Schalke 04 in der Champions League Pukki kann Huntelaar nicht ersetzen

Nach dem günstigen 1:1 im Hinspiel in Istanbul und den jüngsten Erfolgen in der Bundesliga inklusive des gewonnenen Derbys gegen Borussia Dortmund hatte sich ein bisschen zu viel Zufriedenheit ausgebreitet bei den Schalkern. "Manch einer hat wohl gemeint, dass es mit fünf Prozent weniger geht", lautete das Urteil von Trainer Keller. Trotz aller Selbstkritik empfanden die Schalker ihr Ausscheiden aber als höchst ungerecht. Beinahe alle Befragten äußerten mehr oder weniger wortgleich, dass man in Hin- und Rückspiel zusammengerechnet das bessere Team gewesen sei.

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Pressestimmen zur Champions League

"Messi zerstört die Rot-Schwarzen"

Nach dem Comeback des FC Barcelona in der Champions League huldigt die spanische Presse dem Argentinier. Deutsche Zeitungen beklagen den "bitteren" und "tragischen" Abend des FC Schalke. In der Türkei ist von einem "historischen Triumph" die Rede.

Und in der zweiten Halbzeit zeigten die Schalker am Dienstag tatsächlich eine ansprechende Leistung: Bis in die fünfte Minute der Nachspielzeit drückten die Gelsenkirchener, ein einziges Tor hätte zum Erreichen des Viertelfinals gereicht. Fallen wollte es jedoch nicht mehr.

Die Gäste aus Istanbul agierten nicht nur ungemein aggressiv. Sie verstanden es auch, ihr Spiel zuzuspitzen dank der wuchtigen Angreifer Didier Drogba und Burak. Die Schalker dagegen taten sich in der Offensive schwer ohne ihren am Knie verletzten Topstürmer Klaas-Jan Huntelaar. Ersatzmann Teemu Pukki mühte sich zwar rührend, und er hatte auch seinen Anteil am 2:2 durch Michel Bastos. Doch höchsten Ansprüchen genügen Pukkis Durchsetzungsvermögen und seine Zielstrebigkeit nicht, das war an diesem Europapokal-Abend erneut zu beobachten.

Und so waren es die türkischen Anhänger, die hinterher noch lange im Stadion ausharrten und ihre Triumphgesänge präsentierten, während sich die Heimkurve nach Spielschluss schnell leerte. Zurück blieben die Ordnungskräfte in ihren orangefarbenen Westen und das Gefühl, dass für die Schalker mehr möglich gewesen wäre in dieser Europapokal-Saison. Ihre Aufgabe ist es jetzt, den vierten Platz in der Liga zu verteidigen, um auch in der kommenden Spielzeit wieder in der Champions League mitzuwirken.

Darüber würde sich auch ein ehemaliger Schalker freuen: "Ich hoffe, wir sehen uns im nächsten Jahre wieder", sagte Hamit Altintop. Dann bestieg er mit seinen Kollegen von Galatasaray den Mannschaftsbus und ließ die alte Heimat zurück.