Winterspiele 2026 Olympia in Calgary? Nein, danke

56,4 Prozent der Abstimmberechtigten sprachen sich gegen die Ausrichtung aus, 43,6 Prozent waren dafür.

(Foto: dpa)
  • Die Bewohner von Calgary haben sich in einem Referendum gegen die Olympischen Winterspiele 2026 in der kanadischen Stadt entschieden.
  • 56,4 Prozent der Stimmberechtigten erteilten der Ausrichtung eine Absage, 43,6 Prozent waren dafür.
  • Mit Stockholm sowie Mailand und Cortina d'Ampezzo sind nur noch zwei Kandidaten im Rennen um den Austragungsort.

Die Bürger von Calgary haben sich gegen die Austragung der Olympischen Winterspiele 2026 entschieden und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) einen weiteren Dämpfer verpasst. Für die Spiele in acht Jahren sind damit in Stockholm und Mailand mit dem Skiort Cortina d'Ampezzo nur noch zwei Kandidaten im Rennen.

Beim Referendum in der kanadischen Millionenmetropole, die schon 1988 Gastgeber von Olympischen Winterspielen war, sprachen sich 56,4 Prozent gegen die Ausrichtung aus. 43,6 Prozent waren dafür. 304 774 Bürger stimmten ab. Das Referendum ist zwar rechtlich nicht bindend, doch im Vorfeld hatten alle Beteiligten signalisiert: Bekommt die Nein-Seite auch nur eine Stimme mehr, ist die Bewerbung nichtig.

Calgary wurden zuvor keine schlechten Chancen eingeräumt, Olympia-Austragungsort zu werden. Das IOC hatte nach den abenteuerlich anmutenden Veranstaltungen in Sotschi 2014, Pyeongchang 2018 und Peking 2026 eine Rückkehr in eine traditionelle Wintersportregion angekündigt. Calgary würde diese Bedingung erfüllen. Ein Pluspunkt für die Kanadier wäre auch die gelungene Ausrichtung der Winterspiele 2010 in Vancouver. Und 1988 hat Calgary bereits gezeigt, dass es die Spiele ausrichten kann. Das Eishockeyturnier wäre ein Fest in der nach dieser Sportart verrückten Nation.

Winterspiele 2026 - eine Sorgenkind des IOC

Die Winterspiele 2026 bleiben für das IOC ein Sorgenkind. Auch bei Stockholm und Mailand/Cortina d'Ampezzo ist unklar, ob die Städte ihre Bewerbungen aufrecht erhalten können. Diese Austragungsorte hatte das IOC im Oktober in den Kreis der Kandidaten aufgenommen. IOC-Präsident Thomas Bach hatte die italienische Initiative von Mailand und Cortina zuletzt bei einem Besuch in Rom gelobt, obwohl sie - anders als bislang üblich - nicht auf staatliche Garantien, sondern nur auf die finanzielle Unterstützung der Regionen bauen kann.

In Stockholm treibt das Nationale Olympische Komitee die Bewerbung voran, es mangelt ihr aber an Unterstützung aus der Politik. Erschwerend kommt die schleppende Regierungsbildung in Schweden hinzu.

Zuvor waren bereits Sapporo (Japan), Graz mit Schladming (Österreich) sowie Sion (Schweiz) aus dem Kreis der Bewerber ausgeschieden. Nachträglichen Ambitionen von Buenos Aires erteilte Bach eine Absage. Aus Deutschland gibt es derzeit keine konkreten, öffentlich bekannten Bestrebungen zu einer Bewerbung.

Die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees trifft die Entscheidung über den Ausrichter am 24. Juni 2019 in Lausanne.

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