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Motorsport:Der nächste schreckliche Unfall

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Das Fahrzeug des Verunglückten Alexander Peroni.

(Foto: imago images / Motorsport Images)
  • Beim Rennen der Formel 3 in Monza kommt Alex Peronis Wagen von der Strecke ab und dreht sich mehrfach in der Luft - der Fahrer bleibt glücklicherweise offenbar unverletzt.
  • Angesichts des fatalen Unglücks vor einer Woche verstärkt dieser Vorfall die Sicherheitsdebatte noch weiter.
  • Außerdem ist Juan Manuel Correa, der auch am Unfall in der Formel 2 beteiligt war, nach neuen Informationen deutlich schwerer verletzt als ursprünglich angenommen - und nicht bei Bewusstsein.

Die Formel 1 ist eine geschlossene, auf Sicherheit bedachte Gesellschaft. Wer hinein möchte in das Fahrerlager in Monza, der muss eine Schleuse mit Drehkreuzen passieren, die erst in Bewegung gerät, wenn eine ordnungsgemäße Zutrittsberechtigung unter einen Scanner gehalten wird. Sicherheitshalber stehen an beiden Seiten der Kreuze auch noch Sicherheitsfrauen oder -männer. Sicher ist sicher.

Gleich gegenüber, auf der anderen Seite eines Gehweges im Königlichen Park von Monza, öffnet sich die Welt der Serien Formel 2 und Formel 3, die auf dem Asphalt keine gigantischen Motorhomes aufgeschlagen haben, sondern schlichte, weiße Zelte, in denen an den Autos geschraubt wird. Niemand hindert irgendwen am Zutritt zum Areal der Nachwuchsrennserien der Formel 1, normalerweise hält sich das Interesse der Öffentlichkeit an ihnen auch im überschaubaren Rahmen. Und doch stehen die Geschichten, die dort geschrieben wurden und noch immer geschrieben werden, seit einer Woche, seit dem Unfalltod des Franzosen Anthoine Hubert in Spa-Francorchamps, im Zentrum der Motorsportszene. Sie treiben eine Sicherheitsdebatte voran, die in der Nacht von Freitag auf Samstag noch einmal an Schärfe zugelegt hat. Denn auch dem zweiten in Spa verunfallten Fahrer, dem Amerikaner Juan Manuel Correa, geht es gesundheitlich weit schlechter als angenommen.

Und so kommt es, dass ungeachtet des geschäftigen Treibens der Formel 1, die in Monza weiter ihr gewohntes Sportprogramm durchzieht, die Geschichte des gravierenden Unfalls von Spa auch am Samstag noch quer im Raum steht. Weil klar wird, dass sie noch nicht auserzählt ist.

Correa musste unter der Woche nach London verlegt werden

Am vergangenen Samstag hatte Juan Manuel Correa im Formel-2-Rennen in Belgien mit etwa 260 Kilometern in der Stunde seinen Rennwagen auf der steilen Bergpassage ausgangs der berühmten Eau-Rouge-Senke wie einen Keil in Huberts Auto getrieben. Er traf es im rechten Winkel. Huberts Wagen zerbrach in mehrere Teile, der Fahrer hatte keine Chance. Hubert wurde 22 Jahre alt. Correas Fahrzeug hingegen überschlug sich und blieb kopfüber liegen. Der Pilot dieses zweiten verunfallten Wagens habe schwere Beinverletzungen erlitten und werde behandelt, hieß es zunächst. Seit der Nacht von Freitag auf Samstag ist klar, dass der 20-Jährige noch weit schlimmer verletzt ist als angenommen.

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Correa ist nicht bei Bewusstsein. Diese Nachricht verbreiteten seine Eltern in einem Statement in den sozialen Netzwerken Instagram, Twitter und Facebook sowie auf der Homepage ihres Sohnes. Correa habe ein akutes Atemnotsyndrom erlitten und müsse künstlich beatmet werden. Sein Zustand sei "kritisch, aber stabil". Es handele sich um eine Verletzung, die angesichts der Heftigkeit des Unfalls vorkomme, hieß es. Sie habe zu einem Atemstillstand geführt. "Wir sind überzeugt, dass unser Sohn uns mit seinem Kampfgeist und seiner Stärke überraschen wird und sich komplett erholt", schreibt die Familie. Jean Todt, der Präsident des Weltverbands Fia, sagte am Samstag: "Jetzt haben wir Juan Manuel Correa, der um sein Leben kämpft."

Am Mittwoch, als offenbar ersichtlich wurde, dass seine gesundheitliche Lage bedrohlicher war als vermutet, war Correa vom Krankenhaus in Lüttich nach London verlegt worden. In der belgischen Klinik nahe der Rennstrecke hatten die Ärzte ihn noch am Tag des Unfalls an den Symptomen behandelt, die zunächst offensichtlich waren. Die späteren Komplikationen machten eine Verlegung in eine Spezialklinik erforderlich, die über ein ECMO-Gerät (extrakorporale Membranoxygenierung) verfügt, eine Eiserne Lunge, mit der das Blut künstlich mit Sauerstoff angereichert werden kann.