM Essen schöpft im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga neue Hoffnung. Gegen HBW Balingen-Weilstetten sicherte sich der dreimalige deutsche Meister mit einem 30:28 (18:12) den dritten Sieg in den vergangenen vier Spielen und verbesserte sich vom letzten auf den 17. Platz. Die Essener verkürzten mit 8:42 Punkten den Abstand zum rettenden Ufer auf drei Zähler, neuer Tabellenletzter ist der TV Großwallstadt (7:43). Nach der deutlichen Halbzeit-Führung der Gastgeber verkürzte Balingen-Weilstetten erst in den letzten Spielminuten auf zwei Treffer, ein Punktgewinn war nicht mehr in Reichweite. Die Schwaben bleiben auf Platz 13 aber weiterhin sicher vor den Abstiegsrängen. Bester Essener Werfer war Ole Rahmel mit sieben Toren. Kai Häfner und Roland Schlinger trafen bei den Gästen je fünfmal.

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