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Niersbach über Bundestrainer Löw:"Gehe davon aus, dass wir weitermachen"

World Cup 2014 - Germany press conference

Weiter ein Team? Wolfgang Niersbach (links) und Joachim Löw.

(Foto: dpa)

Joachim Löw soll Bundestrainer bleiben, wenn es nach DFB-Präsident Wolfgang Niersbach geht. Lionel Messi wird von der Fifa zum besten Spieler des Turniers gewählt. Auch Manuel Neuer erhält eine Auszeichnung.

DFB, Bundestrainer: Joachim Löw bleibt anscheinend auch nach dem WM-Triumph Bundestrainer. Löw äußerste sich nach dem 1:0-Sieg nach Verlängerung im Endspiel gegen Argentinien nicht selbst zu seiner Zukunft. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach beantwortete aber die Frage, ob Löw weitermache, mit einem deutlichen "Ja!". Auch Nationalmsnnachaftsmanager Oliver Bierhoff glaubt, dass Löw seinen bis zur EM 2016 in Frankreich laufenden Vertrag erfüllen wird. "Wie ich Jogi die ganzen Tage gesehen habe, überhaupt die ganzen Wochen, gehe ich davon aus, dass wir weitermachen", sagte Bierhoff, der ebenfalls bei der Nationalmannschaft bleiben will: "Ich gehe davon aus, dass ich weitermache, ich habe noch zwei Jahre Vertrag, und ich habe vorher auch bewusst gesagt, ohne Option."

Ehrung, beste Spieler: Dem deutschen WM-Triumph folgte der Siegeszug von Manuel Neuer, der zum besten Torwart des Turniers gekürt wurde. Doch der ganz große Durchmarsch blieb aus, da Final-Verlierer Lionel Messi überraschend den "goldenen Ball" als bester Spieler erhielt. Neuer bekam zum Zeichen der Ehrung den Goldenen Handschuh verliehen.

Messi, der nur in der Vorrunde überzeugt hatte, wurde von der TSG als überragender Spieler der Endrunde 2014 in Brasilien beurteilt. Mit versteinerter Miene nahm er Minuten nach dem 0:1 nach Verlängerung gegen die Deutschen den Goldenen Ball entgegen. Den Silbernen Ball als zweitbester Spieler bekam Deutschlands Thomas Müller, der Niederländer Arjen Robben musste sich auch hier mit dem dritten Platz trösten.

In der zehn Spieler umfassenden "Shortlist" der FIFA für die Wahl waren in Toni Kroos, Mats Hummels, Müller und Kapitän Philipp Lahm auch vier deutsche Spieler vertreten gewesen. Sie gingen ebenso leer aus wie auch Brasiliens Ausnahmekönner Neymar, für den die WM nach dem Bruch des Querfortsatzes des dritten Lendenwirbels aus dem Viertelfinale gegen Kolumbien vorzeitig beendet war. Als Zuschauer in Brasilia hatte er die 0:3-Pleite der Selecao im Spiel um Platz drei gegen die Niederlande verfolgt.

Brasilien, Fred: Im Stadion wurde er nach dem miserablen Abschneiden der Seleção ausgepfiffen, jetzt hat Brasiliens Stürmer Fred die Nase voll. "Für mich ist die Seleção erledigt", sagte die Nummer 9 am Sonntag in einem Interview mit der Zeitung Estado de São Paulo auf die Frage, ob er sich noch als Teil der Nationalmannschaft sehe. Fred, beim Confederations Cup 2013 noch einer der Besten, war am Dienstag im Stadion Mineirão in Belo Horizonte ausgepfiffen worden, als er im Halbfinale gegen Deutschland (1:7) in der 69. Minute ausgewechselt wurde. Im Spiel um den dritten Platz am Samstag saß er nur auf der Bank, die Fans pfiffen aber schon, als sein Gesicht auf den Großbildschirmen auftauchte.

Nun fürchtet er, zum neuen Barbosa Brasiliens zu werden. So hieß der Torwart, dem die Fans sein Leben lang nicht verziehen, bei der historischen 1:2-Niederlage gegen Uruguay bei der WM 1950 den Ball nicht gehalten zu haben. "Wir sind zusammen gescheitert, und wir waren nicht gut in den letzten beiden Spielen. Es gibt keinen einzelnen Schuldigen", wehrte sich Fred dagegen, zum Sündenbock gemacht zu werden. Auf die Frage, warum nur er ausgebuht wurde, sagte er: "In Brasilien Buhrufe zu hören ist normal. Das gehört dazu. Was ich sagen kann ist, dass es nicht nur Schuld von Fred war." Bei seinem Club Fluminense werde er jetzt um eine Auszeit bitten, um sich zu sammeln.

© Südeutsche.de/dpa/sid/ebc
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