Olympia:Tennis: Zverev muss im Halbfinale gegen Djokovic ran

Tokio 2020 - Tennis

Souveräner Sieger: Alexander Zverev setzt sich im Viertelfinale gegen Jeremy Chardy durch.

(Foto: dpa)

Der gebürtige Hamburger setzt sich im Viertelfinale souverän gegen den Franzosen Jeremy Chardy durch. Im Judo sowie im Kanufahren gibt es zwei Bronzemedaillen für Deutschland. Die Meldungen in der Übersicht.

Turnen: Sunisa Lee hat sich in Tokio zur neuen olympischen Turnkönigin gekürt. Unter den Augen ihrer Vorgängerin und US-Teamkollegin Simone Biles, die wegen mentaler Probleme auf einen Start verzichtet hatte, siegte die 18-Jährige im Mehrkampf vor der Brasilianerin Rebeca Andrade und Mannschafts-Olympiasiegerin Angelina Melnikowa aus Russland. Die deutsche Rekordmeisterin Elisabeth Seitz aus Stuttgart kam auf den neunten Platz, 17. wurde ihre Vereinskollegin Kim Bui.

Tennis: Alexander Zverev spielt gegen Novak Djokovic um eine Olympia-Medaille und die Chance auf ein historisches Gold in Tokio. Dank eines unaufgeregten und ungefährdeten Erfolgs im Viertelfinale am Donnerstag zog die Nummer fünf der Welt ins Halbfinale gegen den serbischen Topstar ein. Klar mit 6:4, 6:1 besiegte Zverev den französischen Außenseiter Jeremy Chardy - zur ersten deutschen Olympia-Medaille im Herren-Einzel seit 21 Jahren fehlt nur noch ein weiterer Sieg.

Zuletzt hatte Tommy Haas 2000 in Sydney bei den Herren Silber gewonnen, Gold gab es für einen Tennisspieler aus Deutschland bei Olympischen Spielen im Einzel noch nie. Doch gegen Djokovic steht noch ein anderes und sehr besonderes Kapitel Tennis-Historie auf dem Spiel: Der Weltranglistenerste - in dieser Saison der dominante Spieler - kann als Erster seit Steffi Graf 1988 den Golden Slam mit allen vier Triumphen bei den Grand-Slam-Turnieren und Olympia-Gold gewinnen.

Zverev kann mit einem Coup über Djokovic am Freitag damit nicht nur seine eigenen olympischen Ehren, sondern auch diesen bislang einmaligen Ausnahmestatus der deutschen Sportikone Graf sichern. Im Falle einer Niederlage gegen Djokovic bliebe Zverev das Duell um Bronze - und darin wäre die deutsche Nummer eins in jedem Fall favorisiert. Im anderen Halbfinale stehen sich Pablo Carreno-Busta aus Spanien und der russische Tennisprofi Karen Chatschanow gegenüber.

Judo: Weltmeisterin Anna-Maria Wagner hat bei den Olympischen Spielen in Tokio die zweite Medaille für den Deutschen Judo-Bund erkämpft. Die 25-Jährige besiegte am Donnerstag im kleinen Finale die Kubanerin Kaliema Antomarchi durch Waza-ari und sicherte sich die Bronzemedaille. Zuvor hatte die Ravensburgerin in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm das Halbfinale gegen die japanische Ex-Weltmeisterin Shori Hamada verloren und damit den Endkampf verpasst. Wagner war gut einen Monat nach ihrem WM-Titel mit großen Ambitionen nach Tokio gereist und gehörte im ehrwürdigen Judo-Tempel Nippon Budokan zum engsten Favoritenkreis. Für das deutsche Judo-Team war es die zweite Medaille in Tokio nach Silber für Eduard Trippel am Mittwoch.

Kanu: Andrea Herzog hat mit Bronze die nächste deutsche Medaille im Kanuslalom gewonnen. Die 21 Jahre alte Weltmeisterin im Canadier-Einer landete im Finale hinter Jessica Fox (Australien) sowie Mallory Franklin (Großbritannien) und setzte damit die Erfolgsserie des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) fort. Es ist das dritte Edelmetall für die deutschen Slalom-Kanuten in Japan. Ricarda Funk (Bad Kreuznach) wurde Olympiasiegerin im Kajak-Einer, Canadier-Spezialist Sideris Tasiadis (Augsburg) hatte Bronze geholt.

