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Nazi-Skandal in Aue:Fans vergleichen Red-Bull-Chef mit Hitler

Erzgebirge Aue - RB Leipzig

Skandal-Sprichband in Aue. Fans vergleichen Leipzigs Spieler und Anhänger mit Nazis.

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa)
  • Eklat beim Zweitliga-Spiel in Aue: Fans des FC Erzgebirge zeigen Red-Bull-Chef Mateschitz als Hitler und beschimpfen die Leipziger als Nazis.
  • Nach dem Spiel müssen die Gäste-Spieler vom Platz flüchten.
  • Aues Präsident Leonhardt distanziert sich in einem Statement vom unsportlichen Verhalten der Fans.

Eklat beim Sachsen-Derby

Beim Sachsen-Derby zwischen Erzgebirge Aue und RB Leipzig (2:0) haben heimische Fans für einen handfesten Eklat gesorgt. Sie zeigten im Stadion ein Plakat, das Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz in Nazi-Uniform mit der Aufschrift "Aus Österreich nur das Beste für Deutschland" zeigte. Mateschitz gehören 49 Prozent der Red Bull GmbH; das österreichische Energy-Drink-Unternehmen will den Klub RB Leipzig in die Bundesliga bringen.

Ein zusätzlich entrolltes Spruchband schlug in die gleiche Kerbe: "Ein Österreicher ruft und ihr folgt blind, wo das endet weiß jedes Kind. Ihr wärt gute Nazis gewesen!"

Das Fußballprojekt in Leipzig ist bei Fußballfans sehr umstritten, weil es als Marketinginstrument des österreichischen Unternehmens betrachtet wird. Bisweilen schlagen die Vorbehalte in Hass um, auch SAP-Gründer Dietmar Hopp als Mäzen der TSG Hoffenheim hatte sich in den Stadien der Republik schon einiges anhören müssen.

Auch nach dem Spiel in Aue sorgten Fans für Ärger, als sie versuchten, das Spielfeld zu stürmen und Leipziger Profis mit Schneebällen bewarfen. Die Gästeprofis brachen nach diesem Zwischenfall ihr Auslaufen ab und flüchteten in die Kabine.

Aue-Präsident Leonhardt distanziert sich

Auf Sport1-Anfrage teilte Aue zunächst mit, dass der Verein die Vorfälle nicht kommentieren wolle, bis die Angelegenheit geprüft worden sei. Dann werde der Verein ein Statement veröffentlichen. Die Leipziger Volkszeitung zitiert Aue-Präsident Helge Leonhardt: "Das ist eine Sauerei, wir distanzieren uns entschieden." Auf Facebook und Twitter schrieb der FC Erzgebirge noch am Abend: "3 Punkte gewonnen, doch am Ende eine Menge Ansehen und Anerkennung verloren!"

Am Samstag veröffentlichte der Verein schließlich ein Statement, in dem er sich von den unsportlichen Parolen und Spruchbändern distanzierte. "Diese Machenschaften verurteilt der FC Erzgebirge Aue auf das Allerschärfste! Mit Leuten, die Plakate und Banner mit derart verabscheuungswürdigen Inhalten in unser Stadion bringen und zeigen, wollen wir nichts zu tun haben! Eine Minderheit sorgte gestern Abend dafür, dass ein für den FC Erzgebirge Aue sportlich erfolgreicher Abend einen ungenießbaren Beigeschmack bekommen hat. Wir können und möchten uns hierfür bei RB Leipzig e.V. entschuldigen", hieß es in dem Statement, das von Aue-Präsident Helge Leonhardt unterzeichnet ist.