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Rosberg-Sieg in Mexiko:Hamilton ignoriert die Anweisungen

Hamilton sah diese Vorgabe erst mit Verzögerung ein. Die erste Anweisung, in die Boxengasse zu biegen, ignorierte er und ließ seine Crew mit den beheizten Reifen in den Händen warten. Seine Kalkulation: ohne den Reifenwechsel hätte er es an Rosberg vorbeischaffen und den Sieg mit einer gewagten Ein-Stopp-Strategie an sich reißen können. "Dein erster Reifensatz war komplett abgefahren", warnte ihn der Stratege am Mercedes-Kommandostand. Aber auch diese Begründung überzeugte Hamilton nicht wirklich: "Prüft bitte, wie viel Profil noch auf den Reifen ist und lasst es mich wissen!", herrschte er im Befehlston sein Team an, als er schließlich doch zum Pneu-Tausch abbog.

Die Frage, wie sehr der Rennstall Rosberg bei den noch ausstehenden Rennen in São Paulo/Brasilien am 15. November und beim Saisonfinale am 29. November in Abu Dhabi unterstützen soll, darf oder muss - sie dürfte die Team-Gewaltigen in den kommenden Tagen noch beschäftigen. "Es war überhaupt keine Strategie dabei", versuchte Teamchef Toto Wolff Hamiltons Bedenken zu entkräften. "Das Team hat richtig entschieden", meinte auch Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda.

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Als das Safety Car das Rennen für den Sprint bis zum Ziel freigab, setzte Hamilton Rosberg entschlossen nach. So entschlossen, dass er Rosberg - wie in Austin - in einen Fehler trieb. Anders als in Austin aber konnte Hamilton von diesem nicht profitieren - weil ihm selbst ein Ausrutscher unterlief. Unter großen Mühen glückte es Rosberg, mehr als eine Sekunde zwischen sich und Hamilton zu legen. Bei diesem Abstand durfte Hamilton den Heck- flügel nicht flach stellen und diese oft entscheidende Überholhilfe nicht nutzen.

Bestzeit Hamilton, Bestzeit Rosberg - unerbittlich trieben die beiden sich gegenseitig an. Nach 71 Runden stand fest: Rosberg glückte der zwölfte Sieg seiner Formel-1-Karriere, knapp zwei Sekunden vor Hamilton und knapp 15 Sekunden vor Williams-Lenker Valtteri Bottas.

Mit dem vierten Saisonerfolg schafft Rosberg es in der Fahrerwertung wieder an Sebastian Vettel vorbei auf den zweiten Rang (Rosberg kommt auf 272 Punkte, Vettel hat 251). Im Ziel wurde der Mercedes-Mann von den mehr als 100 000 Zuschauern in der Arena mit "Nico, Nico"-Sprechchören gefeiert. Es war ein Empfang wie für einen Champion. Hamilton gratulierte artig, aber nicht ausführlicher als unbedingt notwendig. Für ihn war es die erste Niederlage auf der Rennstrecke seit dem Großen Preis von Ungarn Ende Juli. Für Rosberg war es eine wirklich große Bestätigung: Er kann den Weltmeister doch bezwingen.

"Lewis ist super gefahren. Er war immer eng dran, aber ich habe es kontrollieren können", bilanziert er zufrieden.

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