Serena Williams bei den US Open Sorge um die amerikanische Heldin

Mit Anlaufschwierigkeiten: Serena Williams.

(Foto: REUTERS)

Was ist mit Serena Williams los? Gegen Flavia Pennetta liegt sie schnell deutlich zurück und sorgt für Debatten im Stadion. Doch dann gelingt ihr ein eindrucksvolles Comeback.

Von Jürgen Schmieder, New York

Es gehört sich für einen Sportfan in den Vereinigten Staaten, nicht pünktlich zum Beginn eines Wettkampfes zu erscheinen - bei Spielen der Los Angeles Lakers etwa ist das Stadion während des ersten Viertels bestenfalls zur Hälfte gefüllt. So ist das auch beim Tennisturnier in New York: Da hatte gerade der Japaner Kei Nishikori wieder ein Fünf-Satz-Match bestritten und Staninslas Wawrinka mit 3:6, 7:5, 7:6, 6:7, 6:4 besiegt, die Night Session begann also ohnehin ein wenig später - was manche Besucher dazu nutzten, sich auf der Anlage mit einem Steak oder einer anderen lukullischen Köstlichkeit zu versorgen.

Als sie dann doch das Arthur Ashe Stadium betraten, waren sie schockiert: Serena Williams, die amerikanische Heldin und Favoritin im Frauenwettbewerb, lag gegen die Italienerin Falvia Panetta mit 0:3 zurück und hatte bereits zwei Aufschlagspiele abgegeben.

Sie wirkte unkonzentriert, schlug Bälle ohne Bedrängnis ins Netz, vor allem aber bewegte sie sich nicht wirklich geschmeidig. Sogleich begann das Geraune, was denn los sei mit Williams. Hatte sie sich beim Doppel mit ihrer Schwester Venus (sie hatten im Viertelfinale verloren) womöglich doch am Knöchel verletzt? Schließlich hatte Serena während der Partie einen Arzt gerufen.

US Open Djokovic steht nach spektakulärem Match im Halbfinale
US Open

Djokovic steht nach spektakulärem Match im Halbfinale

Es war das bislang spannendste Duell der US Open: Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic setzt sich in vier Sätzen gegen Andy Murray durch. Im Halbfinale trifft der Boris-Becker-Schützling nun auf einen Japaner.

"Ich habe mir gedacht: 'Was, ich bin schon zwei Breaks hinten?'", sagte Williams nach der Partie: "Aber ich hatte das Gefühl, dass es nicht das Ende der Welt war."

War es auch nicht, es war dann doch nur ein kurzer Moment des Schreckens, der sich nicht zu einer gewaltigen Tragödie ausweitete. Williams gewann sieben Spiele nacheinander und die Partie letztlich locker mit 6:3, 6:2. Zu diesem Zeitpunkt war das Stadion dann auch gefüllt. "Ich habe die Energie gefühlt, habe meinen Rhythmus gefunden und bin zurückgekommen", sagte Williams.