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Radsport:Marcel Kittel beendet seine Karriere

Marcel Kittel gewinnt 2017 eine Etappe der Tour de France.

(Foto: AFP)

Der deutsche Rekord-Etappensieger hatte bereits im Mai eine Auszeit vom Profigeschäft genommen. Die Nationale Anti-Doping-Agentur Nada sieht bei Fußballer Martin Hinteregger keinen Doping-Verstoß.

Radsport: Der Kopf will nicht mehr, der Körper hat genug von der Schufterei, und mit dem Herzen ist Marcel Kittel schon lange nicht mehr dabei: Deutschlands bester Sprinter des vergangenen Jahrzehnts und deutscher Rekord-Etappensieger bei der Tour de France hat einen Schlussstrich gezogen und mit nur 31 Jahren seine Radsport-Karriere beendet. "Ich bin durch damit", sagte Kittel dem Spiegel: "Ich habe die Freude an dem Sport verloren. Und damit jede Motivation, mich weiter zu quälen." Die Entscheidung des Hünen aus dem thüringischen Arnstadt kommt nicht gänzlich überraschend. Im Mai hatte Kittel seinen Vertrag beim Team Katusha-Alpecin aufgelöst und eine Auszeit vom Profigeschäft genommen. Daraus wurde nun ein endgültiger Abschied - zwei Jahre nachdem Kittel mit fünf Etappensiegen bei der Tour de France 2017 der strahlende Held gewesen war.

"Es war ein langer Prozess", sagte Kittel, und lange hat er mit sich gerungen. Noch einmal einen Anlauf wagen, beim niederländischen Rennstall Jumbo-Visma um seinen Kumpel Tony Martin, einem Team mit hohem Wohlfühlfaktor? Doch letztlich sah der deutsche Tour-Rekordetappensieger keine Perspektive, keinen Reiz, nichts Schönes mehr im Profidasein. "Da gab es nicht viel links und rechts. Familie, Freunde, alles ist zu kurz gekommen. Dazu die permanente Müdigkeit und Routine. Ich habe diesen Verlust an Lebensqualität immer mehr realisiert", sagte Kittel.

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Fußball, Martin Hinteregger: Frankfurts Fußball-Profi Martin Hinteregger hat im Bundesligaspiel gegen Hoffenheim nicht gegen die Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen. Das teilte die Nationale Anti Doping Agentur (Nada) am Freitag mit. "Die Nada kommt zu dem Ergebnis, dass kein möglicher Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen vorliegt. Die Ermittlungen sind somit abgeschlossen", hieß es in der Mitteilung. Die Behandlungsmethode sei "mit dem aktuell gültigen Dopingreglement vereinbar". Der 26 Jahre alte Innenverteidiger und Torschütze hatte beim 1:0-Sieg von Eintracht Frankfurt gegen die TSG 1899 Hoffenheim am vergangenen Sonntag eine Viertelstunde vor Spielende einen Wadenkrampf erlitten, spielte schließlich aber weiter.

Bevor Hinteregger auf das Spielfeld zurückkehrte, drückte ihm ein Betreuer ein Präparat in die Hand, das er einnahm. Die Nada analysierte nach eigenen Angaben die TV-Aufnahmen und prüfte die von der Eintracht vorgelegten Unterlagen. Zudem wies die Agentur den Vorwurf zurück, sie habe die Frankfurter oder Hinteregger in den Verdacht des Dopings oder Medikamentenmissbrauchs gebracht. Man habe "solche Äußerungen nicht in einen konkreten Zusammenhang" mit dem Club "und/oder dem Spieler Martin Hinteregger gestellt", teilte die Nada weiter mit.

Fußball, Eintracht Frankfurt: Eintracht Frankfurts Stürmer Ante Rebic muss sich nach seinem lustlosen Auftritt in den Play-offs für die Europa League auf ein ungemütliches Gespräch einstellen. "Wir werden uns zusammensetzen und mit ihm Klartext sprechen", sagte Trainer Adi Hütter nach dem 0:1 (0:1) im Hinspiel bei Racing Straßburg: Hütter stellte zwar klar, dass wir "nicht wegen eines einzelnen Spielers verloren haben. Aber wenn man für Eintracht Frankfurt spielt, will ich, dass man sich zerreißt", sagte der Österreicher und stellte unmissverständlich klar: "Wenn er hier bleiben möchte, will ich, dass er das auch zeigt. Wenn nicht, müssen wir eine Lösung suchen."

