Skispringen Andreas Wellinger gewinnt in Willingen

Andreas Wellinger gewinnt in Willingen.

(Foto: AFP)

Der Skispringer feiert seinen zweiten Weltcupsieg. Lisa Zimmermann schreibt Geschichte bei den X-Games. Stefan Luitz fährt beim Riesenslalom in Garmisch-Partenkirchen auf Rang drei.

Skispringen: Andreas Wellinger genoss den Jubel im Hexenkessel von Willingen in vollen Zügen, dann hüpfte der neue deutsche Vorflieger auf die oberste Stufe des Podiums: Mit dem zweiten Weltcup-Erfolg seiner Karriere hat der 21-Jährige beim Heimspiel endgültig die Chefrolle des verletzten Weltmeisters Severin Freund im deutschen Skisprung-Team übernommen. "Das ist einfach Wahnsinn", sagte die neue deutsche WM-Hoffnung.

Wellinger gewann nach Sprüngen auf 147,5 und 135,0 m mit 242,3 Punkten denkbar knapp vor dem Österreicher Stefan Kraft (242,0), der Vorsprung betrug umgerechnet nur 17 Zentimeter. Dritter wurde in Manuel Fettner (241,0) ein weiterer Österreicher, Vierschanzentournee-Gewinner Kamil Stoch musste sich nach zuletzt vier Siegen in Folge mit dem fünften Rang begnügen."Das ist ein geiles Gefühl. Die Gänsehaut hatte ich das ganze Wochenende über", sagte Wellinger, der als dritter DSV-Adler nach Sven Hannawald (2002 und 2003) und Severin Freund (2011 und 2015) in Nordhessen siegte. Ein Sonderlob erhielt der Bayer von Bundestrainer Werner Schuster: "Er hat ein fantastisches Wochenende hingelegt und sich belohnt. Er hat sehr viel Selbstvertrauen in der Luft und macht tolle Landungen."

Zweitbester Deutscher vor 17.100 Zuschauern im Stadion an der Mühlenkopfschanze war Markus Eisenbichler (Siegsdorf) auf Rang 18. Auch Lokalmatador Stephan Leyhe (Willingen) und Richard Freitag (Aue) blieben auf den Positionen 20 und 23 hinter den Erwartungen zurück, Karl Geiger (Oberstdorf) und Andreas Wank (Hinterzarten) verpassten auf den Plätzen 36 und 40 den zweiten Durchgang.

X-Games, Lisa Zimmermann: Ski-Freestylerin Lisa Zimmermann hat ein Stück deutsche Wintersport-Geschichte geschrieben. Die 20-Jährige aus Fürth gewann bei den X-Games in Aspen/Colorado sensationell Gold im Big-Air-Wettbewerb und holte sich als erste Deutsche einen Sieg bei den "Olympischen Spielen" der Extremsportler. Zimmermann war dabei die älteste Sportlerin auf dem Podest, sie setzte sich vor der erst 14-jährigen Estin Kelly Sildaru und der 18-jährigen Giulia Tanno aus der Schweiz durch. Bei ihrem Sieg sorgte Zimmermann für eine Premiere, stand als erste Frau einen "Switch Double-Cork 1080", eine Sprungvariante mit drei kompletten Drehungen. Im kommenden Jahr kämpft Zimmermann um Gold bei den "regulären" Olympischen Spielen, dann allerdings im Slopestyle-Wettbewerb - Big Air ist in Pyeongchang nicht olympisch.

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Ski alpin, Riesenslalom: Stefan Luitz hat im letzten Riesenslalom vor den alpinen Ski-Weltmeisterschaften sein erstes Podestresultat in diesem Winter eingefahren. Beim Weltcup in Garmisch-Partenkirchen kam der 24-Jährige am Sonntag auf den dritten Platz. Felix Neureuther beendete sein Heimrennen auf Rang sechs. Der Sieg ging an Marcel Hirscher aus Österreich. Der Schwede Matts Olsson kam mit 1,50 Sekunden Rückstand auf Rang zwei. Luitz hatte im Ziel 1,95 Sekunden Rückstand. Alexis Pinturault aus Frankreich fiel im Finale noch von Rang eins zurück auf vier. Die anderen deutschen Skirennfahrer hatten das Finale der besten 30 verpasst.

