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Radsport:Tödlicher Unfall bei der Tour de France

Dramatische Ereignisse bei der Tour: Eine Zuschauerin stößt mit einem Polizeimotorrad zusammen und stirbt. Zwei Fahrer werden von Luftgewehr-Schüssen getroffen.

Die 14. Etappe der Tour de France ist von einem tödlichen Unfall überschattet worden. Ein Polizeimotorrad erfasste eine Frau, die gerade die Straße überqueren wollte. "Wir können bestätigen, dass eine Person gestorben ist. Die Umstände sind allerdings noch unklar", sagte Polizeisprecher Alain Fontaine der Nachrichtenagentur Reuters: "Das Motorrad rutschte dann in die Zuschauer und traf noch weitere Personen."

Oscar Freire ist während der 13. Etappe von Schüssen getroffen worden.

(Foto: Foto: Getty)

Die verletzten Zuschauer wurden sofort vom Tour-Arzt untersucht und zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Über die Schwere ihrer Verletzungen wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Schon am Tag zuvor hatte es einen Zwischenfall gegeben, als auf der 13. Etappe der dreimalige Straßenrad-Weltmeister Oscar Freire und der Neuseeländer Julian Dean von Luftgewehr-Schüssen getroffen wurden. Die französische Polizei hat mittlerweile Ermittlungen eingeleitet.

Freire wurde am Oberschenkel getroffen. Der Rabobank-Teamarzt Dion van Bommel musste nach der Etappe das Kügelchen aus dem Bein entfernen. Dean wurde am Zeigefinger der linken Hand getroffen.

Die Tour-Organisation Aso informierte noch am Freitag die Polizei. Nachdem die beiden Radprofis eine Aussage bei der Polizei gemacht hatten, reichten sie eine Klage wegen Körperverletzung ein, sagte Pascal Schultz von der Staatsanwaltschaft in Colmar.

Die Ermittler haben den oder die Schützen noch nicht gefunden. Ein Radprofi habe aber Angaben gemacht, wonach sich zwei Teenager im Alter von 16 oder 17 Jahren auffällig verhalten und hinter einem Baum versteckt hätten. "Das muss die Aktion eines Verrückten gewesen sein. Ich denke, es war Pech, dass es mich getroffen hat", meinte Freire, der drei Schüsse gehört und dann einen Stich verspürt hatte.

Der Spanier hatte daraufhin versucht, die Rennjury von dem Vorfall zu unterrichten. "Sie haben mich nicht verstanden. Wahrscheinlich sprachen sie kein Englisch oder Spanisch", berichtete Freire. Zuschauer hätten zu diesem Zeitpunkt nicht an der Strecke gestanden, die Gruppe sei durch einen Wald gefahren, so der Sprinter.

Beide Fahrer trugen Blutergüsse davon, konnten am Samstag aber wieder an den Start der 14. Etappe von Colmar nach Besancon gehen.

© sueddeutsche.de/sid/aum

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