bedeckt München 29°

Müller-Wohlfahrt:Ära Guardiola war ein "schwarzer Fleck"

Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt

Der scheidende Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (Archivfoto).

(Foto: dpa)

Der langjährige Bayern-Arzt spricht über die Zeit unter dem katalanischen Trainer in München. Jürgen Klinsmann entschuldigt sich.

Meldungen im Überblick

FC Bayern, Wohlfahrt: Für den langjährigen Mannschaftsarzt des FC Bayern München, Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (77), war die Ära Pep Guardiola ein "schwarzer Fleck" in seiner langen Karriere. "Es war so, dass ich mir das nicht gefallen lassen konnte, dass ein junger Trainer - der sehr erfolgreich war und der wahrscheinlich einer der ganz, ganz Großen ist - sich in die medizinischen Belange eingemischt hat und alles besser wusste als ich", sagte Müller-Wohlfahrt im Interview BR24. Müller-Wohlfahrt hatte damals sogar den Dienst beim deutschen Fußball-Rekordmeister quittiert.

Der Spanier Guardiola hatte die Münchner von 2013 bis 2016 trainiert. Zwischen den beiden herrsche heute aber kein Groll, betonte der Mediziner, der jetzt nach mehr als 40 Jahren als Mannschaftsarzt aufhört. "Wir haben uns getroffen und haben uns ausgesprochen. Und dann ist es aber auch vorbei ... Wir schätzen uns und er wertschätzt meine Arbeit über alles. Das hat der nie in Frage gestellt."

Hertha BSC, Klinsmann: Jürgen Klinsmann sieht die Art seines heftig kritisierten Abschieds nach dem Kurz-Gastspiel als Hertha-Trainer inzwischen als Fehler. "Es tut mir sehr leid, wie mein Weggang von Hertha BSC zustande kam, nachdem wir sechs Punkte zwischen uns und den Relegationsplatz gelegt hatten", sagte der 55-Jährige in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Mit den Vorstellungen über seine Rolle beim aufstrebenden Hauptstadtklub lagen Vereinsführung und der einstige Bundestrainer weit auseinander. "Wir haben es damals in zehn Wochen leider nicht geschafft, zu einer schriftlichen Vereinbarung zu kommen", bemerkte Klinsmann. Der einstige Weltklasse-Stürmer war als Vertrauter von Investor Lars Windhorst zunächst als Mitglied des Aufsichtsrates der Profiabteilung zu Hertha gekommen und hatte dann vom glücklosen Ante Covic die Cheftrainer-Rolle übernommen.

Der Weltmeister von 1990 und Europameister von 1996 trat allerdings nach nur elf Wochen als Chefcoach des Berliner Fußball-Bundesligisten überraschend zurück. In der Winterpause hatte Hertha noch knapp 80 Millionen Euro in Neuzugänge investiert - so viel wie kein anderer Verein weltweit. Später kam ein Katalog über von Klinsmann skizzierte Missstände bei Hertha an die Öffentlichkeit. "In der Umsetzung meines Weggangs habe ich sicherlich Fehler gemacht und dafür möchte ich mich nochmals entschuldigen", erklärte der Wahl-Amerikaner mit Abstand.

© SZ.de/dpa/sid/ebc
Bayer 04 Leverkusen v FC Bayern Muenchen - DFB Cup Final

FC Bayern
:Lewandowski reicht seine Kandidatur ein

Ein Bundesligaprofi als Weltfußballer? Absurd ist der Gedanke nicht, denn kaum ein anderer hat in dieser seltsamen Saison so zuverlässig geliefert wie Lewandowski.

Von Javier Cáceres

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite