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Karriere von Michael Schumacher:Rotmütze und Rekord-Weltmeister

Alles begann mit fünf Jahren im Kart-Wagen - Michael Schumachers Karriere war einzigartig. Bis zu einem schweren Sportunfall in seiner Freizeit. Eine Rückschau zum 50. Geburtstag.

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Schumachers 50. Geburtstag

Michael Schumacher, der bislang erfolgreiche Formel-1-Pilot, wird 50 Jahre alt. Manche Rennfahrer werden da mit Festgala geehrt, bei dem Kerpener ist das anders: Seit seinem schweren Skiunfall 2013 lebt Schumacher abgeschieden mit seiner Familie in der Schweiz, seit fünf Jahren ist er nicht mehr öffentlich aufgetreten. Informationen um seinen genauen Gesundheitszustand gibt es nicht. "Ihr könnt euch sicher sein, dass er in besten Händen ist und wir alles Menschenmögliche tun, um ihm zu helfen", erklärte seine Familie zum 50. Geburtstag per Facebook. Ein Rückblick auf seine Karriere.

Michael Schumacher Kart

Quelle: Imago Sportfoto

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Alles begann auf der Kartbahn

Schon als Fünfjähriger drehte der kleine Michael auf diversen Kartbahnen seine Runden und sammelte in seiner Kindheit Preise en masse. 1987 wurde er im Alter von 18 Jahren Europameister.

Michael Schumacher 1991 erstes Rennen

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Erstes Formel-1-Rennen

Formel König, Formel Ford und Formel 3 waren die Stationen, die Schumacher nach seiner Kartkarriere durchlief. 1988 ergab sich eine folgenreiche Begegnung: Er traf Willi Weber, der das Potenzial Schumachers erkannte, ihn daraufhin finanziell unterstützte und gleichzeitig sein Manager wurde.

Nach Zwischenstationen bei der Sportwagen-Weltmeisterschaft - gemeinsam mit Heinz Harald Frentzen - und der japanischen Formel 3000 gab Schumacher im August 1991 sein Debüt in der Formel 1. Und wo? Natürlich auf seiner Lieblingsstrecke in Spa. Der Auftakt war für ihn jedoch schnell beendet: Nach wenigen Hundert Metern blieb der damalige Jordan-Pilot wegen eines Kupplungsschadens liegen.

Michael Schumacher

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Erster Sieg

Schumacher wechselte schnell zu Benneton, das erste Jahr als Formel-1-Pilot schloss er auf Rang zwölf im WM-Endklassement ab. In seine zweite Saison startetete er fulminant: Gleich im ersten Rennen, dem Großen Preis von Mexiko, fuhr er auf Platz drei und stand erstmals auf dem Treppchen.

Im August 1992 nahm Schumacher den ersten Pokal mit nach Hause: Beim Rennen in Spa fuhr er als Erster ins Ziel. Die Trophäe überreichte ihm Nigel Mansell, der Zweitplatzierte. Es war die letzte Formel-1-Saison des Briten, er wurde Weltmeister und wechselte in die amerikanische Champ-Car-Serie. Schumacher steigerte sich kontinuierlich und kam am Ende der Saison auf Rang drei.

Michael Schumacher wird erster deutscher Formel-1-Weltmeister, 1994

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Erster WM-Titel

Schumacher etablierte sich problemlos in der Formel 1 und machte den Sport in Deutschland zu einem populären Fernsehereignis. 1993 sah man den Kerpener aber fast öfter in der Box als hinter der Ziellinie: Sieben Mal fiel er mit seinem defektanfälligen Benetton aus. Erreichte er das Ziel, war Schumacher aber stets auf dem Treppchen zu sehen. Mit neun Podestplätzen - darunter ein Sieg in Portugal - kam er in der Gesamtbilanz auf Platz vier.

Seine vierte Formel-1-Saison sollte die bis dorthin erfolgreichste werden - sportlich gesehen. Dabei hatte sie mit dem tödlichen Unfall von Ayrton Senna mit einer Tragödie begonnen. Wegen Regelwiedrigkeiten wurde Schumacher zudem in zwei Rennen disqualifiziert und für zwei Rennen gesperrt. In der Öffentlichkeit wurde der einst beliebte Rennfahrer zum "Schummel-Schumi" degradiert, auch wegen einer Kollision im letzten Rennen: Schumacher lag in der WM-Wertung mit einem Punkt vor Damon Hill, durch eine Kollision und dem damit verbundenen Ausscheiden beider Piloten sicherte sich Schumacher seinen ersten WM-Titel. Das war zuvor keinem anderen Deutschen gelungen.

MICHAEL UND CORINNA SCHUMACHER ERWARTEN 2. KIND

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Die Ferrari-Zeit

1995 konnte Schumacher problemlos an seinen Erfolg anknüpfen. Besonders bemerkenswert war sein Auftritt beim Rennen in Spa: Vom 16. Platz aus fuhr Schumacher zum Sieg. Bereits drei Rennen vor dem Saisonfinale machte er dann alles klar. Im Alter von 26 Jahren wurde er der bis dahin jüngste Doppelweltmeister aller Zeiten.

