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Ringer Frank Stäbler:Stäbler stellt seinen Trainings- und Ernährungsplan komplett um

Stäbler war also zunächst deprimiert, dann entwickelte er zusammen mit seinen Trainern, mit Sportwissenschaftlern und mit Ernährungsexperten einen Plan. Zunächst einmal war klar: Sein natürliches Grundgewicht muss gesenkt werden, was ein Widerspruch ist, weil es ja dann nicht mehr natürlich ist. Entsprechend schwer ist das Unterfangen. Stäbler verlegte sich unter anderem auf ayurvedische Kost, hochwertige Kohlenhydrate, aber nur zu bestimmten Tagesphasen. Er verzichtet auf herkömmlichen Zucker und lernte dabei, dass der fast überall enthalten ist.

Das Training steuert er neu. Bei acht Prozent Körperfett kann er nur Muskelmasse reduzieren und setzt daher statt auf langes Aufbau-Krafttraining aufs Gegenteil: Maximalkrafteinheiten, die einen Sportler explosiv und dynamisch machen aber schlank lassen. Und schließlich setzt er auf seine mentale Stärke, seinen Glauben an die eigenen Möglichkeiten, der ihn ja bis nach oben gebracht hatte.

Die erste Phase seines Projekts hat er solide hinter sich gebracht

Doch jede im Prinzip unmögliche Mission wirft im Sport auch Fragen nach Manipulation auf, in diesem Fall Gewichtsreduktion, etwa mit Diuretika, Stäbler sagt: "Dessen bin ich mir bewusst." Er findet, er könne dem nur mit Transparenz begegnen, und neben regelmäßigen Trainings- und Wettkampfkontrollen auch weiterhin offen über das Thema sprechen.

Die erste Phase des Projekts hat er nun solide hinter sich gebracht. Stäblers neues Grundgewicht hat sich bei 71,5 Kilo stabilisiert, er fühlt sich wohl und kann die Einheiten mit Trainingspartnern steigern, um für die Olympiaqualifikation bei der WM im September in Kasachstan fit zu werden. Dann muss er allerdings noch effektiver abschwitzen, denn in Dortmund wurden ihm noch ausnahmsweise 69 Kilo genehmigt.

Die ganze Aktion funktioniert selbstredend nicht ohne Helfer. Der Athlet Stäbler ist umgeben von ihnen, neben Experten und Ringern sind dies auch seine Frau und seine Mutter, die sich zum Beispiel um die Mahlzeiten kümmern. Und natürlich auch sein Vater, der für Stäbler auf dem Bauernhof extra einen Teil der Getreideernte schon früh verkauft hatte, womit zwischen den Heuballen wieder eine Ringermatte ausgelegt werden konnte, diesmal für das Projekt 67.

© SZ vom 07.08.2019/tbr
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