Nach Geldstrafe Ewald Lienen attackiert DFB-Sportgericht

Ewald Lienen meckert über die Urteilsbegründung des DFB-Sportgerichts.

(Foto: dpa)

St.-Pauli-Coach Ewald Lienen schimpft nach einer Geldstrafe über den DFB-Kontrollausschuss. Die DFB-Frauen besiegen Schweden beim Algarve-Cup. Das Sauber-Team hat zum Formel-1-Start plötzlich drei Fahrer für zwei Autos.

Fußball, St. Pauli: Trainer Ewald Lienen vom FC St. Pauli ist verstimmt darüber, dass er vom DFB-Sportgericht wegen unsportlichen Verhaltens zu 3000 Euro Geldstrafe verurteilt worden ist. "Ich bin entsetzt von dem Schiedsrichter und dem Kontrollausschuss. Ich bin entsetzt darüber, dass so etwas hier in Deutschland möglich ist. Das ist respektlos hoch drei!", wurde der Trainer des Fußball-Zweitligisten übereinstimmend in Hamburger Medien zitiert. Die Geldstrafe wegen seiner Kritik am Schiedsrichtergespann um Martin Petersen, dem er nach dem 0:1 gegen Fürth unter anderem Arroganz vorgeworfen hatte, will er wohl oder übel zahlen. "Ich habe weder Zeit noch Lust, mich mit denen noch mal an einen Tisch zu setzen."

Dass ihm in der Urteilsbegründung vorgehalten wird, er habe gesagt, St. Pauli sei "verpfiffen" worden, nimmt der 61-Jährige aber nicht widerspruchslos hin. "Ich habe dieses Wort mit keiner Sterbenssilbe gesagt", versichert Lienen. Unter anderem hatte er sich beklagt, dass seinem Team erst ein Handelfmeter zugesprochen, dann auf Betreiben eines Linienrichters wieder aberkannt wurde. "Ich werde für eine völlig indiskutable Schiedsrichterleistung im Nachhinein auch noch bestraft. Das ist absolut inakzeptabel. Ich war aufgebracht über die Benachteiligungen in diesem Spiel und darf mich nicht echauffieren?", klagte Lienen, dem nun ein Nachspiel drohen könnte.

Fußball, Algarve-Cup: Die deutschen Fußball-Frauen haben das kleine Finale beim Algarve-Cup gegen Schweden mit 2:1 (1:0) gewonnen und das WM-Vorbereitungsturnier erstmals als Dritter abgeschlossen. Anja Mittag in der 3. Minute und Alexandra Popp (52.) erzielten am Mittwoch in Parchal die Tore für den Europameister, der damit erfolgreich Revanche nahm für die 2:4-Niederlage im Gruppenspiel. Für Schweden traf Sofia Jacobsson (64.). Deutschland hatte das Turnier in der Vergangenheit schon dreimal gewonnen und dreimal den zweiten Platz belegt.

Formel 1: Der ehemalige Testfahrer Giedo van der Garde (29) hat erfolgreich sein Cockpit beim Formel-1-Team Sauber für den Saisonauftakt in Australien (Sonntag, 6.00 Uhr/RTL und Sky) eingeklagt. Der Oberste Gerichtshof in Melbourne sicherte dem Niederländer am Mittwoch das Recht zu, im Albert Park für das Schweizer Team zu fahren. Das Urteil stürzt den finanziell angeschlagenen Sauber-Rennstall kurz vor dem Beginn des ersten freien Trainings am Freitag ins Chaos. Wer bei Sauber von den beiden eigentlichen Stammfahrern Felipe Nasr (22, Brasilien) und Marcus Ericsson (24, Schweden) für van der Garde weichen muss, ist noch unklar. Die Entscheidung von Richter Clyde Croft gilt nur für das Rennen in Australien.

Teamchefin Monisha Kaltenborn legte gegen das Urteil Berufung ein. Die Anhörung wurde auf Donnertag 9.30 Uhr Ortszeit festgesetzt. Sauber werden aber nur geringe Chancen eingeräumt. "Wir sind sehr enttäuscht über diese Entscheidung und müssen uns nun die Zeit nehmen, die Konsequenzen dieses Entscheids zu verstehen sowie die Auswirkungen auf unseren Saisonstart zu evaluieren", sagte Kaltenborn: "Allerdings können wir nicht die Sicherheit unseres Teams, oder anderer Fahrer auf der Strecke gefährden, nur um dem Wunsch eines unvorbereiteten Fahrers nachzukommen, Rennen für uns zu bestreiten. Und dies in einem Fahrzeug, das auf zwei andere Fahrer zugeschnitten wurde." Van der Garde zog vor Gericht, weil ihm in der Vorsaison als Testfahrer ein Cockpit vertraglich zugesichert worden war. Ein Schiedsgericht in der Schweiz hatte ihm in diesem Fall bereits Recht gegeben. Sauber hatte Ende des Vorjahres allerdings Nasr und Ericsson als Stammpiloten nominiert. Die beiden so genannten Paydriver garantieren dem klammen Rennstall über Sponsoren Einnahmen im zweistelligen Millionenbereich. Schon Adrian Sutil (32, Gräfelfing) hatte deshalb sein Sauber-Cockpit verloren.

Basketball, NBA: Dirk Nowitzki steckt mit den Dallas Mavericks in der Krise. Das Team um den deutschen Superstar kassierte in der Basketball-Profiliga NBA vor eigenem Publikum ein 94:127 gegen die Cleveland Cavaliers und rutschte im Westen hinter Meister San Antonio Spurs auf den siebten Tabellenplatz ab. Die Ausgangslage für die Play-offs wird immer schlechter. Nowitzki zeigte bei der 25. Saisonniederlage eine schwache Leistung und sucht weiterhin nach seinem Wurfgefühl. Der Würzburger traf nur drei von zehn Würfen aus dem Feld, am Ende standen 13 Punkte zu Buche. Chandler Parsons (18 Zähler) war bester Werfer der Mavericks. "Das war wirklich beschämend", sagte Nowitzki: "Es ging Mitte des zweiten Viertels los, wir konnten sie nicht mehr stoppen." Nie zuvor in der Vereinsgeschichte hat Dallas so deutlich gegen Cleveland verloren, das in Superstar LeBron James (27 Zähler) den Topscorer der Begegnung stellte. Die Mavs ließen allein im zweiten Spielabschnitt 41 Punkte zu. "Wenn man zu Hause gut 130 Punkte bekommt, muss man auf alles schauen", sagte Nowitzki nach der Blamage. "Sie haben uns in den Hintern getreten", meinte sein Teamkollege Amar'e Stoudemire. 16 Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde hat Dallas 41 und 25 Niederlagen auf dem Konto. San Antonio (40:23) zog durch ein 117:107 gegen die Toronto Raptors vorbei. Für den Titelverteidiger war es der sechste Sieg in Serie.