Mit dem zweiten Triumph wurde die Zeit der Rotmützigkeit eingeläutet: Von 1996 an sollte Schumacher für Ferrari über die Rennpisten sausen. Bereits im August 1995 hatte Schumacher einen Vertrag über zwei Jahre unterschrieben. Der Deal über 70 Millionen Dollar machte ihn zum bestbezahlten Formel-1-Piloten aller Zeiten. Privat hatte er zwei Wochen zuvor für klare Verhältnisse gesorgt: Er heiratete seine Freundin Corinna, mit der er später zwei Kinder bekam.

Michael Schumacher

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Erster Sieg für Ferrari

Fortan färbte sich der Zieleinlauf rot. Bereits im zweiten Rennen der Saison 1996 fuhr Schumacher in Brasilien auf Rang drei, es folgte ein zweiter Platz im Heimrennen auf dem Nürburgring und in Spanien war es dann soweit: Schumacher feierte seinen ersten Sieg im Ferrari. Die Saison beendete er auf dem dritten Platz. Sein Rennstall war hochzufrieden und verlängerte seinen Vertrag vorzeitig bis 1999.

Bis zum ersten WM-Titel im Ferrari sollte es für Schumacher allerdings noch eine Weile dauern. 1997 schien der alte "Schummel-Schumi" wieder zum Vorschein zu kommen. Mit einem Punkt Vorsprung vor Jacques Villeneuve provozierte er im letzten Rennen eine Kollision, bei der er selbst jedoch ausschied. Villeneuve wurde Weltmeister, Schumacher der zweite WM-Platz aberkannt. Diesen sicherte sich der Deutsche 1998 hinter Mika Häkkinen dann mit fairen Mitteln.

MICHAEL SCHUMACHERS FERRARI IS RETURNED TO THE PITS

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Schwerer Unfall

Sein schlimmster Unfall als Autorennfahrer ereignete sich am 11. Juli 1999: Beim Großen Preis von Silverstone krachte er kurz nach dem Start ungebremst in einen Reifenstapel. Schumacher brach sich dabei das rechte Bein und musste sechs Rennen lang pausieren. In die Fahrer-WM konnte er damit nicht mehr eingreifen, Ferrari feierte am Ende dennoch: Der Rennstall gewann nach 16 Jahren wieder den Konstrukteurs-Titel.

THE SCHUMACHER BROTHERS WEAR SCARLET WIGS IN SEPANG

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WM-Titel für Ferrari

Einen neuen Teamkollegen bekam Schumacher in der Saison 2000: Rubens Barrichello. Nach einer Vertragsverlängerung über drei Jahre bei Ferrari dominierte Schumacher das Fahrerfeld der Formel-1. Die ersten drei Grand Prixs entschied er problemlos für sich und auch drei aufeinander folgende Ausfälle konnten den Deutschen nicht stoppen. Er erfüllte den großen Traum von Ferrari: endlich wieder einen Weltmeister hervorzubringen. Nach 21 Jahren gelang das nun Michael Schumacher und die Party danach war vor allem eins: rot! Neben ihm sein ebenfalls in der Formel 1 tätiger, aber nicht ganz so erfolgreicher Bruder Ralf.

FORMEL 1 BELGIEN SIEGER SCHUMACHER

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Rekorde für Ferrari

2000 war erst der Beginn der Schumi-Dominanz, 2001 wiederholte der Ferrari-Pilot seinen Triumph. Beeindruckend: Beim Gewinn seines nunmehr vierten WM-Titels stellte er mit der gesammelten Punktzahl einen neuen Rekord auf. Mit 123 Punkten hatte Schumacher damals fast doppelt so viel Zähler auf dem Konto wie sein erster Verfolger - David Coulthard.

Und als sich die Fachwelt bereits fragte, ob Michael Schumacher nicht langsam zu alt sei für die Formel 1, fuhr dieser zu seinem sechsten WM-Titel. Schon während der Saison verlängerte Ferrari seinen Vertrag bis 2006.

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Das erste Karriereende

Drei Ausfälle in den ersten fünf Rennen: Im Jahr 2005 war für Schumacher und Ferrari nichts zu holen. Das Auto war nicht mehr konkurrenzfähig, die Reifen zu schlecht und das Team um Schumacher zu ratlos. Fahrfehler des Deutschen taten ihr Übriges. 2006 sah man Schumacher wieder öfter auf dem Treppchen seinen Jubelsprung vollführen. Er lieferte sich beinahe die gesamte Saison ein enges Duell mit Fernando Alonso, ein Motorschaden im vorletzten Grand Prix verhinderte jedoch den achten Titel des Deutschen. Einen Rekord konnte er aber dennoch brechen - den der meisten Pole Positions. Die Liste führt er mit 68 Starts von Position eins bis heute an.

