Zum Tod von Niki Lauda:Der Mann, der sein letztes Rennen überlebte

Die Formel 1 hat Niki Lauda geprägt, wie auch Niki Lauda die Formel 1 prägte. Seine Karriere in Bildern.

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Der Aufstieg zum Ferrari-Piloten

Niki Lauda, Bildergalerie, Tod, Unfall

Quelle: Imago

Niki Lauda erlebt sein Formel-1-Debüt für March-Ford passend beim Großen Preis von Österreich. In den Folgejahren beeindruckt er mit seinem Können die Zuschauer. Unter ihnen auch Enzo Ferrari, dessen Team ihn ab der Saison 1974 unter Vertrag nimmt. Lauda zeigt, dass das Vertrauen in ihn berechtigt war, und bringt Ferrari 1975 zum ersten Mal seit elf Jahren wieder den Weltmeistertitel.

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Das Duell mit Hunt

Niki Lauda, Bildergalerie, Tod, Unfall

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McLaren-Pilot James Hunt (links) und Lauda machen 1976 den Titel unter sich aus. Als Playboy und Super-Ratte betitelt, schreiben die beiden markanten Charaktere damals Sportgeschichte, die später Stoff für den Hollywoodfilm "Rush" liefert. In dem Streifen wird die Rivalität überspitzt, denn trotz ihres Ehrgeizes schätzten die beiden einander. "Wir hatten eine respektvolle und gute Beziehung zueinander", sagte Lauda vor Jahren dem britischen Guardian, als er über seinen ehemaligen Kollegen sprach, der bereits 1993 an einem Herzinfarkt gestorben war.

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Crash auf dem Nürburgring

Wrack des Ferrari Boliden in dem Niki Lauda Österreich 1976 auf dem Nürburgring seinen schweren U; Niki Lauda, Bildergalerie, Tod, Unfall

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27 Jahre ist Niki Lauda alt, als er 1976 auf der Nordschleife des Nürburgrings durch einen Materialfehler an seinem Boliden in die Bande steuert. Kurz nach dem Aufprall passieren zwei weitere Wagen die Unfallstelle. Ein Fahrzeug fährt frontal in den bereits brennenden Ferrari des Österreichers. Die Flammen treffen vor allem den Kopf von Niki Lauda, die toxischen Dämpfe beschädigen seine Lungen stark. Doch er überlebt den Unfall und tritt zur Überraschung aller anderthalb Monate später schon beim Grand Prix in Monza wieder an.

Auch wenn Lauda es nicht leiden konnte, wurde er regelmäßig auf den Unfall angesprochen. Dabei erzählte er oft die Anekdote von dem Moment vor dem Rennen auf dem Nürburgring, als ein Fan ihn bat, doch bitte ein Datum neben sein Autogramm zu setzen - es könnte schließlich Laudas letztes Rennen sein.

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Lauda und seine Ehefrauen

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Eines der Glamour-Paare der damaligen Formel 1 - Marlene Knaus und Niki Lauda heiraten 1976, bekommen zwei Kinder und lassen sich 1991 wieder scheiden. Seine zweite Ehefrau, die dreißig Jahre jüngere Birgit Wetzinger, heiratet er 2008. In dieser Ehe wird Lauda nochmals Vater, dieses Mal von Zwillingen. Sein fünftes Kind stammt aus einer außerehelichen Beziehung.

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Der Boykott am Berg Fuji

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Als es 1976 zum entscheidenden Rennen in Japan am Fuße des Fuji kommt, gleicht die Strecke wegen des starken Niederschlags einer Regenrinne. Der Veranstalter will eigentlich das Rennen absagen. Aber Bernie Ecclestone, damaliger Chef der Formel 1, macht aus Angst um die TV-Einnahmen Druck und der Große Preis von Japan findet letztendlich doch statt.

Niki Lauda entscheidet nach zwei gefahrenen Runden: Er beendet dieses Rennen, denn das Unfallrisiko ist zu hoch. James Hunt fährt weiter (siehe Foto) und belegt nach der letzten Runde den zweiten Platz, was für den Gewinn des Weltmeistertitels vor Lauda reicht. Der erfährt von seinem verpassten Titel erst am Flughafen, als er abreisen möchte.

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0,5 Punkte Vorsprung reichen zum WM-Titel

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Nach seiner zweiten gewonnenen Weltmeisterschaft 1977 beendet Lauda 1979 seine Karriere zwischenzeitlich. Doch schon drei Jahre später kehrt er zurück - auch wenn die Anzüge nach wie vor Ferrari-Rot sind, fährt er nun McLaren. Auf dem Foto feiert zwar Alain Prost seinen Grand-Prix-Sieg, aber mit dem kleinsten Punkte-Abstand aller Zeiten wird er 1984 hinter dem Österreicher nur Zweiter in der Gesamtwertung. Es ist Laudas dritter und letzter WM-Titel. 1985 hört er endgültig auf als Fahrer in der Formel 1.

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Flugunternehmer Lauda

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Bereits 1979 gründet Niki Lauda parallel zu seinem Job als Rennfahrer die Fluggesellschaft Lauda Air. Mit der Zeit wächst das Unternehmen stetig. 1992 kommt es zum Absturz von Lauda-Air-Flug 004 in Thailand auf der Strecke Hongkong-Bangkok-Wien. Alle 223 Insassen sterben bei dem Unglück, für das letztendlich das vom Hersteller falsch justierte Schubumkehrsystem der geflogenen Boeing 767 verantwortlich gemacht wird. 2013 stellt der damalige Besitzer Austrian Airlines die Flüge von Lauda Air ein.

Eine weitere Investition Laudas ist die Fluglinie Flyniki, die lange Zeit Air Berlin gehörte. Nach der Pleite des Mutterkonzerns kaufte Lauda erst 2018 die Fluggesellschaft überraschend wieder auf - bevor er sie umgehend zu maßgeblichen Teilen an Ryanair weiterreichte.

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Experte im Fernsehen und Strippenzieher bei Mercedes

Motorsports FIA Formula One World Championship 2012 Grand Prix of Malaysia Niki Lauda AUT RTL T; Niki Lauda, Bildergalerie, Tod, Unfall

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Den jüngeren Generationen ist Niki Lauda vor allem als Experte für RTL neben der Rennstrecke bekannt. 2017 beendete er seine Tätigkeit im Fernsehen und war von da an als Aufsichtsratvorsitzender für Mercedes tätig.

Mit seinem Start in dieser Funktion 2013 war er maßgeblich für den Umbruch beim Formel-1-Stall des Stuttgarter Autobauers beteiligt. Als eine seiner ersten Amtshandlungen 2012 zeigte er Michael Schumacher gegenüber, der damals mit der Verlängerung seines Vertrages zögerte, klare Kante. Er ersetzte ihn durch einen deutlich jüngeren Fahrer, mit dem Mercedes wieder zur absoluten Weltspitze aufsteigen sollte.

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Mensch ohne Freunde

MELBOURNE GRAND PRIX CIRCUIT AUSTRALIA MARCH 24 Pole sitter Lewis Hamilton GBR Mercedes AMG F; Niki Lauda, Bildergalerie, Tod, Unfall

Quelle: Mark Sutton/imago

Dieser Fahrer war Lewis Hamilton. Seit 2014 gingen alle WM-Titel zu Mercedes - vier Mal an Hamilton, einmal an Nico Rosberg. Nicht selten fingen die Kameras nach Hamiltons Siegen ein, wie er und Lauda sich herzten. Und das, obwohl Lauda eigentlich betonte, dass er keine Freunde habe.

Doch selbst wenn Lauda die Menschen in seinem Umfeld nicht als Freunde betrachtet hat, so ist die Trauer um den großen Rennfahrer mit der Kappe auf dem Kopf und dem unverkennbaren Wiener Schmäh auf der Zunge groß.

Am 20. Mai 2019 ist Niki Lauda gestorben. Von einer Lungentransplantation im August 2018 - sie war auch aufgrund von Folgeschäden seines schweren Unfalls in den 70er Jahren nötig geworden - hatte er sich nicht mehr richtig erholt. Er sei dennoch "im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen", erklärte eine Sprecherin im Namen der Angehörigen.

© SZ.de/lwo/mkoh/cat
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