Ski alpin, Super-G: Viktoria Rebensburg hat das Podium in Cortina d'Ampezzo als Fünfte erneut knapp verpasst. Nur 24 Stunden nach Rang vier in der Abfahrt fehlten der Kreutherin am Sonntag 0,11 Sekunden auf die drittplatzierte Anna Veith aus Österreich. Der Sieg ging an Ilka Stuhec aus Slowenien vor der Italienerin Sofia Goggia. Auch die Amerikanerin Mikaela Shiffrin war als Vierte schneller als Rebensburg und baute ihre Führung in der Gesamtwertung auf 80 Punkte aus. Lara Gut aus der Schweiz schied aus.

Rebensburg reist trotz des verpassten Top-3-Ergebnisses selbstbewusst zur WM nach St. Moritz. Das erste Rennen dort ist der Super-G am 7. Februar.Veith, die unter dem Mädchennamen Fenninger zweimal den Gesamtweltcup gewonnen hatte, feierte derweil das erste Podium im siebten Rennen nach ihrem Comeback. Die Österreicherin hatte wegen einer schweren Knieverletzung im Herbst 2015 mehr als ein Jahr im Weltcup gefehlt.

RB Leipzig, Nationalmannschaft: Ralf Rangnick hat sich neben Timo Werner auch für weitere Spieler von RB Leipzig als Kandidaten für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft stark gemacht. "Wir tun ja jetzt gerade so, dass Jogi Löw nur wegen Timo Werner Grund hat, hierher zu kommen. Das sehe ich nicht so. Da gibt es schon auch noch andere", sagte der Sportdirektor des Aufsteigers und Tabellenzweiten nach dem 2:1-Sieg am Samstag gegen die bis dahin in der Fußball-Bundesligasaison ungeschlagene Mannschaft der TSG 1899 Hoffenheim.

Der Trainer, der auch mal zuschlägt

Er war der erste Welthandballer, als Trainer trat er nach Spielern. Nun kämpft Veselin Vujovic mit Slowenien um den Titel bei der Handball-WM. Die Geschichte einer zwielichtigen Karriere. Von Saskia Aleythe mehr ...

Werner erzielte in der Partie auch vor den Augen von Weltmeister-Coach Löw seinen elften Saisontreffer. Der 20-Jährige, der im Sommer vergangenen Jahres von Absteiger VfB Stuttgart nach Leipzig gewechselt war, ist derzeit der erfolgreichste deutsche Stürmer.Rangnick lobte seine Leistung für RB bisher als fantastisch, rückte aber weitere Akteure aus der jungen und derzeit zweitbesten Mannschaft der Liga in den Fokus. "Wir haben schon noch ein paar andere Spieler. Heute waren fünf Deutsche in der Startformation, die er (Löw) auch gesehen hat."Unter anderem meinte Rangnick Willi Orban (24 Jahre) und Marcel Halstenberg (25) in der Abwehr. "Da braucht man ja auch Spieler, nehm ich mal an", sagte der 58 Jahre alte Sportdirektor der Leipziger. "Es ist ja nicht so, dass die dafür nicht infrage kommen." Im Mittelfeld gilt Diego Demme (25) als möglicher Kandidat für die DFB-Auswahl.

Handball, Weltmeisterschaft: Slowenien hat nach einer grandiosen Aufholjagd seine erste Medaille bei einer Handball-Weltmeisterschaft gewonnen. In einem am Ende dramatischen Spiel um Platz 3 setzten sich die Slowenen am Samstag in Paris gegen Kroatien mit 31:30 (13:18) durch und feierten mit Bronze den bisher größten Erfolg. Mitte der zweiten Halbzeit hatte der EM-14. des Vorjahres noch mit sieben Toren in Rückstand gelegen. Nur 24 Stunden nach dem bitteren Halbfinal-Aus durch das 25:28 nach Verlängerung gegen Norwegen mussten die lange souverän agierenden Kroaten den nächsten Tiefschlag einstecken. Durch die Niederlage verpasste der Gastgeber der EM 2018 seine insgesamt sechste WM-Medaille.

Dabei zeigten die Kroaten zunächst keinerlei Nachwirkungen von der Niederlage gegen Norwegen. Von Beginn an diktierte der Favorit das Spiel und ließ den Slowenen keine Chance. Nach zehn Minuten lag Kroatien mit drei Toren (7:4) vorn, beim 16:11 betrug der Vorsprung erstmals fünf Treffer. Mitte der zweiten Halbzeit sah der Weltmeister von 2003 beim 27:20 schon wie der sichere Sieger aus. Doch dann schwanden die Kräfte. Die Slowenen kamen immer näher heran und drei Minuten vor Schluss beim 29:29 erstmals wieder zum Ausgleich. In der hektischen Schlussphase behielt der Außenseiter die Nerven und durfte am Ende jubeln.

Leichtathletik, Stepanowa: Whistleblowerin Julia Stepanowa ist auf die Leichtathletik-Laufbahn zurückgekehrt. Die 30 Jahre alte Russin startete beim Hallenmeeting in Boston als neutrale Athletin und wurde über 800 m in 2:05,14 Minuten Siebte und damit Letzte. Der Sieg ging an die US-Amerikanerin Charlene Lipsey in 2:02,01.

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Beim 2:1 gegen Werder Bremen schalten die Bayern zu früh in den Energiesparmodus - zum Glück helfen zwei alte Helden und präzise Schüsse. Von Christopher Gerards mehr...

Die ehemalige Dopingsünderin Stepanowa, die mit ihren Aussagen die Aufdeckung des russischen Staatsdopingsystems mit ins Rollen gebracht hatte, durfte nicht bei den Olympischen Spielen im August in Rio de Janeiro starten. Dies war ihr vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) verwehrt worden. IOC-Präsident Thomas Bach hatte sich im vergangenen September mit Julia Stepanowa und ihrem Mann Witali Stepanow getroffen und Hilfe zugesagt. Das Paar lebt aus Angst vor Repressalien an einem unbekannten Ort in den USA. Stepanowa erhält vom IOC ein Stipendium, Stepanow wird dort Anti-Doping-Berater.

Basketball, NBA: Die Golden State Warriors um Superstar Stephen Curry haben in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Beim 144:98 gegen die Los Angeles Clippers feierte der Vizemeister seinen bislang höchsten Saisonerfolg. Der Titelkandidat aus Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien führt die Tabelle in der Western Conference mit 40 Siegen und sieben Niederlagen an.

Curry kam auf 43 Punkte, im dritten Viertel gelangen dem Point Guard fünf Dreier und insgesamt 25 Zähler. Im letzten Spielabschnitt wurde der wertvollste Spieler (MVP) der vergangenen beiden NBA-Hauptrunden geschont. Die Clippers kassierten die vierte Niederlage im fünften Spiel ohne Chris Paul. Der Spielmacher hatte zuletzt einen Bänderriss im linken Daumen erlitten und fehlt nach einer Operation wochenlang.

Derweil gewannen die Denver Nuggets 123:112 bei den Phoenix Suns und festigten mit nun 21 Siegen bei 25 Niederlagen den achten Platz im Westen. Der Abstand zum letzten Play-off-Platz ist damit für Dirk Nowitzki uns seine Dallas Mavericks (16:30) wieder etwas größer geworden.