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Motorrad-Pilot Marco Simoncelli:Gazzetta: "Addio SuperSic"

Noch im Mai waren Simoncelli und Ex-Weltmeister Jorge Lorenzo verbal aneinandergeraten. Der Spanier hatte Simoncelli einmal mehr wegen dessen waghalsiger Fahrweise kritisiert. "Falls dir in der Zukunft etwas passiert, ist das ein Problem", sagte Lorenzo. Simoncelli hatte diese Kritik mit einem Witz abgetan: "Dann werde ich wohl verhaftet." Lorenzo hatte den Italiener damals eindringlich gewarnt. Es sei nicht lustig, da die Fahrer bei dem Tempo mit ihrem Leben spielen würden. "Das ist ein gefährlicher Sport. Du musst darüber nachdenken, was du tust", sagte Lorenzo.

Marco Simoncelli (links) kurz vor seinem tödlichen Sturz beim Großen Preis von Malaysia.

(Foto: AFP)

2002 fuhr Simoncelli in Tschechien seinen ersten Grand Prix, nachdem er im selben Jahr Europameister in der 125-Kubikzentimeter-Klasse geworden war. Nach dem WM-Titel 2008 gelang ihm ein Jahr später noch ein dritter Gesamtrang im Viertelliter-Limit. Danach stieg er in die Königsklasse MotoGP um. Simoncelli wurde als ein möglicher Thronfolger von Rossi gehandelt. In dieser Saison bestätigte er die Erwartungen. Zwei Podestplätze und zwei Pole Position auf der eher unterlegenen Gresini-Honda untermauerten das Talent des so lebensfrohen Fahrers.

"Das ist sehr traurig und tragisch. Da fehlen einem die Worte", sagte der der deutsche Moto2-Fahrer Stefan Bradl dem SID, "er war ein lustiger und netter Typ." Im italienischen Sport wurde am Sonntag eine Schweigeminute für Simoncelli abgehalten. Dies gab Gianni Petrucci als Präsident des italienischen Olympia-Komitees CONI bekannt. "Heute ist einer der traurigsten Tage meiner Präsidentschaft. Simoncellis Tod hat mich zutiefst erschüttert. Das Leben ist heilig, man kann nicht mit 24 Jahren bei einem Rennen sterben", sagte Petrucci fassungslos.

Die italienische Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport titelte spontan: "Addio SuperSic". Ergriffen erklärte Simoncellis Manager Carlo Pernat: "Simoncelli war ein wunderbarer Mensch. Er war immer positiv und entschlossen. Er hatte einmalige menschliche und sportliche Eigenschaften."

© dpa/sid/wolf/woja
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