Rudern: Jonathan Rommelmann und Jason Osborne haben als erste deutsche Leichtgewichts-Ruderer eine olympische Medaille gewonnen. Das Duo aus Krefeld und Mainz musste sich am Donnerstag auf dem Sea Forest Waterway von Tokio nur knapp Irland geschlagen geben und holte die Silbermedaille. Bronze ging an das italienische Boot.

"Ich kann das noch nicht so ganz fassen. Wir wussten, dass wir gut in Form sind. Wir haben den Iren heute einiges geboten, sie hatten ganz schön mit uns zu kämpfen. Wir sind super zufrieden und können uns nichts vorwerfen", sagte Rommelmann am ARD-Mikrofon. Osborne ergänzte: "Wir haben alles gegeben."

Seit der Olympia-Premiere 1996 in Atlanta war es noch keinem deutschen Doppel-Zweier gelungen, die Medaillenränge zu erreichen. Bei den Frauen hingegen hatte es 2000 und 2004 Silber gegeben. Nun hoben Rommelmann/Osborne bei schwierigen Windbedingungen mit einem mutigen Rennen auch die Männer in die olympischen Geschichtsbücher. Auf der 2000 Meter langen Strecke herrschte bei anspruchsvollen aber beherrschbaren Bedingungen Schiebewind. Lange lagen Rommelmann und Osborne an der Spitze, mussten die starken Iren aber auf dem letzten Teil der Strecke doch noch vorbeiziehen lassen. Der Rückstand betrug nur 0,86 Sekunden.

Dagegen verpasste der Gold-Favorit und Einer-Weltmeister Oliver Zeidler überraschend das Finale. Der 25-Jährige vom Donau-Ruder-Club Ingolstadt wurde am Donnerstag in seinem Halbfinale nur Vierter. Um in den Endlauf am Freitag (2.42 Uhr MESZ) einzuziehen, hätte der Welt- und Europameister mindestens Dritter werden müssen. Bei seinem Lauf fehlten Zeidler 0,6 Sekunden auf den dritten Rang. Im letzten Teil der Strecke konnte er mit der Konkurrenz nicht mehr mithalten und verlor Meter um Meter. Zeidler darf nun lediglich im B-Finale antreten und greift nicht in den Kampf um die Medaillen ein.

Hockey: Deutschlands Hockey-Männer müssen um den Einzug ins Viertelfinale zittern. Das DHB-Team kassierte am Donnerstag beim überraschenden 3:4 (3:2) gegen Südafrika die zweite Turnier-Niederlage und benötigt im abschließenden Gruppenspiel gegen den WM-Zweiten Niederlande mindestens einen Punkt, um aus eigener Kraft die K.-o.-Runde zu erreichen. Timm Herzbruch in der 8. Minute, Lukas Windfeder (22.) und Constantin Staib (24.) erzielten die Tore für die deutsche Mannschaft, die zum Auftakt schon gegen Weltmeister Belgien verloren hatte. Für Südafrika trafen Keenan Horne (9.), Matthew Guise-Brown (13.), Nicholas Spooner (45.) und Mustaphaa Cassiem (48.).

Schwimmen: Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock hat die zweite Medaille für die deutschen Beckenschwimmer knapp verpasst. Der 23-Jährige belegte über 800 Meter Freistil den vierten Platz. In 7:42,68 Minuten kam Wellbrock am Donnerstag nicht an seine deutsche Rekordzeit von 7:41,77 Minuten aus dem Vorlauf heran. Gold sicherte sich der Amerikaner Robert Finke. Silber holte Gregorio Paltrinieri aus Italien, Bronze ging an den Ukrainer Michailo Romantschuk. "Der vierte Platz ist natürlich immer bitter. Aber mehr war heute nicht drin", sagte Wellbrock unmittelbar nach dem Rennen in der ARD. Nun wolle er sich auf seinen nächsten Start über die 1500 Meter konzentrieren. "Da werde ich alles reinwerfen und gucken, was rauskommt", sagte Wellbrock. Zwei Jahre nach seinem historischen Doppel-Erfolg bei der WM 2019 in Südkorea, als er binnen weniger Tage Gold im Freiwasser über zehn Kilometer und über 1500 Meter Freistil gewann, gelang Wellbrock nicht der erhoffte Japan-Start mit Siegerehrung auf dem Podest.

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