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Schweinsteiger über DFB:"Man kann sich nicht mehr so 100-prozentig identifizieren"

Söder verleiht Verdienstorden an Schweinsteiger

Eindringliche Worte zum DFB: Bastian Schweinsteiger.

(Foto: dpa)

Bastian Schweinsteiger kritisiert als TV-Experte die Entwicklung der Nationalelf. Rummenigge sieht Gefahren für den Fußball und Robin Krasniqi ist überraschend neuer Box-Weltmeister.

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DFB, Kritik: Bastian Schweinsteiger sieht bei der deutschen Nationalmannschaft Probleme in Sachen Fan-Bindung. "Man kann sich nicht mehr so 100-prozentig identifizieren mit der Nationalmannschaft - und das ist schade. Ich hoffe, dass das Ruder wieder rumgerissen wird", sagte der frühere Fan-Liebling als ARD-Experte beim Nations-League-Premierensieg in der Ukraine (2:1). Nach den jüngsten Länderspielen hatten unter anderem Rekordnationalspieler Lothar Matthäus und Ex-Bundestrainer Berti Vogts Kritik an den Auftritten der DFB-Auswahl geäußert. "Jeder kann Kritik äußern. Aber ich stehe über den Dingen. Dass es unterschiedliche Meinungen gibt, das erlebe ich seit 16 Jahren", sagte Bundestrainer Joachim Löw dazu. Er könne die Kritik einordnen, betonte Löw. "Für uns ist wichtig, dass wir uns selber ständig hinterfragen und dann die Hebel ansetzen. Ich sehe das große Ganze auf dem Weg zur EM. Man muss sehen, wo wir herkommen. Nach der WM waren wir Ende des Jahres 2018 ganz weit unten."

Fans, Corona: Karl-Heinz Rummenigge sieht bei länger anhaltenden Geisterspielen in der Corona-Krise enorme Gefahren für den Fußball. "Wenn wir nicht bald wieder Fans in den Stadien haben, dann befürchte ich, wird der Fußball großen Schaden erleiden", sagte der Vorstandschef des FC Bayern München der Bild am Sonntag. Einerseits drohe der Verlust der Fußball-Kultur, zudem äußerte der 65-Jährige finanzielle Sorgen. "In der Summe sprechen wir tatsächlich über rund 100 Millionen Euro Mindereinnahmen. In ganz Europa verliert jeder Club zwischen 50 und in der Spitze 200 Millionen Euro in einer Saison, die er ohne Zuschauer spielen muss. Wie lange das ein Fußball-Club aushält, das kann man sich an fünf Fingern abzählen."

Die Stadt München hatte zuletzt mitgeteilt, dass wegen gestiegener Corona-Zahlen Fußball-Spiele in der bayerischen Landeshauptstadt mindestens bis zum 25. Oktober ohne Fans stattfinden. Bundesweit ist in der Testphase bis Ende Oktober eine Auslastung von maximal 20 Prozent der jeweiligen Stadien-Kapazität erlaubt. Es gebe "ein top Konzept" für die Fan-Rückkehr, das auch mit der Stadt München abgestimmt sei, sagte Rummenigge. "Aber wir sind absolut von politischen Entscheidungen abhängig, wie das ganze Land. Und wenn die politischen Entscheidungen so getroffen werden, dann ist man schon ein Stück ohnmächtig."

Boxen, WM: Robin Krasniqi ist überraschend neuer Weltmeister im Halbschwergewicht. Der 33-Jährige aus Augsburg schlug vor 2000 Zuschauern in Magdeburg Titelverteidiger Dominic Bösel (Freyburg) in der dritten Runde k.o. und entriss ihm den Interimstitel des Weltverbandes WBA sowie den Gürtel des kleineren Verbandes IBO. Für Krasniqi war es der erste Sieg im dritten WM-Kampf seiner Karriere, insgesamt war es sein 51. Erfolg im 57. Kampf. "Dieser Kampf hat 15 Jahre gedauert. Ich habe Höhen und Tiefen erlebt, ich habe geweint. Herzlichen Dank an jeden, der an mich geglaubt hat", sagte Krasniqi in der ARD: "Ich wünsche Dominic, dass er stark zurückkommt. Wir sind eine große Familie, wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen." Bösel hatte sich die Interims-WM im November 2019 gegen den Schweden Sven Fornling gesichert, seither aufgrund der Corona-Pandemie aber keinen Kampf mehr bestritten. Von Ringrost war zunächst nichts zu sehen, wenngleich Krasniqi von Beginn an aktiv war. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase landete der gebürtige Kosovare aber in der dritten Runde mit einer krachenden Rechten den entscheidenden Schlag zum Sieg.

Fußball, Südamerika: Der fünfmalige Weltmeister Brasilien ist mit einem 5:0 (2:0) gegen Bolivien in die Qualifikation für die Fußball-WM 2022 in Katar gestartet. Zwei Treffer für die Selecao, die in Sao Paulo mit Superstar Neymar antrat, erzielte der frühere Hoffenheimer Bundesligaprofi Roberto Firmino (29./48.). Die weiteren Tore kamen von Marquinhos (15.) und dem ehemaligen Bayern-Spieler Philippe Coutinho (72.), der Bolivianer Jose Carrasco sorgte mit einem Eigentor für das zwischenzeitliche 4:0 (65.). Das nächste Spiel in der WM-Quali bestreitet Brasilien am kommenden Dienstag in Lima gegen Peru.

U21, Länderspiel: Deutschlands U21-Fußballer haben unbeeindruckt vom Corona-Wirbel um die Mannschaft mit einem klaren Auswärtssieg einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum angestrebten EM-Ticket gemacht. Die Auswahl von Trainer Stefan Kuntz setzte sich am Freitag dank einer konzentrierten Leistung verdient mit 5:0 (3:0) in Moldau durch und sammelte wichtige Punkte in der Qualifikation. "Diese Leistung war nicht zu erwarten, das ist nicht selbstverständlich", sagte Kuntz.

Doppeltorschütze Lukas Nmecha vom RSC Anderlecht traf nach einem Torwartfehler (18. Minute) und per Foulelfmeter (25.), den er selbst herausgeholt hatte. Kölns Salih Özcan (42.), der Mainzer Jonathan Burkardt (67.) und U21-Debütant Dominik Kother (90.+2) erhöhten. "Wir haben nicht fehlerfrei gespielt", urteilte Trainer Kuntz. "Aber das Engagement und die Einsatzbereitschaft, das war heute überragend."

© SZ.de/sid/dpa/jbe
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