bedeckt München

Neuer zu umstrittenem Lied:"Was andere fordern, ist mir egal"

FC Bayern Muenchen Training And Press Conference

Manuel Neuer bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Chelsea.

(Foto: Getty Images)

Der Bayern-Kapitän äußert sich erstmals dazu, dass er das Lied einer rechtsnationalistischen, kroatischen Band mitgesungen hat. In der Formel 1 prüfen Teams eine Beschwerde gegen Racing Point.

Meldungen im Überblick

Fußball, Manuel Neuer: Bayern-Torhüter Manuel Neuer hat sich erstmals zu einer umstrittenen Gesangseinlage während seines Kroatien-Urlaubs geäußert. Vor Kurzem tauchte ein Video auf, in dem Neuer am Strand ein Lied der Band "Thompson" mitsingt, deren Sänger rechtsnational auftritt. Viele kritisierten, dass der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft sich nicht dazu äußerte, unter anderem der Obmann des Sportausschusses des Bundestages. Das Management des Torwarts sagte früh, dass Neuer gar kein Kroatisch spreche. "Was andere fordern, ist mir egal", sagte der 34-Jährige nun auf der Vereins-Pressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel gegen den FC Chelsea. "Ich habe meinen Urlaub genossen. Als ich hier nach dem Urlaub begonnen habe, hat mich keiner darauf angesprochen, sondern eher den Kopf über die Berichterstattung geschüttelt."

Motorsport, Formel 1: Insgesamt vier Rivalen prüfen nach der Bestrafung von Racing Point wegen angeblich illegaler Kopien von Bauteilen eine Beschwerde. Ferrari, McLaren, Renault und Williams haben eine entsprechende Absicht erklärt, gegen die Entscheidung der Rennkommissare vorzugehen. Dies wurde am Samstag vor dem letzten Training zum Grand Prix in Silverstone bekanntgegeben. Racing Point selbst möchte sich eine Strafmilderung offen halten. Die Streitparteien haben 96 Stunden Zeit, eine mögliche Beschwerde zu belegen und offiziell einzureichen.

Die Sportkommissare des Motorsport-Weltverbandes FIA hatten zuvor Racing Point, das Team von Aushilfspilot Nico Hülkenberg, zu einem Abzug von insgesamt 15 WM-Punkten und 400 000 Euro Geldbuße verurteilt. Renault hatte Protest gegen die Bremsbelüftungen der Racing-Point-Autos eingelegt, weil sie angeblich illegal vom Mercedes der Saison 2019 kopiert wurden. Racing Point bezieht Motoren und weitere Komponenten von den Silberpfeilen.

Die Stewards erkannten nun bei den hinteren Bremsschächten einen Regelbruch. Der Designprozess dieser Bauteile sei nicht rechtmäßig, weil bestimmte Komponenten von den Teams selbst ohne Hilfe eines Konkurrenten konstruiert werden müssen. Racing Point betonte stets, vom 2019er Mercedes nur inspiriert worden zu sein. Dennoch darf das Team die Bremsschächte weiter einsetzen.

Eishockey, NHL: Der deutsche Nationalspieler Leon Draisaitl ist mit seinen Edmonton Oilers überraschend schon in der Qualifikationsrunde zu den NHL-Playoffs ausgeschieden. Der Kandidat für die beiden wichtigen Auszeichnungen als MVP und als herausragender Spieler der Hauptrunde verlor mit den Oilers am Freitag (Ortszeit) Spiel vier gegen die Chicago Blackhawks 2:3 und die Best-of-five-Serie damit 1:3. "Wir haben zu viele kleine Fehler gemacht, die einfach nicht passieren dürfen zu dieser Zeit des Jahres. Wir haben nie zu unserem Spiel gefunden. Das ist offensichtlich sehr frustrierend", sagte Draisaitl.