Im September 2006 war es dann soweit: Gerade noch zu seinem 90. Grand-Prix-Sieg gefahren, gab Schumacher bei einer Pressekonferenz in Monza nach 15 Jahren als Formel-1-Fahrer seinen Rücktritt zum Saisonende bekannt. Eine mögliche Rückkehr hielt der Ferrari-Pilot damals für ausgeschlossen: "Die Formel 1 verändert sich ständig: die Technik, die Motoren, die Regeln, die Pisten. Wenn du einmal raus bist, bist du raus."

Jahresrückblick - Michael Schumacher tritt zurück

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Das vorerst letzte Rennen

Bei seinem letzten Formel-1-Rennen in Brasilien verpasste Schumacher mit Platz vier nur knapp seinen vorerst letzten Podestplatz. In Sao Paulo fuhr er die 76. schnellste Runde seiner Karriere und ließ sich anschließend vom Ferrari-Team feiern. "Er ist ein einmaliger Rennfahrer. Heute hat er das noch einmal bewiesen", ehrte ihn Ferrari-Chef Jean Todt. Nur wenige Monate später wurde der neue Arbeitsbereich Schumachers öffentlich: Er wurde Berater des Rennstalls und ward fortan neben den Rennstrecken gesichtet.

Michael Schumacher

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Unfall mit dem Motorrad

Den Ferrari tauschte Schumacher gegen das Motorrad ein. 2008 nahm er an der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft teil. Sein neues Hobby wurde Schumacher aber beinahe zum Verhängnis. Als Ferrari-Pilot Felipe Massa beim Großen Preis von Ungarn im Juli 2009 einen schweren Unfall hatte und für den Rest der Saison ausfiel, kam Schumacher als Ersatz ins Gespräch. Ernüchterung brachte jedoch der Medizincheck: Im Februar war Schumacher mit dem Motorrad gestürzt, infolgedessen waren die Belastungen im Formel-1-Wagen für ihn noch zu groß.

Michael Schumacher

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Comeback bei Mercedes

Statt im roten Anzug kam Michael Schumacher im silbernen zurück auf die Rennstrecke. Nach 14 Jahren beendete er Ende 2009 die Zusammenarbeit mit Ferrari, wenig später wurde es öffentlich: Schumacher kehrt als Mercedes-Pilot in die Formel 1 zurück. "Ich fühle mich wie ein Zwölfjähriger, der vor Freude herumhüpft. Ich bin voller Energie und Tatendrang", sagte Schumacher. Sein erstes Rennen im Silberpfeil bestritt der damals 41-Jährige beim Großen Preis von Bahrain im März 2010. Er landete bei seiner Rückkehr auf Rang sechs.

Die Erfolge aus Ferrari-Zeiten sollten sich mit Mercedes nicht wiederholen. Schumacher hatte seine Dominanz verloren, war hinter Niko Rosberg die Nummer zwei im Team und landete bei den meisten Rennen lediglich im Mittelfeld. Die Saison 2010 schloss er auf dem neunten Rang ab, 2011 verbesserte er sich um einen Platz.

Formel 1 - GP Spanien

Quelle: dpa

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Zweites Karriereende

In seiner dritten Saison nach dem Comeback klappte es für den siebenmaligen Weltmeister dann auch wieder mit dem Besuch auf dem Treppchen. Erster Gratulant: Ferrari-Pilot Fernando Alonso. Beim Großen Preis von Spanien fuhr Schumacher auf Rang drei und zeigte sich angesichts des späten Erfolgs überglücklich: "Das ist der größte Sieg, den ich je erlangt habe."

Die Saison 2012 sollte dennoch die letzte für den Rekord-Weltmeister sein. Ende September sickerte die Nachricht in die Öffentlichkeit, dass Mercedes den Vertrag mit Michael Schumacher nicht verlängert und dafür Lewis Hamilton engagiert. Wenig später gibt Schumacher seinen zweiten Rücktritt offiziell bekannt.

File photo of Formula One world champion Michael Schumacher skiing in the northern Italian resort of Madonna Di Campiglio

Quelle: Reuters

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Sein Leben als Privatmann kann Schumacher mit seiner Familie nicht lange genießen. Im Dezember 2013 stürzt Schumacher beim Skifahren in den französischen Alpen. Mit dem Kopf prallt er gegen einen Felsen und muss per Helikopter in eine Spezialklinik in Grenoble gebracht werden. Obwohl Schumacher einen Helm trägt, erleidet er ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.

Seitdem ist Schumacher nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten. Zum 50. Geburtstag wendet sich seine Familie an die Öffentlichkeit. Man tue alles für ihn, aber "bitte habt Verständnis, wenn wir uns nach Michaels Wünschen richten und ein so sensibles Thema wie Gesundheit, so wie früher auch immer, in der Privatsphäre belassen".

© SZ.de/ska/ebc/rus
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