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Tour de France 2009:Weiße Westen, beschmutzte Trikots

Vor Tony Martin haben etliche deutsche Fahrer Wertungstrikots bei der Tour getragen. Seine Ahnen besitzen allerdings nur selten eine weiße Weste.

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Tony Martin

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Dieser junge Mann, der hier in das Weiße Trikot für den besten Nachwuchsfahrer bei der Tour de France 2009 schlüpft, heißt Tony Martin. Er gilt als ein sogenanntes "unverbrauchtes Gesicht" des dopingverseuchten Radsports, der mit dem Trikot in die zweifelhafte Ahnengalerie des deutschen Radsports aufsteigt. Ein Überblick jener deutschen Fahrer, die eines der Wertungstrikots - grün, gelb, weiß oder rotgepunktet - tragen durften.

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Rudi Altig

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Rudi Altig galt nie als unverbrauchtes Gesicht des deutschen Radsports - vor allem deshalb, weil der Radsport zu seiner Zeit noch gar nicht hinterfragt wurde und somit logischerweise auch nicht verbraucht war. Vor ihm hatten deutsche Fahrer das Gelbe Trikot des Gesamtführenden nur insgesamt fünf Tage getragen: Kurt Stöpel (1932/1 Tag), Erich Bautz (1937/3) und Willi Oberbeck (1938/1). Altig kam auf ingesamt 18 Tage in Gelb (1962/1964/1966/1969), außerdem gewann er das Grüne Trikot des besten Sprinters (1962). Später war Altig dann TV-Experte bei der ARD und sprach nur selten über Doping.

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Rolf Wolfshohl

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Rolf Wolfshohl beherrschte nicht nur Querfeldeinfahrten wie auf diesem Bild, sondern auch Straßenrennen. Bei der Tour de France fuhr er 1966 zwei Tage in Gelb (1968). Heute betreibt er ein Radsportgeschäft, und ob er dabei häufig über Doping spricht, ist nicht überliefert.

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Dietrich Thurau

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15 Tage lang zierte Dietrich Thurau im Jahre 1977 das Gelbe Trikot , so lange wie kein anderer Deutscher vor und nach ihm während einer einzigen Tour de France. 1980 wurde er von der Veranstaltung ausgeschlossen - nach mehreren positiven Dopingtests innerhalb einer Saison.

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Olaf Ludwig

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Olaf Ludwig reüssierte 1990 als bester Sprinter der Tour. 2006 wurde Olaf Ludwig Sportlicher Leiter des T-Mobile-Teams und am 31. Oktober desselben Jahres wegen des "Umgangs mit der aktuellen Doping-Problematik", so die damalige Begründung, gekündigt.

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Erik Zabel in Grün, Rolf Aldag, Jan Ullrich

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Hier ein echtes Trio der Radsport- und Dopinggeschichte: Erik Zabel in Grün, Rolf Aldag und Jan Ullrich (v.l.) in Gelb im Jahre von Ullrichs Toursieg 1997. 2003 sollte Aldag als Zweiter der Bergwertung ein Tag im Bergtrikot fahren, weil der in dieser Wertung führende Virenque schon Gelb trug. Vier weitere Jahre später legten Zabel und Aldag ein tränenreiches Dopinggeständnis über ihre schlimmen und natürlich längst verjährten Sünden ab.

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Erik Zabel

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Erik Zabel fuhr zwischen 1996 (als er nach eigenen Angaben unerlaubte Mittel benutzte) und 2001 sechs Mal das Grüne Trikot nach Paris und siegte bei insgesamt zwölf Etappen.

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Jan Ullrich

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Ullrich, hier an seinem seiner 18 Tage in Gelb, sicherte sich auch drei Mal das Weiße Trikot. 2006 war er in den Dopingskandal mit dem Blutpanscher Herrn Fuentes verwickelt, flog aus seinem Team und beendete seine Karriere.

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Jens Voigt

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Jens Voigt ist als langjähriger Sprecher des Verbandes der Radprofis natürlich über jeden Verdacht erhaben. Völlig unverdächtig trug er bei der Tour 1998 dennoch einen Tag das Bergtrikot und 2001 sowie 2005 (im Bild) je einen Tag das Gelbe Trikot bei der Tour.

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Marcel Wüst

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Während der Tour 2000 führte Marcel Wüst zeitversetzt sogar gleich zwei verschiedene Wertungen an. Zwei Tag lang fuhr er in Grün, ein Woche zuvor hatte er sich durch einen Sprint bei der einzigen Bergwertung des Zeitfahrens für vier Tage das Trikot des besten "Bergfahrers" gesichert. Ganz frei von Dopinggerüchten war auch seine Karriere nicht, da er 1998 dem Skandalteam Festina angehörte. Nach der Radsport-Karriere arbeitete Wüst wenige Jahre als ARD-Experte.

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Fabian Wegmann

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Überhaupt machen die deutschen Fahrer seit einigen Jahren auch als Kletterspezialisten von sich reden. 2006 ließ sich Fabian Wegmann feiern.

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Sebastian Lang

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2008 war es Sebastian Lang. Lang und Wegmann arbeiten...

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Linus Gerdemann

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... ebenso wie Linus Gerdemann, der 2007 sogar einen Tag als Führender absolvierte, an ihrem Image als Vertreter der neuen, unverbrauchten Generation.

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Stefan Schumacher

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Gleiches lässt sich von Stefan Schumacher spätestens seit einigen Monaten nicht mehr behaupten. Er sitzt derzeit eine Dopingsperre ab und träumt wahrscheinlich nicht mal mehr davon, was Tony Martin besitzt: eine weiße Weste.

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