Möglicher Dopingfall bei der Tour de France:Unterstützung vom Bruder

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Dopingexperte Wilhelm Schänzer zeigt sich über die Doping-Vermutungen indes verwundert. "Ich habe die Meldung mit Unverständnis zur Kenntnis genommen. Ich hatte nicht erwartet, dass ein Sportler noch Diuretika einsetzt, da diese ziemlich leicht nachzuweisen sind", sagte der Leiter des Instituts für Biochemie der Sporthochschule Köln am Mittwoch auf Anfrage des sid.

Unterstützung bekommt Fränk Schleck von seinem prominenten Bruder. Andy Schleck, der im Jahr 2010 die Tour gewann - nachdem der Sieg Contador wegen Dopings aberkannt wurde -, sagte dem Parisien: "Bei meinem Leben und bei meiner Familie, bin ich sicher, dass er nichts genommen hat."

Auch sein früherer Teamchef Bjarne Riis sagt: "Ich bin geschockt. Ich kenne ihn so viele Jahre. Ich hatte damals nie einen Verdacht." Teamkollege Jens Voigt erklärt: "Das ist kein leichter Moment für mich. Aber Fränk ist mein Freund und bleibt mein Freund. "Ich glaube ihm."

Indes hat Tourchef Christian Prudhomme den Ausstieg begrüßt: "Das ist eine weise Entscheidung, die einzig mögliche. Wir haben erfahren, dass die Kontrolle von Schleck einen abnormalen Wert aufwies. Das öffnet die Tür für viele Möglichkeiten, von einer Verwarnung bis zu einer Sperre. Das ist ein breites Spektrum."

Fränk Schleck ist den Dopingermittlern kein Unbekannter. Der Luxemburger musste 2008 nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zugeben, dem spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes Geld überwiesen zu haben. Weil ihm die Luxemburger Anti-Doping-Agentur glaubte, dass er den Skandal-Mediziner nur für Trainingspläne und nicht für Doping bezahlt hatte, wurde er nicht gesperrt.

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