Nächste Entlassung in der Bundesliga Hannover 96 wirft Trainer Korkut raus

Zu viele Niederlagen, zu wenig Hoffnung: Tayfun Korkut muss in Hannover gehen.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Schon wieder muss einer gehen: Bundesligist Hannover 96 trennt sich von Trainer Tayfun Korkut.
  • Damit reagiert der Klub auf das 0:4 in Leverkusen am vergangenen Wochenende.

Wieder fliegt ein Bundesligatrainer raus

So ganz überraschend kommt diese Nachricht nicht mehr. Nach den Veränderungen bei diversen anderen Bundesligisten verliert nun auch Trainer Tayfun Korkut seinen Job. Der Coach wurde an diesem Montagmorgen bei Hannover 96 entlassen. Nach ungewöhnlich ausführlichen Diskussionen hat sich Präsident Martin Kind nun doch für einen personellen Neuanfang entschieden, nachdem er dem Trainer kürzlich noch eine Jobgarantie ausgesprochen hatte.

Man werde "einen neuen Cheftrainer verpflichten, der die Mannschaft im Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen 1899 Hoffenheim betreuen wird", hieß es in der öffentlichen Erklärung zum vorzeitigen Ende des 41-Jährigen bei den Norddeutschen. Korkut wurde eine Serie von 13 Begegnungen ohne Sieg letztlich zum Verhängnis, zuletzt war am vergangenen Wochenende die Partie bei Bayer Leverkusen nach einer schwachen Leistung mit 0:4 verlorengegangen. Danach hatte der Deutsch-Türke selber erste Zweifel daran geäußert, den Bundesliga-15. aus dem Tabellenkeller führen zu können. "Mit solchen Leistungen reicht es natürlich nicht", sagte Korkut niedergeschlagen.

Kind hatte erhebliche Zweifel

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Anders als im Vorjahr, als die Roten in einer ähnlich fatalen Situation waren, traute Kind seinem obersten Übungsleiter die sportliche Wende diesmal nicht mehr zu. Dass der Patriarch mit der endgültigen Trennung für ihn untypisch lange gezögert hatte, könnte mit der Problematik zu tun haben, nicht sofort eine Ideallösung als Nachfolger zur Hand zu haben. Als Wunschkandidat des Unternehmers gilt eigentlich André Breitenreiter, Trainer des Liga-Konkurrenten SC Paderborn. Der frühere 96-Profi hätte allerdings erst in der kommenden Spielzeit zur Verfügung gestanden - und wohl auch nur in der Ersten Liga.

Aktuell könnte Feuerwehrmann Peter Neururer erste Wahl bei der kurzfristigen Nachfolge Korkuts sein. "Warten wir mal ab. Ich habe noch einen Vertrag beim VfL Bochum. Mit Hannover ist noch gar nichts klar", sagte Neururer am Montagmorgen der dpa. Der 59-Jährige bestätigte allerdings, "immer mal wieder Kontakt" mit Hannovers Klubchef Kind zu haben. Neururer hatte nach längerer Pause bis Dezember 2014 den Zweitligisten Bochum trainiert. In Hannover war er 1994/95 und 2005/2006 bereits Chefcoach.

Wer neben Neururer im Gespräch ist

Gespräche wurden angeblich bereits auch mit Volker Finke, 67, der als Nationaltrainer Kameruns tätig ist, geführt. Dies berichtet die Bild. Korkut war überraschend am Silvestertag des Jahres 2013 als Nachfolger von Mirko Slomka präsentiert worden. Der Job an der Leine war für ihn die erste Station als Cheftrainer. Zuvor hatte der in Deutschland geborene Ex-Nationalspieler überwiegend im Nachwuchsbereich gearbeitet. Exakt eine Woche nach der ersten Partie unter der neuen sportlichen Leitung steht dann bereits das prestigegeladene Niedersachsen-Derby beim VfL Wolfsburg auf dem Spielplan.