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Olympia:Süd- und Nordkorea planen gemeinsames Eishockey-Team bei Olympia

Vor den Olympischen Winterspielen 2018

Das offizielle Logo der Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang.

(Foto: dpa)
  • Südkorea und Nordkorea wollen bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang gemeinsam einmarschieren.
  • Auch über eine gemeinsame Eishockey-Frauenmannschaft denken die beiden Länder nach, wie das südkoreanische Vereinigungsministerium berichtete.
  • Der Bob-Weltverband plant zudem den Einsatz eines Vierers mit Athleten aus Nord- und Südkorea als Spur-Schlitten.

Süd- und Nordkorea wollen bei den Winterspielen zur Eröffnungsfeier am 9. Februar gemeinsam ins Olympiastadion einmarschieren. Das teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Mittwoch mit. Dies war bislang nur bei den Sommerspielen 2000 in Sydney und 2004 in Athen sowie letztmals bei den Winterspielen 2006 in Turin der Fall.

Bei einem Treffen von Vertretern der beiden Länder am Mittwoch kündigte Nordkorea auch eine Teilnahme an den Paralympischen Spielen im Süden an. Ein Vorschlag für eine gemeinsame olympische Sportlermannschaft fand am Mittwoch die Unterstützung des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in. Nord- und Südkorea arbeiten an mehreren Kooperationen, seit der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un sich in seiner Neujahrsansprache bereiterklärte, eine Delegation zu den Spielen zu entsenden. Kritiker haben Kims Angebot als Versuch bezeichnet, die Beziehungen zu Südkorea zu verbessern, um die von den USA angeführten internationalen Sanktionen gegen Nordkorea zu schwächen und Zeit zu gewinnen, um das Atomwaffenprogramm zu perfektionieren. Es hat aber auch zu politischem Tauwetter auf der Halbinsel geführt.

Es könnte der erste gemeinsame sportliche Auftritt seit 70 Jahren werden

Moon sagte, die Teilnahme Nordkoreas an den Winterspielen werde "als Chance dienen, die eingefrorenen Beziehungen zwischen dem Süden und dem Norden zu erwärmen". Ein gemeinsames Einmarschieren bei der Eröffnungszeremonie oder eine gemeinsame Mannschaft könnten weitere Schritte bei der Entwicklung der Beziehungen sein, sagte der Präsident. Bei dem Treffen von Vertretern Süd- und Nordkoreas - dem dritten innerhalb weniger Tage - sprachen die Teilnehmer über eine gemeinsame Eishockey-Frauenmannschaft, wie das südkoreanische Vereinigungsministerium berichtete. Zudem sei es darum gegangen, dass die Sportler bei der Eröffnungszeremonie statt unter Nationalflaggen unter einer "Vereinigungsfahne" einlaufen könnten, die die Koreanische Halbinsel darstellt.

Der Bob-Weltverband IBSF plant zudem für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang den Einsatz eines Vierers mit Athleten aus Nord- und Südkorea als Spur-Schlitten. Das teilte die IBSF am Mittwoch mit. Das gemischte Team würde die Bahnbedingungen vor den Viererbob-Rennen am 24. und 25. Februar testen und könnte vor allem ein weiteres Zeichen der Annäherung zwischen den Staaten setzen. Es wäre der erste gemeinsame sportliche Auftritt der verfeindeten Staaten auf olympischer Bühne seit 70 Jahren. 1948 hatte das damals noch geeinte Korea an den Winterspielen in St. Moritz und im Sommer in London teilgenommen.

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