Rebic, der die Hessen vor zwei Jahren mit zwei Treffern im Finale gegen Bayern München zum DFB-Pokalsieg geschossen hatte, war zu keiner Zeit in das Spiel seiner Mannschaft eingebunden gewesen. Zudem trat er mit einer laschen Körperhaltung auf, lamentierte häufig. Dies missfiel auch seinen Teamkollegen. "In der ersten Halbzeit haben nicht alle voll mitgearbeitet und wir wissen, dass wir dann keine Chance haben", kritisierte Torhüter Kevin Trapp, ohne den Namen des Kroaten zu nennen. Rebic wurde in der Pause ausgewechselt, "ich wollte ihn erlösen", sagte Hütter.

Reiten, EM: Die sechsmalige Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth hat mit ihrer Stute Bella Rose den Grand Prix Special in Rotterdam gewonnen. Es war Werths 19. EM-Titel, bereits am Dienstag hatte sie mit der deutschen Equipe in der Mannschaftswertung gesiegt. Platz zwei im Special belegte mit nur einem Punkt Rückstand auf Werth Dorothee Schneider mit Showtime, Dritte wurde die Dänin Cathrin Dufour mit Cassidy vor Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera. Nur auf Platz sechs landete Mannschafts-Olympiasieger Sönke Rothenberger mit Cosmo. Am Samstag beschließt die Grand Prix Kür die Dressur-Wettbewerbe in Rotterdam. Werth, Schneider und von Bredow-Wernl sind dafür qualifiziert, Werth ist Titelverteidigerin.

Hockey, EM: Deutschlands Hockey-Herren haben das Endspiel der Europameisterschaft in Antwerpen knapp verpasst. Gegen Weltmeister und Gastgeber Belgien verlor die Mannschaft von Bundestrainer Stefan Kermas am Donnerstag in einem hochklassigen Halbfinale mit 2:4 (2:0) und trifft nun im Spiel um Platz drei am Samstag auf die Niederlande. Spanien hatte zuvor Titelverteidiger Niederlande überraschend mit 4:3 (2:0) besiegt. Den DHB-Herren war von Beginn an anzumerken, dass sie unbedingt ins Finale einziehen und sich zugleich für die im Juni in der Pro League erlittene 0:8-Packung am Olympia-Zweiten revanchieren wollten. Sie agierten konzentriert und stoppten das Hochgeschwindigkeits-Hockey der Gastgeber - so gut es ging. Und sie fuhren erstklassige Konter, die Christopher Rühr (21. Minute) und Florian Fuchs (26.) vor der Pause nach Klasse-Zuspielen vollendeten. Nach dem Wechsel drängten aber die wütend angreifenden Belgier, die nach zwei Strafecken zum Ausgleich kamen und damit wieder im Match waren (46./54.). Die Deutschen hielten weiter dagegen, nutzten aber - anders als die Belgier - ihre Strafecken-Chancen nicht. Ein Doppelschlag in der Schlussphase (56./59.), beim letzten Tor hatte der deutsche Keeper Victor Aly zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers seinen Kasten geräumt, besiegelte dann die bittere deutsche Niederlage.

Fußball, Bayern: Bayern Münchens Trainer Niko Kovac plant im Bundesligaspiel beim FC Schalke 04 nicht mit einem Startelf-Einsatz des neuen Topspielers Philippe Coutinho. "Er ist mit Sicherheit noch nicht auf dem Fitnessniveau, um von Anfang an oder 90 Minuten zu spielen", sagte Kovac am Donnerstag in München über den vom FC Barcelona ausgeliehenen brasilianischen Fußball-Nationalspieler. Der 27 Jahre alte Coutinho trainiert seit Dienstag in München mit seinem neuen Team. "Er hat absoluten Nachholbedarf", betonte Kovac. Man wolle kein Verletzungsrisiko eingehen und den Offensivspieler "nicht verheizen". Der von Inter Mailand ausgeliehene Ivan Perisic sei im Vergleich zu Coutinho dagegen sehr viel weiter und eine echte Option in Gelsenkirchen. "Wir können jetzt einfach nachlegen", sagte Kovac nach der Verstärkung des Bayern-Kaders im offensiven Bereich. Fehlen werden dem deutschen Meister am Samstagabend (18.30) der am Oberschenkel verletzte Ex-Schalker Leon Goretzka und wohl auch die erkrankten Jérôme Boateng und Fiete Arp. Kovac hofft gegen Schalke auf den ersten Saisonsieg. "Wir müssen nur das Ergebnis anders gestalten", sagte er rückblickend auf das 2:2 zum Ligastart gegen Hertha BSC.

Kovac hat zudem eine Geldstrafe für den portugiesischen Fußball-Europameister Renato Sanches beim FC Bayern München bestätigt. Allerdings lieferte der Coach des deutschen Rekordmeisters am Donnerstag eine andere Begründung als die bislang in Medien verbreitete. "Es gab eine Geldstrafe, ja, das ist richtig", sagte Kovac zu der Disziplinarmaßnahme gegen den Mittelfeldspieler nach dem 2:2 zum Bundesliga-Auftakt gegen Hertha BSC. Er habe die Strafe gegen Sanches aber nicht ausgesprochen, weil dieser sich nach dem Spiel öffentlich über seinen Kurzeinsatz gegen die Berliner beklagt hatte. "Er hat das Training nach dem Spiel nicht mitgemacht", klärte Kovac auf. Die Reservisten wie Jérôme Boateng mussten nach dem Abpfiff noch Läufe und Sprints in der Allianz Arena absolvieren. Sanches verschwand dagegen gleich zum Duschen in der Kabine. Das könne man nicht einfach so zulassen, erläuterte Kovac.

Fußball, Leverkusen: Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen will den am Saisonende auslaufenden Vertrag mit Trainer Peter Bosz (55) verlängern. "Das Ziel ist natürlich, dass der Trainer noch länger bei uns bleibt", sagte Sportdirektor Simon Rolfes dem kicker. Beide Seiten seien "sehr zufrieden". Der Niederländer Bosz hatte die Werkself in der vergangenen Saison als Nachfolger von Heiko Herrlich in die Champions League geführt. Am vergangenen Samstag startete Leverkusen mit einem Sieg gegen den SC Paderborn (3:2) in die neue Spielzeit.

Handball, Supercup: Die SG Flensburg-Handewitt ist erfolgreich in die Mission Titel-Hattrick gestartet und hat die erste Trophäe der neuen Handball-Saison gewonnen. Im Spiel um den Supercup setzte sich das Team von Erfolgscoach Maik Machulla im Siebenmeter-Werfen mit 4:3 gegen den Pokalsieger THW Kiel durch. Nach regulärer Spielzeit hatte es 28:28 (14:13) gestanden. Ausgerechnet Routinier Domagoj Duvnjak scheiterte mit dem letzten Siebenmeter an SG-Keeper Benjamin Buric.

"Drei Titel in zwei Jahren ist schon okay", sagte SG-Trainer Maik Machulla bei Sky: "Ich freue mich, dass wir mit einem positiven Gefühl nach Hause fahren. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, am Ende haben wir glücklich gewonnen." Sein Gegenüber Filip Jicha war enttäuscht: "Die Kleinigkeiten haben das Spiel entschieden. Wir dürfen die Köpfe nicht hängen lassen", sagte der langjährige THW-Profi.

Der prestigeträchtige Erfolg im 100. Duell der Nordrivalen am Mittwoch in Düsseldorf schürt beim Meister der vergangenen beiden Jahren die Hoffnung auf einen weiteren Coup. Dagegen verpassten die Kieler im ersten Pflichtspiel unter ihrem neuen Trainer Jicha die Chance, ihre Favoritenrolle einen Tag vor dem Start in die 54. Bundesliga-Spielzeit zu untermauern.

Fußball, Spanien: Lionel Messi ist beim spanischen Fußball-Meister FC Barcelona ins Training zurückgekehrt und könnte womöglich am Sonntag im Spiel gegen Betis Sevilla auflaufen. Der Argentinier hatte zuletzt bei der 0:1-Niederlage in Bilbao wegen einer Muskelzerrung gefehlt. Sicher ausfallen wird dagegen der Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé wegen einer Oberschenkelverletzung. Auch ein Einsatz von Luis Suárez (Muskelverletzung) ist unwahrscheinlich.

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