Sport kompakt Metzelder erstmals Kapitän

DFB-Verteidiger bei Real kurz vor einem Stammplatz, Dzeko verlängert in Wolfsburg, Frieden in der Formel 1, Biedermann beeindruckt vom Papst. Sport kompakt

Der wochenlange Poker um die Vertragsverlängerung von Edin Dzeko beim deutschen Fußball-Meister VfL Wolfsburg ist beendet. Der 23 Jahre alte Torjäger hat seinen Vertrag beim Bundesligisten vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 2013 verlängert. "Das ist ein weiteres positives Signal für die Zukunft. Edin ist ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft", sagte VfL-Trainer Armin Veh. Dzeko (26 Tore) avancierte in der vergangenen Saison gemeinsam mit seinem Sturmpartner Grafite (29 Tore) zum treffsichersten Sturmduo der Bundesliga-Geschichte. "Ich bin glücklich, dass wir uns noch vor dem Bundesliga-Start geeinigt haben. Jetzt kann ich mich voll auf den VfL Wolfsburg konzentrieren", sagte der bosnische Nationalstürmer. Und ergänzte: "Ich freue mich auf die Liga und auf die Champions League. Wir haben mit dem VfL viel vor." Dzeko dürfte zu den Top-Verdienern beim Meister aufgestiegen sein. Auch eine Ausstiegsklausel und eine festgeschriebene Ablösesumme soll angeblich verhandelt worden sein. Dzeko bestritt seit 2007 bislang 60 Bundesliga-Spiele (34 Tore) für die "Wölfe". Der Stürmer hatte in der Sommerpause lange mit einem Wechsel zum AC Mailand kokettiert, ehe die Vereinsführung der "Wölfe" ein Machtwort sprach.

Auf einem guten Weg im Madrider Starensemble: Christoph Metzelder.

(Foto: Foto: AFP)

Der Formel-1-Frieden ist perfekt und die Zukunft der "Königsklasse" endgültig gesichert. In der Nacht zum Samstag unterzeichnete FIA-Präsident Max Mosley das sogenannte Concorde Agreement, in dem sich die Teams zur Formel 1 bekennen und das nun bis zum 31. Dezember 2012 Gültigkeit hat. Dies teilte der Internationale Automobilverband FIA am Samstagmittag mit. Durch das Concorde Agreement 2009 und die beschlossene Ausgabenbremse freue sich die FIA auf eine Periode der Stabilität und des Erfolgs der Formel-1-Weltmeisterschaft, hieß es in der Presseerklärung. Die Verfassung der Formel 1 regelt unter anderem die Verteilung der Gelder und wird zwischen der FIA, dem kommerziellen Rechteinhaber und den Teams geschlossen. Nach dem angekündigten Ausstieg des deutschen Automobilherstellers BMW nach der laufenden Saison soll einem möglichen Nachfolge-Team noch bis Mittwoch Zeit bleiben, sich nachzumelden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa.

Die Millionen-Elf von Real Madrid hat mit ihrem neuen Superstar Cristiano Ronaldo die erste Niederlage kassiert. Im Halbfinale des Sommerturniers um den sogenannten Peace Cup verlor die teuerste Fußball-Mannschaft der Welt am Freitagabend in Sevilla gegen Juventus Turin mit 1:2 (1:1). Juve trifft im Finale nun auf Aston Villa, das den FC Porto ebenfalls mit 2:1 besiegte. Ausgerechnet der frühere Real-Profi Fabio Cannavaro (4. Minute) brachte Juventus in Führung. Cristiano Ronaldo (41.) glich per Foulelfmeter aus. Der frühere Bundesliga-Profi Hasan Salihamidzic (49.) erzielte das Siegtor für Juventus. Real zeigte Abwehrschwächen vor allem in Standardsituationen. Der polnische Torwart Jerzy Dudek gab der Abwehr wenig Halt. Dagegen gehörte Innenverteidiger Christoph Metzelder zu den besten Spielern im Real-Team. Der Ex-Dortmunder spielte 90 Minuten durch und trug in der Schlussphase nach der Auswechselung von Raúl und Guti sogar die Kapitänsbinde. "Metzelder etabliert sich immer mehr als Stammspieler", schrieb das Sportblatt Marca.

Papst Benedikt XVI. hat auf seiner Sommerresidenz in Castel Gandolfo zahlreiche WM-Schwimmer mit dem deutschen Doppel-Weltmeister Paul Biedermann und Italiens Star Federica Pellegrini an der Spitze empfangen. "Setzt euch ein für das Gute und Bleibende, damit der Sport den Gaben dient, die Gott euch geschenkt hat", sagte der Papst in einer kurzen Ansprache an die Sportler. Der Papst hatte seinen rechten Arm noch in Gips. Biedermann überreichte als Geschenk ein Mannschafts-T-Shirt mit allen Unterschriften und eine Kappe, die sich der Papst unter dem Applaus der Sportler kurz aufsetzte. "Er hat mir gratuliert und mir Glück gewünscht", sagte der 22 Jahre alte Biedermann. "Auch wenn ich nicht gläubig bin, war es ein ergreifendes Erlebnis. Es war kein Erlebnis des Glaubens, sondern des Sports. Das war zehnmal besser als Gold." Nach halbstündiger Audienz ging es zurück nach Rom, wo am Abend wieder Wettkämpfe anstanden.

Ein erfolgreicher WM-Abschluss blieb Deutschlands Wasserballern gegen Olympiasieger Ungarn zwar verwehrt (6:9), doch mit Platz sechs hat die Mannschaft von Bundestrainer Hagen Stamm die kühnsten Erwartungen in Rom übertroffen. "Die Spieler haben gezeigt, dass man mit Harmonie und Teamgeist Berge versetzen kann", sagte Stamm mit einem Anflug von Stolz. Besser abgeschnitten hatte die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) bei einer WM zuletzt 1991 sowie bei Stamms Debüt als Nationalcoach 2004 bei Olympia in Athen - beide Male mit Rang fünf. "Platz sechs hat uns doch niemand zugetraut, zumal mit Heiko Nossek ein Leistungsträger früh verletzt ausgefallen ist", sagte Stamm.

Medienmogul Leo Kirch will sich das Hotel-Problem bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika zunutze machen und mit Hotelschiffen an dem Großereignis mitverdienen. Nach Informationen des Magazins Der Spiegel hat Kirchs Firma KF 15 in zwei Kreuzfahrtschiffe investiert, die während der WM-Endrunde in Kapstadt, Durban und Port Elizabeth anlegen und dort als Hotels dienen sollen. Insgesamt rund 4600 Betten befinden sich an Bord der beiden gecharterten Luxusliner MS Westerdam und MS Noordam.

DFB-Pokal, 1. Runde

Traurige Helden