Als Fünfter der Western Conference waren die Oilers gegen die auf Rang zwölf stehenden Blackhawks trotz der langen Corona-Pause favorisiert. Mancher Experte sah das Team unter anderem wegen der starken Angreifer um Draisaitl und Connor McDavid sogar mit Chancen auf den Stanley Cup. "Es ist frustrierend. Es ist frustrierend, weil wir mehr erwartet haben", sagte Trainer Dave Tippet. Die Oilers führten schon nach 45 Sekunden durch ein Tor von Josh Archibald, gerieten aber noch vor dem Ende des ersten Drittels in Rückstand. Nach dem Ausgleich im zweiten Drittel durch Ryan Nugent-Hopkins traf Dominik Kubalik 11:30 Minuten vor dem Ende zur erneuten Chicago-Führung. Edmonton erholte sich von dem 2:3 nicht mehr und konnte auch keines seiner insgesamt fünf Powerplays für einen eigenen Treffer nutzen. "Wir hatten definitiv genug Chancen, um in dieses Spiel zurückzukommen", sagte der 24 Jahre alte Draisaitl.

Die NHL hatte ihre Hauptrunde wegen der Corona-Krise abgebrochen. Statt der üblichen 16 Mannschaften waren 24 Teams für die erweiterten Playoffs qualifiziert, die in zwei Blasen in Edmonton und Toronto ausgetragen werden. Die besten vier Teams der Western und Eastern Conference sind für die regulären Playoffs qualifiziert. Die anderen Teams müssen sich in der Qualifikationsrunde beweisen. Die Oilers haben das nun überraschend nicht geschafft.

Basketball, NBA: Die Playoffs werden ohne die deutschen Profis Isaac Bonga und Moritz Wagner ausgetragen. Drei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde besiegelte am Freitag (Ortszeit) die 107:118-Niederlage gegen die New Orleans Pelicans das vorzeitige Aus der Washington Wizards. Die Hauptstädter konnten seit dem Einzug in das Walt Disney Resort Orlando, in dem die am 11. März zwischenzeitlich unterbrochene Saison zu Ende gespielt wird, keines ihrer fünf Spiele für sich entscheiden. Damit stehen die acht Mannschaften, die sich in der Eastern Conference für die Playoffs qualifiziert haben, fest. Gegen die Pelicans kostete Washington ein schwaches drittes Viertel den Sieg. Bonga kam in 25 Minuten auf sieben Punkte, Wagner steuerte in zehn Minuten zwei Punkte bei.

Einen erfolgreichen Abend erlebten dagegen Daniel Theis und die Boston Celtics, die sich mit 122:100 gegen den Meister Toronto Raptors durchsetzten. Theis überzeugte mit elf Punkten und elf Rebounds und erreichte somit ein sogenanntes Double-Double. Die Celtics sind für die Endrunde qualifiziert und belegen im Osten den dritten Platz. Außerdem kassierten die Oklahoma City Thunder ohne den deutschen Nationalspieler Dennis Schröder eine 92:121-Niederlage gegen die Memphis Grizzlies. Während es für Memphis der erste Sieg in der Bubble war, fehlte Schröder zum dritten Mal in Folge. Der 26-Jährige hatte das Gelände verlassen, um bei der Geburt seines zweiten Kindes dabei zu sein. Auch die Thunder sind als Sechster im Westen bereits sicher in den Playoffs.

PSG, Verletzung: Trainer Thomas Tuchel hat sich wenige Tage vor dem Viertelfinalspiel der Champions League gegen Atalanta Bergamo am Fuß verletzt. Wie der französische Fußballmeister Paris Saint-Germain am Freitag via Twitter mitteilte, verstauchte sich der 46-Jährige beim Sporttraining am Donnerstagabend den linken Knöchel. Ein Mittelfußknochen sei gebrochen. Der Regionalzeitung "Le Parisien" zufolge ist immer noch unklar, ob der am Knöchel verletzte PSG-Stürmer Kylian Mbappé am Mittwoch in Lissabon gegen Atalanta zur Verfügung stehen wird. Der Weltmeister war am 24. Juli im Finale um den französischen Fußball-Pokal (1:0 gegen AS Saint-Etienne) brutal gefoult worden.

© SZ.de/sid/dpa/chge

Juventus Turin
:Khediras dringliche Worte in eigener Sache

Herz-OP, zweimal Knie, jetzt die Adduktoren: Sami Khedira kämpft um seine Karriere, doch es ist unklar, ob er eine Zukunft in Italien hat. Sein Charakter hilft ihm durch eine schwere Zeit.

Von Jonas Beckenkamp

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite